Nachfolge von Jerome Powell
Wer wird der nächste FED-Chef? – Ein Blick auf die Kandidaten
Wer wird die Nachfolge von Jerome Powell als Vorsitz der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) antreten und die Zukunft der US-Geldpolitik prägen? Über diese Personalien wir spekuliert.
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Die Entscheidung über den neuen FED-Chef könnte die Richtung der US-Geldpolitik und die Stabilität der globalen Märkte nachhaltig beeinflussen. Über diese Kandidaten wird spekuliert.
Von Matthias Kemter
Die Finanzwelt blickt gespannt auf die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, wer der nächste Vorsitzende der Federal Reserve (FED) wird. Die Amtszeit des aktuellen FED-Chefs Jerome Powell endet im Mai und die Bekanntgabe seines Nachfolgers könnte bereits in den kommenden Tagen erfolgen. Die Diskussionen und Spekulationen an den Märkten laufen auf Hochtouren und drei Namen stehen besonders im Fokus: Kevin Warsh, Christopher Waller und Rick Rieder.
Die Ausgangslage: Ein Machtkampf um die FED
Die Entscheidung über den neuen FED-Chef ist nicht nur eine Personalfrage, sondern auch ein politisches Signal. Präsident Trump hat wiederholt betont, dass der neue Vorsitzende seinen Vorstellungen folgen müsse. Insbesondere fordert er niedrigere Zinsen, um das Wirtschaftswachstum weiter anzukurbeln. Jerome Powell, der amtierende FED-Chef, geriet zuletzt unter Druck, da die US-Regierung rechtliche Schritte gegen ihn einleitete. Ein Schritt, der von vielen als Versuch gewertet wird, die Unabhängigkeit der Notenbank zu untergraben.
Die Kandidaten im Überblick
Der ehemalige FED-Gouverneur Kevin Warsh gilt als erfahrener Notenbanker und Verfechter einer expansiven Geldpolitik. Seine Nähe zur Trump-Administration und seine geldpolitischen Ansichten machen ihn zu einem ernstzunehmenden Kandidaten. Allerdings könnte seine Vergangenheit bei der FED auch ein Hindernis sein, da Trump offenbar nach einem Kandidaten sucht, der weniger stark mit der bisherigen Notenbankpolitik verbunden ist.
Der aktuelle FED-Direktor Christopher Waller bringt ebenfalls viel Erfahrung mit. Er wird als pragmatisch und kompetent beschrieben, hat jedoch weniger politische Unterstützung als seine Mitbewerber. Seine Chancen könnten steigen, wenn Trump einen Kandidaten bevorzugt, der bereits Teil der FED-Strukturen ist.
Der Außenseiter im Rennen ist Rick Rieder, Chef-Investmentstratege für Anleihen bei Blackrock, dem weltweit größten Vermögensverwalter. Rieder hat keine direkte Erfahrung bei der FED, was jedoch von einigen als Vorteil gesehen wird. Seine Aussagen, dass er Spielraum für Zinssenkungen auf drei Prozent sehe, könnten Trump gefallen. Zudem hat der Präsident Rieder nach einem Treffen als „sehr beeindruckend“ bezeichnet, was seine Chancen deutlich erhöht hat. Laut Wettmärkten wie Kalshi und Polymarket liegt Rieder derzeit in Führung.
Die Entscheidung und ihre Auswirkungen
Die Wahl des neuen FED-Chefs wird weitreichende Konsequenzen für die Geldpolitik der USA und die globalen Finanzmärkte haben. Während die FED zuletzt eine Pause bei den Zinssenkungen eingelegt hat, könnte ein neuer Vorsitzender die Richtung ändern. Besonders die Frage, ob die Unabhängigkeit der Notenbank gewahrt bleibt, steht im Mittelpunkt der Diskussion.
