Baden-Württemberg
Werteunion setzt auf Spitzen-Trio mit Meuthen
Im Iran-Krieg stellt sich die Werteunion „uneingeschränkt an die Seite Israels und der USA“. Außerdem stehen bekannte Namen auf der Liste.
© IMAGO/Panama Pictures
Jörg Meuthen war von 2017 bis 2024 im Europaparlament.
Von Michael Maier
Die „WerteUnion“, wie sie sich selbst schreibt, positioniert sich für die Landtagswahl in Baden-Württemberg am Sonntag. Die Strategie ist klar: Die Lücke zwischen der heutigen CDU und der AfD füllen. Dafür schickt die Partei ein bekanntes Trio ins Rennen.
Meuthen, Mitsch, Spaniel
- Jörg Meuthen (prominenter AfD-Aussteiger): Der ehemalige AfD-Bundessprecher verließ seine alte Partei, weil sie ihm zu extrem wurde. Als erfahrener Rhetoriker und Volkswirt will er nun jene Wähler abholen, die eine bürgerliche Alternative zur Ampel suchen, für die die AfD aber unwählbar ist.
- Alexander Mitsch (langjähriges CDU-Mitglied): Der Landesvorsitzende und Mitbegründer der „WerteUnion“ steht für bürgerliche Wähler, denen die CDU im Bündnis mit den Grünen zu weit nach links gerückt ist. Sein Fokus: Wirtschaftsliberalismus und konservative Ordnungspolitik.
- Dirk Spaniel (Stuttgart): Auch er ist Ex-AfD-Politiker. Als promovierter Ingenieur und Ex-Daimler-Mitarbeiter beschäftigt er sich mit dem „Autoland“ Baden-Württemberg. Er kämpft gegen Verbrennerverbote und für eine pragmatische Industriepolitik. Spaniel-Gattin Sabine Perlitius kandidiert auf der Liste von „Zentrum Automobil“ für den Mercedes-Betriebsrat und hat die AfD ebenfalls verlassen.
Das Programm der Werteunion in Baden-Württemberg
Inhaltlich präsentiert sich die Partei als Gegenentwurf zur grün-schwarzen Landesregierung. Die drei Kernforderungen:
- Wirtschaft und Verkehr: „Rettung des Autolands“ durch „Ende der Deindustrialisierung“. Das heißt: Stopp des Verbrenner-Aus, „volle Technologieoffenheit“ (E-Fuels, Wasserstoff) und sichere, günstige Energie (inklusive Kernkraft-Option).
- Iran: Anders als die über Krieg und Frieden zum Teil zerstrittene AfD stellt sich die „WerteUnion“ „uneingeschränkt an die Seite Israels und der USA“. Man ist voll auf Trump-Kurs und hofft auf ein schnelles Ende des Mullah-Regimes.
- Migration und Sicherheit: Drastische Begrenzung der Zuwanderung, Stopp illegaler Migration und konsequente Abschiebung abgelehnter Asylbewerber.
- Bildung und Gesellschaft: Rückkehr zum Leistungsprinzip an Schulen. Die „WerteUnion“ lehnt Gender-Sprache strikt ab und fordert Bürokratieabbau.
Die Frage bleibt: Reicht einige bekannte Namen, um die fehlenden Strukturen an der Basis auszugleichen und AfD oder CDU wahrnehmbar Konkurrenz zu machen?
