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Wichtiger Teil journalistischer Arbeit

So arbeitet die Redaktion (15): Wie berichtet die Zeitung über Gemeinderatssitzungen?

Wichtiger Teil journalistischer Arbeit

Von Armin Fechter

BACKNANG/MURRHARDT. Die Berichterstattung über das kommunalpolitische Geschehen ist ein fester Bestandteil der journalistischen Arbeit einer Lokalredaktion. Denn die Presse hat den rechtlichen Auftrag, eine Kritik- und Kontrollfunktion in der Gesellschaft wahrzunehmen. Deshalb ist unsere Zeitung auch in allen Gemeinden des Verbreitungsgebiets regelmäßig in den Gemeinderatssitzungen vertreten. In Murrhardt nimmt diese Aufgabe die Redaktion der Murrhardter Zeitung wahr, in den anderen zwölf Kommunen die Redaktion der Backnanger Kreiszeitung. Zu einem großen Teil sind dabei die Redaktionsmitglieder selbst im Einsatz, zum Teil werden sie von freien Mitarbeitern unterstützt.

Die Gemeinderatssitzungen bieten Gelegenheit, die aktuellen Diskussionen zu verfolgen, die Themen aufzunehmen und die Positionen der unterschiedlichen Fraktionen, Listen und Gruppierungen zu den jeweiligen Fragen zu registrieren. Daraus ergibt sich in breites Meinungsbild, das sich dann in der Berichterstattung niederschlägt. Die Zeitung wiederum trägt durch ihre Veröffentlichung dazu bei, dass sich die Bürgerschaft ein Bild vom Geschehen machen kann.

Da die Sitzungen des Gemeinderats abends stattfinden, wenn die ehrenamtlich tätigen Gemeinderäte sich die Zeit dafür nehmen können, erfolgt die Berichterstattung in der Regel ab dem übernächsten Tag. Beispiel Backnang: Die Stadträte tagen normalerweise donnerstagabends. Dann erscheinen die Berichte über die Sitzungen ab Samstag. In manchen Fällen – etwa bei Entscheidungen von großer Tragweite oder bei hoch umstrittenen Themen – kann die Berichterstattung aber auch bereits aktuell am nächsten Tag folgen.

Die Redaktion geht dabei nicht wie bei einem Protokoll vor, sondern orientiert sich an den Inhalten: Jedes Thema wird für sich dargestellt. Es werden auch nicht unbedingt alle Tagesordnungspunkte abgehandelt. Vielmehr liegt das Schwergewicht auf Themen von einem breiteren allgemeinen Interesse. Teilweise bietet es sich auch an, Themen, die im Gemeinderat angeschnitten werden, in einen weiteren Zusammenhang zu stellen und aus der laufenden Berichterstattung auszugliedern. So können dann Hintergründe beleuchtet oder die Perspektive Betroffener mitberücksichtigt werden.

Möglich ist auch, Sachverhalte in ihrer praktischen Umsetzung lebhafter und unmittelbarer zu zeigen. Beispiel: Ein Referent stellt im Gemeinderat die Konzeption für ein grünes Klassenzimmer vor – da drängt es sich auf, die Berichterstattung aus dem Sitzungssaal hinaus ins Grüne zu verlegen und die Kinder mit dem Naturexperten einmal bei einer Exkursion zu begleiten.

Oftmals bieten die Diskussionen im Gemeinderat auch Anlass zur Kommentierung. Klarer Fall: Der Kommentar erscheint, für den Leser deutlich erkennbar, als Meinungsbeitrag des Verfassers. Er soll einerseits eine Orientierungshilfe geben, andererseits dazu anregen, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Haben auch Sie eine Frage zur Arbeit der Redaktion, die wir in unserer Serie beantworten sollen? Dann schicken Sie eine E-Mail an redaktion@bkz.de.

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Erstellt:
12. Dezember 2019, 06:00 Uhr

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