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Wie lang noch narrt der Holz-Zündler die Polizei?

Ein unbekannter Brandstifter hat in Stuttgart, im Rems-Murr-Kreis und im Kreis Esslingen schon fast 20 Fälle auf dem Konto

Stuttgart/Waiblingen Das Feuer auf der Wangener Höhe ist in der Nacht weit zu sehen. Eine Polizeistreife sieht den Feuerschein schon, als sie noch auf den Otto-Hirsch-Brücken in Hedelfingen auf der Anfahrt zum Brandort ist. Die Beamten sind da ein Kilometer Luftlinie entfernt. Schon wieder ist ein Holzstapel in Flammen aufgegangen. Am Wochenende brannte es in Stuttgart-Wangen – und wenig später in Waiblingen-Beinstein. Der Täter verschwindet dabei stets wie ein Phantom.

Normalerweise ist ein brennender Holzstapel kein Fall für die Kripo. Eine Sachbeschädigung durch Brandlegung ist juristisch gesehen eine harmlosere Straftat als eine Brandstiftung, die Menschen und Gebäude gefährdet. Doch in der Nacht zum Samstag musste die Polizei wieder einmal zur Großfahndung blasen, unterstützt aus der Luft von einem Polizeihubschrauber. Auf der Wangener Höhe, im 350 Meter hoch gelegenen Gewann Burg, hatte in der Nacht zum Samstag ein Unbekannter drei Raummeter Holz angezündet. Und während die Einsatzkräfte noch löschen und fahnden, hat er schon das nächste Ziel im Visier.

Seit Ende Oktober zieht sich die Spur des Zündlers vor allem durch den Rems-Murr-Kreis. In Kernen-Rommelshausen nahm die Serie ihren Anfang – erst im vorderen Remstal, dann auf einem immer größer werdenden Gebiet. Anfang November griff die Brandserie erstmals auf Stuttgart über.

Die Serie reicht von Schwaikheim im Norden, Stuttgart-Wangen und Esslingen im Süden bis nach Urbach im Osten. Die Tatorte liegen bis zu 27 Kilometer Luftlinie auseinander, und der Täter scheint sich in den Weinbergen und Wandergebieten bestens auszukennen. Dabei ist er so mobil, dass er schnell von den Tatorten verschwindet.

So auch am Samstag. Die Fahndung in Stuttgart ist, wie auch schon am 8. November in Uhlbach, ergebnislos verlaufen – weil der Holz-Zündler längst Richtung Norden weitergezogen ist; womöglich mit einem Motorrad oder einem Auto auf der B 14 nach Waiblingen-Beinstein, wofür man von der Wangener Höhe aus wohl lediglich eine halbe Stunde braucht.

Zehn Kilometer Luftlinie entfernt und fast zweieinhalb Stunden später gehen am Samstag um 2.20 Uhr die nächsten beiden Holzlager in Flammen auf. Es ist der Fall Nummer 19. Westlich von Beinstein brennen zwei Holzvorräte nieder, 20 Feuerwehrleute können nicht mehr viel tun.

Allein 15 Fälle werden von der Kripo in Waiblingen ermittelt. „Wir nehmen die Sachlage wegen der Häufung sehr ernst“, sagt der zuständige Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier. Dabei stehen die Ermittler mit den Kripodezernaten in Stuttgart und Esslingen im Austausch, die ihre Fälle in Wangen und Uhlbach beziehungsweise Esslingen und Baltmannsweiler selbst bearbeiten. Wie lange noch kann der Unbekannte nach 19 Fällen in knapp acht Wochen spurlos verschwinden? Kann er tatsächlich gleich drei Kripodezernate narren? „Über unsere laufenden Ermittlungen“, sagt Biehlmaier nur, „können wir keine Auskunft geben.“https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.profiler-im-gespraech-so-ticken-brandstifter.2c4c2194-0a15-46cc-9642-b2fe5079d58a.htmlhttps://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.waiblingen-wieder-brennen-holzstapel-war-es-brandstiftung.6ef5b979-d964-48fa-909d-40841f92cb0c.htmlhttps://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.braende-in-fellbach-polizeihubschrauber-fahndet-nach-dem-feuerteufel.00df1224-74fe-4a6b-9874-78616dd408c8.htmlhttps://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.brandstifter-in-stuttgart-seltsame-brandserie-greift-auf-stuttgart-ueber.114fe2bf-f152-4a54-9c86-054955c8a159.html

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Erstellt:
18. Dezember 2018, 03:14 Uhr

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