Tipps für einen möglichen Blackout

Wie man bei einem Stromausfall am besten reagiert

In Berlin kämpfen Tausende Menschen mit den Auswirkungen eines Stromausfalls. Wie kann man sich für solche Fälle rüsten? Eine Solaranlage funktioniert zum Beispiel nicht immer.

Kerzen sollte man genügend zu Hause haben, so wie diese Hausbewohner in Berlin.

© dpa/Carsten Koall

Kerzen sollte man genügend zu Hause haben, so wie diese Hausbewohner in Berlin.

Von Judith A. Sägesser

Zehntausende Menschen müssen in Berlin seit dem 3. Januar ohne Strom auskommen. Am dritten Tag des Ausfalls im Südwesten der Hauptstadt kämpfen noch rund 30.000 Haushalte mit Kälte und weiteren großen Einschränkungen. Es ist nicht das erste Mal, dass in Deutschland zum Jahreswechsel der Strom ausfällt. In Berlin sollen Linksextremisten Schuld sein, im vergangenen Jahr war es im Westerwaldkreis das extreme Winterwetter: damals waren rund 33. 000 Haushalte am Neujahrstag ohne Strom.

Deutschlands Stromnetz gilt als eines der stabilsten weltweit, theoretisch kann es aber jederzeit zu Blackouts kommen – sei es wegen der Witterung oder auch Bauarbeiten oder sogar durch Anschläge. Wie sich jeder darauf vorbereiten sollte:

Wo findet man Informationen?

Der zuständige Ansprechpartner bei einem Stromausfall ist der Netzbetreiber. Man kann sich auch bei seiner Kommune erkundigen, wie man an aktuelle Informationen gelangt. Wichtig ist, dass die Notrufnummern (beispielsweise die Polizei) nur in Notfällen angerufen werden; bei einem Stromausfall kommt es schnell zu einer Überlastung der Mobilfunknetze, daher sollte man nur allernötigste Anrufe tätigen. Ein Stromausfall ist laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz kein Notfall, kann sich aber freilich zu einem Notfall entwickeln. Was ist wichtig im Akutfall?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hat auf 20 Seiten zusammengefasst, wie man sich bei einem Stromausfall verhalten sollte. Man findet die Tipps online. Umfragen zeigen, dass mehr als 90 Prozent der Bevölkerung davon ausgehen, dass sich in einer solchen Notlage die Nachbarn helfen. Und ja, es ist ratsam, sich bei Nachbarn zu erkundigen, ob sie Hilfe brauchen. Im Fokus sollten Menschen stehen, die pflegebedürftig sind.

Was kann man im Vorfeld tun?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz gibt verschiedene Ratschläge, wie man sich auf einen Stromausfall vorbereiten kann. Wichtig ist, genügend Trinkwasser und Nahrungsmittel im Haus zu haben, damit man sich einige Tage lang versorgen kann.

Zudem gibt es diverse Geräte aus dem Campingbereich, die einem bei einem Blackout nützlich sein können: beispielsweise batteriebetriebene Lampen (auch an den Batterievorrat denken) und Taschenlampen. Natürlich sind auch Kerzen hilfreich in einer solchen Lage. Aber auch Campingkocher ermöglichen die eine oder andere warme Mahlzeit.

Um aktuelle Informationen zu bekommen, ist es laut Bundesamt ratsam, sich ein Radio zuzulegen, das entweder mit Batterie oder per Handkurbel betrieben wird.

Funktioniert die Solaranlage noch?

Der Wechselrichter einer Photovoltaik-Anlage braucht Strom, um den Gleich- in Wechselstrom umzuwandeln. Und auch Speicher brauchen etwas Strom. Heißt, eine Solaranlage ist bei einem Blackout nutzlos – außer man stattet sie mit einer Notstrom- oder Ersatzstromfunktion aus. Damit kann man den Sonnenstrom nutzen, wenn vorübergehend kein anderer Strom zur Verfügung steht. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rät, sich von einem Fachbetrieb beraten zu lassen. Wichtig sei, sich im Vorfeld zu überlegen, welche Geräte man über den Notstrom betreiben wolle. Davon hängen die Größe der Anlage und damit auch die Kosten ab.

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Erstellt:
5. Januar 2026, 16:42 Uhr

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