Wie sieht die Backnanger Innenstadt zukünftig aus?

Das will die Stadt Backnang mit der Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts festlegen. Dafür sollen Bürger zur Innenstadt befragt werden.

Bummeln und Verweilen in der Backnanger Innenstadt soll in Zukunft noch attraktiver werden. Worauf die Kunden besonders viel Wert legen, will die Stadt in einer Online-Umfrage herausfinden. Archivfoto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Bummeln und Verweilen in der Backnanger Innenstadt soll in Zukunft noch attraktiver werden. Worauf die Kunden besonders viel Wert legen, will die Stadt in einer Online-Umfrage herausfinden. Archivfoto: J. Fiedler

Backnang. Mobilitätswende, Generationenwechsel, die Nachwirkungen der Coronapandemie und vor allem der Trend zum Online-Handel – die Backnanger Einzelhändler sehen sich zukünftig vielen verschiedenen Herausforderungen gegenüber. Die Stadt Backnang will sich deshalb verstärkt für eine lebendige Innenstadt einsetzen und wird 450000 Euro bereitstellen, um den Handel bei verschiedenen Projekten zu unterstützen (wir berichteten). Zu den Maßnahmen gehört auch eine Online-Kundenbefragung unter dem Motto „Einkaufen in Backnang“ aller Bürgerinnen und Bürger, die ab morgen starten soll. Sieben Fragen werden den Teilnehmern zur Backnanger Innenstadt gestellt, es geht unter anderem um die Aufenthaltsqualität, die Sicherheit, das Konsumverhalten und die Parksituation. Die Umfrage sei kurz und bündig gehalten, meint Baudezernent Stefan Setzer. „Aber wer Zeit und Lust hat, kann auf offene Fragen ausführlicher antworten und auch eigene Ideen einbringen.“

Diese Vorschläge, so versichert Oliver Matzek, dessen Unternehmen die Umfrage durchführen wird, werden auch in die Auswertung einfließen. Herausgearbeitet werden soll hier zum Beispiel, welche Stärken und Schwächen die Kunden aktuell in der Backnanger Innenstadt sehen, aber auch, welche Chancen für Verbesserungen es gibt. Mit dem Ergebnis könne die Stadtverwaltung dann konkrete Rahmenbedingungen schaffen, um wieder mehr Besucher in die Innenstadt zu locken, zum Beispiel über Bebauungspläne, städtebauliche Entwicklungen oder Mobilitätskonzepte.

Schon 2010 gab es ein erstes Einzelhandelskonzept

Das komplexe Thema Innenstadt ist kein neues, bereits 2010 hat der Backnanger Gemeinderat nach einer ähnlichen Umfrage ein verbindliches Einzelhandelskonzept verabschiedet. Dieses soll nun nach einer aktuellen Einschätzung der Kunden fortgeschrieben werden. Für die Einzelhändler der Stadt ist das ein wichtiges Zeichen. „Vielen Händlern hat die Pandemie dramatisch geschadet“, sagt Martin Windmüller, der zweite Stellvertreter des Stadtmarketingvereins. Gerade für Händler, die vor einem Generationenwechsel stehen oder die keine eigene Immobilie haben, stelle sich nun die Frage: Ist das noch zukunftsfähig? „Wir erhoffen uns, dass dadurch Klarheit entsteht, wohin sich die Innenstadt entwickelt. Und auch, was die Verwaltung tun kann, damit eine lebendige Innenstadt erhalten bleibt.“ Nach der Erstellung des ersten Einzelhandelskonzepts habe es einige positive Veränderungen gegeben, erinnert sich der Händler, darauf hofft er auch jetzt. Auch Baudezernent Stefan Setzer betont, dass sich aus dem ersten Konzept zum Beispiel die Neugestaltung des Schweizer Baus und des Bereichs um die Bleichwiese ergeben haben. Windmüller ist nun froh, dass das Konzept fortgeschrieben wird, und erhofft sich dadurch vor allem Planungssicherheit für die Zukunft.

Aus der Befragung soll ein Handlungsleitfaden entstehen

Ebenso wichtig wie die Einschätzung der Kunden sei dann aber auch, dass der Gemeinderat und die Stadtverwaltung den Ergebnissen aus der Umfrage auch folgen. Oberbürgermeister Maximilian Friedrich versichert: „Die Backnanger Innenstadt ist für uns ein zentrales Anliegen. Wir werden alles daransetzen, dass sie für unsere Bürgerschaft wie auch für die Besucherinnen und Besucher aus nah und fern weiterhin ein attraktiver Ort zum Einkaufen, Bummeln und Verweilen bleibt.“ Durch die Umfrage will die Stadt nämlich nicht nur die Meinung der Backnanger Bürger zu der Innenstadt herausfinden, sondern auch die von auswärtigen Besuchern. Backnang sei für einige umliegende Kommunen eine wichtige Einkaufsmöglichkeit. Aus den Ergebnissen der Befragung soll ein ganz konkreter Handlungsleitfaden entstehen. „Idealerweise mit mehreren Punkten und Maßnahmen, bei denen auch die Kosten schon hinterlegt sind“, sagt Setzer. Im Frühjahr rechnet er mit einem ersten Zwischenbericht, bis Ende 2022 soll eine Arbeitsgruppe erste Maßnahmen erarbeiten. dob

Martin Windmüller,
zweiter Stellvertreter des Stadtmarketingvereins „Wir erhoffen uns, dass dadurch Klarheit entsteht, wohin sich die Innenstadt entwickelt.“
Die Kundenbefragung

Wo findet man die Umfrage? Der Fragebogen kann entweder auf der Homepage der Stadt Backnang unter www.backnang.de, auf der städtischen Facebook-Seite, auf Instagram oder durch Scannen des QRCodes auf den entsprechenden Plakaten heruntergeladen und ausgefüllt werden. Außerdem soll am Gänsemarkt zusätzlich eine analoge Umfrage stattfinden, um möglichst viele Menschen aus verschiedenen Altersgruppen zu erreichen.

Wer führt sie durch? Die Stadtverwaltung führt die Umfrage gemeinsam mit der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) durch. Die GMA betreut viele ähnliche Projekte überall in Deutschland.

Wie lang kann man teilnehmen? Die Kundenbefragung startet am 25. September und läuft bis einschließlich 2. November. Die Online-Umfrage ist anonym.

Was haben die Kunden davon? Zum einen können alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Meinung zur Innenstadt kundtun und auch eigene konkrete Vorschläge zur Verbesserung machen. Zum anderen haben Teilnehmer – wenn gewünscht – die Chance, einen von fünf Backnanger Einkaufsgutscheinen im Wert von je 50 Euro zu gewinnen.

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Erstellt:
24. September 2021, 06:00 Uhr

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