Steigende Spritpreise

Wie teuer kann Benzin noch werden?

Die Benzinpreise steigen und steigen. E5 kostet aktuell in Bundesdurchschnitt satte 2,14 Euro. Aber wie hoch können die Preise noch steigen?

Die Diskussion um steigende Spritpreise spitzt sich zu: Warum die Kosten trotz sinkendem Rohölpreis hoch bleiben und wie weit die Preise noch steigen könnten.

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Die Diskussion um steigende Spritpreise spitzt sich zu: Warum die Kosten trotz sinkendem Rohölpreis hoch bleiben und wie weit die Preise noch steigen könnten.

Von Matthias Kemter

Die Spritpreise sorgen weiterhin für Diskussionen. Nachdem die Rohölpreise von knapp 70 US-Dollar pro Barrel (Brent) mit dem Kriegsbeginn auf 110 Dollar in der Spitze angestiegen sind, schien sich der Preis in der letzten Woche wieder auf 90 Dollar eingependelt zu haben. In den letzten Tagen zog der Preis allerdings wieder auf die Höchstmarke von 110 Dollar an, um sich nun bei rund 100 Dollar erneut einzupendeln. Die Spritpreise sind somit erneut gestiegen.

Wie hoch können die Spritpreise steigen?

Laut dem Tankstellen-Interessenverband (TIV) geben Mineralölkonzerne diese Kostensteigerungen schnell an die Verbraucher weiter. Sprecher Herbert Rabl erklärte, dass er Preise von 2,50 Euro pro Liter oder sogar darüber hinaus für durchaus denkbar hält. Mit einem Blick auf den historischen Rohölpreis macht die Marke von 2,50 Euro als Höchstpreis auch rechnerisch Sinn. Aktuell liegt der bundesweite Durchschnittspreis für Super-E5-Benzin bei 2,14 Euro.

Krisenerprobte Ölpreisgrenzen

Das Allzeithoch im Brent-Öl-Chart liegt bei etwa 145 Dollar während der Finanzkrise Mitte 2008. Die zweithöchste Spitze liegt bei 120 Dollar zur Energiekrise kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine Mitte 2022. Diese beiden Bereiche dürften an den Märkten eine teure, aber dafür krisenerprobte Resonanzzone darstellen, die auch bei Ölknappheit schwer zu durchbrechen sein dürfte.

Die Rolle der Tankstellenbetreiber

Während die Verbraucher unter den steigenden Preisen leiden, profitieren die Tankstellenpächter kaum davon. Sie erhalten lediglich ein bis zwei Cent Provision pro verkauftem Liter Kraftstoff. Gleichzeitig müssen sie den Ärger der Kunden auffangen, was das Geschäft zusätzlich belastet. Auch die angeschlossenen Shops, die oft 60 Prozent der Einnahmen ausmachen, leiden unter den hohen Preisen, da Kunden weniger Geld für andere Produkte ausgeben.

Deutschland im europäischen Vergleich

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind die Kraftstoffpreise in Deutschland besonders stark gestiegen. Der TIV vermutet, dass Mineralölkonzerne hierzulande testen, wie weit sie die Preise anheben können, ohne die Nachfrage zu stark zu beeinträchtigen. In Österreich beispielsweise liegt der Preis pro Liter aktuell bei etwa 1,71 Euro. Dort gibt es eine gesetzliche Regelung, die Preiserhöhungen auf einmal täglich begrenzt, während Preissenkungen jederzeit möglich sind.

Spritpreis-Paket ab Anfang April

Die Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket beschlossen, um die stark gestiegenen Spritpreise infolge des Iran-Nahost-Konflikts zu dämpfen. Tankstellen dürfen die Preise künftig nur noch einmal täglich um 12:00 Uhr erhöhen, Preissenkungen sind jederzeit erlaubt. Verstöße werden mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro geahndet. Das Bundeskartellamt erhält erweiterte Befugnisse, um gegen marktbeherrschende Unternehmen vorzugehen und überhöhte Preise zu verhindern. Zudem gibt Deutschland 2,6 Millionen Tonnen seiner Ölreserven frei, um den Weltmarkt zu beruhigen. Die Versorgung im Inland bleibt gesichert, und die Maßnahmen sollen noch vor Ostern in Kraft treten.

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Erstellt:
18. März 2026, 11:00 Uhr

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