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Brisantes Geister-Derby in Karlsruhe

dpa/lsw Stuttgart/Karlsruhe. Das Derby zwischen dem Karlsruher SC und dem VfB Stuttgart wird besonders heikel. Beide Teams drohen, ihre Saisonziele zu verpassen. Beweist der VfB endlich Mut? Oder glückt dem KSC eine Überraschung?

Trainer Christian Eichner steht im Stadion. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

Trainer Christian Eichner steht im Stadion. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

Die Ziele könnten vor dem mit Spannung erwarteten Baden-Württemberg-Derby nicht unterschiedlicher sein. Der VfB Stuttgart will unbedingt raus aus der 2. Fußball-Bundesliga, der Karlsruher SC unbedingt drin bleiben. „Es steht viel auf dem Spiel“, sagte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo vor der Partie am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) beim Erzrivalen: „Wir wissen, wie wichtig das Spiel für unseren Verein und unser Umfeld ist. Wir wollen leidenschaftlich kämpfen für den Derby-Sieg und den Aufstieg.“

Nur zwei ihrer vergangenen sieben Liga-Spiele haben die Schwaben gewonnen. Immer wieder verpassten sie es, sich im Aufstiegsrennen entscheidend abzusetzen. Wie zuletzt beim dürftigen 0:0 gegen Aufsteiger VfL Osnabrück. Da aber auch die Konkurrenten aus Hamburg und Heidenheim regelmäßig patzten, mischt der VfB mit seinen 52 Punkten immer noch voll mit im Kampf um die Bundesliga-Rückkehr. „Wir nehmen wahr, dass wir eine zweite Chance bekommen haben, den zweiten Platz zu verteidigen“, sagte Matarazzo: „Die wollen wir nutzen.“

Dafür fordert der 42-Jährige beim Auftritt in Baden aber mehr Mut und Entschlossenheit als zuletzt. „Uns hat nicht unbedingt die Kreativität gefehlt, sondern der Mut, ins Risiko zu gehen. Wir brauchen tiefe Laufwege, Eins-gegen-Eins-Situationen, ein mutiges Zusammenspiel“, erklärte der Stuttgarter Trainer, der aller Voraussicht nach wieder auf Mittelfeldspieler Daniel Didavi zurückgreifen kann. Drei Mal in Serie hatte der Spielmacher zuletzt gefehlt - erst wegen einer Gelb-Rot-Sperre, dann wegen Knieproblemen. Auch der Derby-erfahrene Mario Gomez, der zuletzt häufiger auf der Bank gesessen hatte, sei eine Option für die Startelf, sagte Matarazzo.

Der Ex-Nationalstürmer stand schon auf dem Platz, als der VfB im September 2007 letztmals - noch in der 1. Liga und als amtierender deutscher Meister - in Karlsruhe verlor (0:1). Genau wie der heutige KSC-Trainer Christian Eichner auf der anderen Seite. „Wir tun gut daran, das in Erinnerung zu behalten, uns aber auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren“, sagte Eichner: „Das ist Abstiegs- gegen Aufstiegskampf in der 2. Liga.“ Sein Team hätte zuletzt vieles richtig gemacht, sagte er. Nur: Gewonnen hat seine Mannschaft seit vier Partien nicht mehr. Auf drei Unentschieden folgte eine 0:1-Niederlage in Aue. Der dritte Abstieg in die 3. Liga droht mehr denn je.

Doch auch, wenn der VfB „auf jeder Position glänzend besetzt“ sei, glaubt Eichner an eine Überraschung. „Wieso sollten wir den VfB nicht schlagen können?“, fragte er und verweist auf den holprigen Saisonverlauf der Schwaben. Der dürfte ihm genauso Hoffnung machen wie die Rückkehr von 13-Tore-Stürmer Philipp Hofmann nach einer abgesessenen Gelbsperre. „Ein Derby ist immer etwas Besonderes“, sagte Eichner. Das gilt auch für ein Spiel ohne Zuschauer. Und angesichts der heiklen Tabellensituation aktuell womöglich sogar erst recht.

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Erstellt:
12. Juni 2020, 14:08 Uhr

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