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Wieder Nachwuchs im Wiesental

Storchenpaar ist in das Schutzgebiet in Pleidelsheim zurückgekehrt. Andernorts wartet man weiter auf Adebar.

Das Storchenweibchen hat für den Nachwuchs ein Eintagsküken dabei. Fotos: C. König

Das Storchenweibchen hat für den Nachwuchs ein Eintagsküken dabei. Fotos: C. König

Von Christian Kempf

PLEIDELSHEIM. Es war schon fast eine Sensation für das hiesige Tierreich, als sich 2017 erstmals ein Storchenpaar im Pleidelsheimer Wiesental niederließ. Zum einen, weil die majestätischen Vögel hierzulande selten geworden sind. Zum anderen aber auch, weil sie außerhalb einer Ortschaft in einem Horst nisteten, der nicht von Menschenhand gemacht war. Die beiden putzten sich ein eigenes Domizil auf einem Baumstumpf heraus. Seitdem kehrten die Tiere mit dem Ausklang des Winters immer wieder an diesen Platz zurück. So auch in dieser Saison, wie der Ludwigsburger Ornithologe Claus König berichtet. „Gegen Ende Januar, Anfang Februar waren sie wieder da“, sagt der Fachmann, der auch noch mit einer weiteren guten Nachricht aufwarten kann: Erneut hat das Storchenduo Nachwuchs bekommen.

Vor rund vier Wochen seien die kleinen Adebare geschlüpft, hat König beobachtet. Vier an der Zahl seien es gewesen. In den vergangenen Jahren hatte sich der Bruterfolg in ähnlichen Dimensionen bewegt. Man könnte also mutmaßen, dass sich die Vögel früher oder später auch in anderen Teilen rund um Marbach niederlassen und vielleicht auch wieder in Großbottwar heimisch werden, wo der Storch sogar im Wappen getragen wird. Doch das ist bislang nicht der Fall. In Großbottwar habe auch in dieser Saison noch keines der großen Tiere gebrütet, weiß König, der jahrelang die Vogelschutzwarte in Ludwigsburg leitete. Der Experte weist darauf hin, dass rund um Großbottwar das Nahrungsangebot auch nicht gerade üppig sei. Völlig gemieden wird das Bottwartal aber auch nicht von den Störchen. Mitte April wurden zwei Exemplare auf der Weide der Wasserbüffel zwischen Großbottwar und Kleinbottwar gesichtet, ganz in der Nähe des Kreisverkehrs, auf dem eine Storchenskulptur thront. Im Wiesental selbst hätten sich vor ein paar Wochen sogar sieben Exemplare getummelt, sagt König. Darunter habe sich womöglich auch Nachwuchs der Pleidelsheimer Alttiere befunden. Doch mehr als ein kurzes Gastspiel gab dieses Septett nicht in dem Schutzgebiet. Und auch in der übrigen Umgebung sieht es offenbar eher mau aus, was die dauerhafte Wiederansiedlung des Adebars anbelangt. Ein kleiner Lichtblick ist, dass sich ein Storch für das Schlössle im Freiberger Stadtteil Geisingen interessiert. Auf dem Dach des Gebäudes habe der BUND eine Nisthilfe gebaut, sagt König. „Ob da einer brütet, ist aber fraglich. Das ist eine Futterfrage“, erklärt der Ornithologe. Er denkt, dass man den Tieren zusätzliche Nahrung bereitstellen müsste.

Ornithologe König vermutet, dass die Altstörche im Blühenden Barock Nahrung bekommen.

Aber selbst im Wiesental, das ein wahres Paradies für verschiedene, auch seltene Vogelarten darstellt, ist das Reservoir an natürlichem Futternachschub für die Störche begrenzt. Claus König vermutet deshalb, dass sich die beiden Altstörche etwa im Blühenden Barock in Ludwigsburg bedienen oder gefüttert werden, wo in einer Voliere Vögel gehalten werden und auch Eintagsküken auf dem Speiseplan stünden. Den Mutterstorch hat er sogar dabei fotografiert, wie er mit einem solchen Küken im Schnabel auf das Nest in Pleidelsheim zugesteuert hat. Claus König geht überdies davon aus, dass die zwei Stammgäste im Wiesental wohl im Winter keine große Reise in Gefilde unternehmen, in denen es deutlich wärmer als im Neckartal ist. Das Weibchen sei beispielsweise in einem Zoo in Heidelberg geboren. Der Zutrieb sei folglich gering. Die Tiere würden also vermutlich im Winter mehr oder weniger durch die Landschaft streichen, um dann kurz vor dem Frühjahr ins Wiesental zurückzukehren – wie auch in dieser Saison.

Die Pleidelsheimer Störche beim Liebesspiel.

Die Pleidelsheimer Störche beim Liebesspiel.

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Erstellt:
13. Mai 2020, 11:30 Uhr

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