Italien, Spanien, Malta
Wintersturm „Harry“ wütet in Südeuropa
Zyklon „Harry“: Böen von bis zu 120 Stundenkkilometern, meterhohe Wellen und sintflutartige Regenfälle haben zu schweren Überschwemmungen geführt. Urlaubsregionen in Italien, Spanien, auf Malta und in Griechenland sind betroffen.
© Imago/Anadolu Agency
Meterhohe Flutwellen walzen kalabrischen Ort Catanzaro nieder-
Von Markus Brauer
Dirty „Harry“ wütet wie Clint Eastwood als Inspektor „Dirty Harry“ Callahan auf der Jagd nach einem psychopathischen Serienmörder in dem kultigen US-Polizeithriller von 1971.
Der Zyklon zieht im Eiltempo durch Südeuropa und bringt meterhohe Wellen, Überschwemmungen und orkanartige Böen mit sich.
Land unter auf Sizilien
Die italienische Insel Sizilien ist mit am stärksten getroffen. Behörden haben den Notstand ausgerufen. In mehreren Dörfern an der Küsten mussten Bewohner evakuiert werden, Häuser und Straßen stehen unter Wasser.
In Catania wurden Straßen überschwemmt. Dutzende Anwohner mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Auch die Gebiete um Acireale und Mascali wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der TV-Sender Rai berichtet von „reißenden Wasser- und Schlammströmen“.
Tödliche Zwischenfälle in Spanien
Im spanischen Katalonien wurde ein Mann tot in seinem Auto aufgefunden, nachdem Wassermassen das Fahrzeug mitgerissen hatten. In der Nähe von Barcelona starb ein Lokführer, als eine Stützmauer während des Sturms auf die Gleise stürzte und die Lok unter sich begrub.
Auf Mallorca mussten die Einsatzkräfte mehr als 80-mal ausrücken. Autos wurden weggespült, Boote strandeten, Straßen sind unpassierbar. Auch auf Malta sorgten meterhohe Wellen für massive Überschwemmungen.
Alarmstufe Rot in Kalabrien
In Kalabrien gilt bereits den vierten Tag in Folge die höchste Unwetterwarnstufe Rot. Die Behörden registrieren anhaltenden Starkregen und Böen über 120 Kilometern pro Stunde. Vor allem der tyrrhenische Südhang und der ionische Mittel- und Südhang auf Sizilien sowie das Becken von Campidano und Flumendosa auf Sardinien sind betroffen. 20 kleine, ländliche Orte wurden evakuiert, da der Wasserspiegel bedrohlich anstieg.
Der Sturm traf besonders den Ort Catanzaro. Der Katastrophenschutz spricht wegen des Ausmaßes und der Dauer der Regenfälle von einem „Jahrhundertereignis“. Der Bürgermeister von Catanzaro, Nicola Fiorita, erklärte: „Dies sind schwere Zeiten für unsere Stadt.“
