Winterwald als große Schatzkiste

In Murrhardt startet an diesem Donnerstag der Weihnachtsferien-Abenteuerpfad. Die Naturparkführer Walter Hieber und Manfred Krautter haben am oberen Riesberg einen Weg gestaltet, der jede Menge Mitmachstationen sowie Spannendes zu Raunächten und der winterlichen Natur bereithält.

Walter Hieber und Manfred Krautter mit Bürgermeister Armin Mößner (von links) bei der Station, an der nach Herzenslust Weihnachtsdeko zum Einsatz kommen kann. Fotos: A. Becher

© Alexander Becher

Walter Hieber und Manfred Krautter mit Bürgermeister Armin Mößner (von links) bei der Station, an der nach Herzenslust Weihnachtsdeko zum Einsatz kommen kann. Fotos: A. Becher

Von Christine Schick

Murrhardt. „Die drei Könige sind schon gewandert“, stellt Walter Hieber fest. Unter einer unschwer als Weihnachtsbaum erkennbaren Tanne, die eine gute Portion bunten Schmuck abbekommen hat, steht eine Krippe, für die er und Manfred Krautter auch noch ein fehlendes Christkind organisiert haben. Vor dieser Ausgangslage sind die Besucher des Weihnachtsferien-Abenteuerpfads aufgerufen, die eine oder andere Festtagsdekoration mitzubringen, zu platzieren oder einfach auch mit dem Vorhandenen spielerisch umzugehen. Genau wie mit den drei Königen. „Mit der Deko kann man ruhig auch aufs Nachbartännchen oder -fichtchen ausweichen, damit die Last nicht zu groß wird“, erklärt Thomas Zeeb von der Murrhardter Stadtverwaltung. Er, Bürgermeister Armin Mößner und die Schwäbische Waldfee Leonie Treml werden auf einem kleinen Rundgang in den Pfad eingeführt.

Vor rund drei Wochen hat die Stadt bei Walter Hieber und Manfred Krautter angeklopft, ob sie nicht vielleicht einen Wanderweg gestalten können. „Wir haben uns einfach gedacht, es wäre klasse, wenn wir da für Familien, kleine und große Besucher etwas anbieten könnten, und die beiden sind als bewährtes Team dafür prädestiniert“, sagt Mößner. Vor dem Hintergrund, dass in der aktuellen Coronalage die meisten Veranstaltungen abgesagt sind, eine feine Geschichte. Der knapp drei Kilometer lange Erlebnisweg ist in diesen drei Wochen kontinuierlich gewachsen und mit liebevoll aufgebauten Stationen versehen, bei denen man nun mitgestalten, rätseln, sporteln kann und Spannendes rund um den Winterwald und die Raunächte serviert bekommt.

Weihnachtsbaumweitwurf und Trockenskifahren zum Austoben

Genüsslich in das Thema Raunächte eintauchen lässt sich an einer Station, die Vorlesegeschichten bereithält. Dazu fällt Manfred Krautter beispielsweise Frau Holle und der Holunderstrauch ein. „Der klagt, dass sein Holz nur zum Besenbinden verwendet wird, und bekommt dann von ihr seine Blüten und Beeren geschenkt“, sagt er. Als kleines süßes Präsent winkt übrigens auch das eine oder andere Holunderbonbon. Den Regeln, die einst in den Raunächten aufgestellt wurden, ist ein kleines Waldstück gewidmet. Der Schritt zu den Tieren im Winterwald ist nicht weit, und zu ihnen lässt sich im Quizformat einiges erraten beziehungsweise erfahren. Ein Baum ist für Gaben an die Vögel reserviert und so sind mitgebrachte Meisenknödel oder -ringe willkommen. Auch wer sich austoben möchte, kommt auf seine Kosten: beispielsweise beim Weihnachtsbaumweitwurf, Trockenskifahren oder Dosenschneemännerzielen. Geschick ist bei der Station gefragt, an der es heißt, sich im Hufeisenwerfen zu versuchen. Walter Hieber und Manfred Krautter haben bei Petrus einen Antrag auf Schnee gestellt, um eine weitere Station in der Sache präsentieren zu können, aber es sei zumindest verraten, dass es eine flauschige kleine Ausweichmöglichkeit gibt. Rudolph, das Rentier, hält am Wegesrand die Stellung und auch dem Murrhardter Fabelwesen Hotz beziehungsweise seinen Repräsentanten kann man begegnen – logischerweise an der Hotzenklinge. Die warten darauf, dass sich die Familie vergrößert, sprich, die Besucher können mit dem, was die Natur in der Umgebung bietet, selbst ihren ganz persönlichen Hotz erschaffen. Auch ein Bastel-to-go-Angebot gibt es: Die beiden Naturparkführer haben Tütchen vorbereitet, in denen alle Utensilien für einen Schutzengel ruhen, der sich später zu Hause basteln lässt.

Nach Weihnachten nähert sich das neue Jahr in schnellen Schritten und so haben sich die beiden am Friedensstein einen Baum ausgeguckt, an dem Wünsche für 2022 ihren Platz finden können. Waldfee Leonie Treml schnappt sich Kreppband und Edding, schreibt und hängt ihren Auftrag an einen Zweig. Was für Wünsche braucht es für diese schwierige Zeit? Eigentlich ziemlich tiefgreifende, meint Walter Hieber nachdenklich. „Aber wir wollen den Menschen auch was zum Schmunzeln bieten“, sagt Manfred Krautter. Die beiden ergänzen sich einfach perfekt.

Um den Weihnachtsferien-Abenteuerpfad ausklingen zu lassen, besteht die Möglichkeit, am Platz beim Aussichtsturm zu grillen. Holz liegt bereit. Angesichts der Fülle an Angeboten rät Thomas Zeeb: „Reine Gehzeit sind 45 Minuten, aber es ist besser, mehr Zeit mitzubringen, zweieinhalb Stunden sind hier schnell vorbei.“

Abenteuerpfad Der Erlebnisweg, der bis zum 9. Januar läuft, startet am Pavillon am oberen Riesberg-Parkplatz zwischen Murrhardt und Vorderwestermurr. Er ist mit einem geländegängigen Kinderwagen weitgehend befahrbar. Die Strecke ist mit einem Schneemannsymbol markiert. Weihnachtsschmuck und Meisenringe gerne mitbringen, ebenso Grillgut bei Bedarf. Wenns mal etwas voller wird, werden die Gäste gebeten, notwendige Abstände und Hygieneregeln einzuhalten.
Waldfee Leonie Treml hält ihren Wunsch fürs neue Jahr fest und platziert ihn später am Baum.

© Alexander Becher

Waldfee Leonie Treml hält ihren Wunsch fürs neue Jahr fest und platziert ihn später am Baum.

Weihnachtswald in Welzheim: Nussknacker, Nikoläuse und ein Poetenpfad mit Gedichten

Weihnachtswald Walter Hieber und Manfred Krautter haben auch in Welzheim im Schulterschluss mit der dortigen Stadtverwaltung gewirbelt. In der Limesstadt verwandelt sich der Wald in ein kleines Weihnachtswunderland. Auch dort lässt sich der gestaltete Weg bis 9. Januar auf eigene Faust in der Familie oder im kleinen Grüppchen erleben. Beim Weihnachtswald steht Festliches im Mittelpunkt. Beispielsweise werden eine (Nuss-)Knacker-WG, Nikoläuse und Krippenspiele ins Szene gesetzt und der Poetenpfad im Stadtpark, der sich im Vorjahr so bewährt hat, ist wieder mit weihnachtlichen Gedichten bestückt. Hieber und Krautter setzen auch in Welzheim auf die Dekolust der Gäste. Auf die warten zudem Geschichten, Spiele, Kreatives, Süßes und Überraschungen.

Startpunkt Los geht es beim Wanderparkplatz „Mammutbäume“ am Stadtpark beziehungsweise Tannwald (weitere Parkplätze Richtung Stadtmitte). Von dort ist die Strecke, die auch mit geländegängigen Kinderwagen befahrbar ist, ausgeschildert. Sollten mal mehr Besucherinnen und Besucher unterwegs sein, gilt auch dort die Bitte, auf Abstand und Hygieneregeln zu achten.

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Erstellt:
23. Dezember 2021, 16:00 Uhr

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