Wirbel um Impfangebot des Sonnenhofs

Laut einem Online-Portal soll das Hotel Gäste mit Coronaimpfungen geködert haben, die Betreiber widersprechen dieser Darstellung.

Übernachtung mit Frühstück und Impfung kann man im Sonnenhof nicht buchen. Einigen Gästen hat das Hotel aber Termine in einer Arztpraxis vermittelt. Archivfoto: A. Becher

© Alexander Becher

Übernachtung mit Frühstück und Impfung kann man im Sonnenhof nicht buchen. Einigen Gästen hat das Hotel aber Termine in einer Arztpraxis vermittelt. Archivfoto: A. Becher

Von Kornelius Fritz

ASPACH. Lockt das Hotel Sonnenhof in Kleinaspach seine Gäste mit Terminen für eine Coronaimpfung? Diesen Eindruck erweckt ein Artikel, der am Mittwoch im Internetportal t-online veröffentlicht wurde. Unter der Überschrift „Wie Andrea Bergs Mann Geld mit Impfterminen macht“ wird darin behauptet, das Hotel Sonnenhof biete Gästen, die mindestens zwei Nächte buchen, quasi als Dreingabe einen Impftermin in einer Arztpraxis an. Die Hotelgäste könnten dabei sogar frei wählen zwischen den Impfstoffen von Biontech, Astrazeneca und Johnson&Johnson.

In dem Artikel wird auch der Medizinethiker Georg Marckmann von der Universität München zitiert, der ein solches Angebot scharf kritisiert. Die Entscheidung, wer den noch immer knappen Impfstoff bekomme, dürfe nicht von sachfremden Überlegungen wie der Buchung eines Hotelaufenthalts beeinflusst werden. Grundsätzlich gibt es für Ärzte allerdings schon seit Mitte Mai keine Vorgaben mehr, wen sie zuerst impfen, in den Impfzentren wurde die Priorisierung Anfang dieser Woche aufgehoben.

Sonnenhof-Geschäftsführerin Katrin Boysen-Ferber erklärte gestern auf Nachfrage, die Darstellung in dem Artikel sei falsch. Die Arztpraxis, die auch Coronaschnelltests im Sonnenhof durchführe, habe lediglich angeboten, Impfdosen, die sie nicht für eigene Patienten benötige, den Hotelgästen zur Verfügung zu stellen. „Wenn Impfstoff da ist, sollte er doch auch verimpft werden“, sagt Boysen-Ferber. Der Sonnenhof habe lediglich Anfragen weitergeleitet und keinesfalls Coronaimpfungen als Zusatzleistung zur Hotelbuchung verkauft. Anfragen seien auch nur von wenigen Hotelgästen gestellt worden, weshalb die Weiterleitung inzwischen eingestellt worden sei, ergänzt Boysen-Ferber. Von der Homepage des Sonnenhofs wurde ein Hinweis auf das Angebot inzwischen gelöscht.

Das Erlebnishotel Sonnenhof hatte in den vergangenen Monaten massiv unter der Coronapandemie zu leiden. Eine der Betreibergesellschaften musste sogar ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlaufen, das mittlerweile erfolgreich abgeschlossen wurde (wir berichteten). Seit 1. Juni ist das größte Hotel im Rems-Murr-Kreis nun auch wieder für touristische Übernachtungen geöffnet und bietet seinen Gästen inzwischen auch schon ein abgespecktes Unterhaltungsprogramm an. In den nächsten Jahren soll sich der vor allem als Partylocation bekannte Sonnenhof aber mehr zu einem Wellnesshotel entwickeln.

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Erstellt:
11. Juni 2021, 06:00 Uhr

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