Neuer SCHUFA-Score

Wird die Bonität jetzt schlechter bewertet?

Die SCHUFA hat ihr Bewertungssystem überarbeitet. Offiziell soll alles transparenter und fairer werden. Doch im Netz wächst die Kritik. Viele berichten von schlechteren Werten.

Wird der neue Schufa Score schlechter als zuvor?

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Wird der neue Schufa Score schlechter als zuvor?

Von Katrin Jokic

Mit dem neuen SCHUFA-Score will die Auskunftei für mehr Transparenz sorgen. Erstmals können Verbraucher nachvollziehen, wie ihre Bonität zustande kommt. Gleichzeitig stellt sich für viele die zentrale Frage: Wird mein Score jetzt schlechter?

Die Daten der SCHUFA geben zunächst Entwarnung: Für rund 83 Prozent der Menschen bleibt die Einstufung gleich. Neun Prozent verbessern sich sogar, während sich acht Prozent verschlechtern – meist nur um eine Kategorie. Für die meisten ändert sich also wenig. Trotzdem sorgt die Umstellung für Diskussionen.

Bleibt der Score gleich oder wird er schlechter?

Ein direkter Vergleich mit dem früher bekannten Basisscore ist laut Schufa nicht sinnvoll, da dieser nie in echten Entscheidungen verwendet wurde. Entscheidend ist der Vergleich mit dem bisherigen Bankenscore.

Hier zeigt sich: Die große Mehrheit bleibt stabil. Selbst bei einer Verschlechterung handelt es sich meist nur um eine leichte Anpassung. Zudem gilt: Der SCHUFA-Score ist nur ein Baustein. Banken berücksichtigen auch Einkommen, Sicherheiten und weitere Faktoren.

Was sich beim neuen SCHUFA-Score geändert hat

Der neue Score reagiert auf verändertes Verhalten im Alltag. So spielt etwa die Anzahl der Girokonten keine Rolle mehr. Auch mehrere Anfragen innerhalb kurzer Zeit werden fairer behandelt und nicht mehrfach negativ gewertet.

Grundsätzlich gilt: Wer aktiv am Finanzleben teilnimmt und seine Verpflichtungen zuverlässig erfüllt, kann profitieren. Wer hingegen nur wenige Daten bei der SCHUFA hinterlässt, könnte tendenziell etwas schlechter bewertet werden, weil die Einschätzung schwieriger ist.

Kritik im Netz: „Flexibilität wird bestraft“

Auf Social Media fällt die Reaktion deutlich kritischer aus. Viele Nutzer berichten, dass ihr Score gesunken sei und sehen vor allem strukturelle Probleme.

Ein häufiger Vorwurf: Wer häufig umzieht, Konten wechselt oder flexibel Verträge abschließt, werde benachteiligt. Einige Nutzer kritisieren, dass Stabilität über viele Jahre stark belohnt wird, während typische Lebensrealitäten – etwa Jobwechsel oder günstigere Anbieter – negativ wirken könnten.

Andere sehen das Modell als zu stark auf langfristige Lebensläufe ausgerichtet. Gerade jüngere Menschen hätten es schwer, hohe Werte zu erreichen, weil viele Kriterien erst nach zehn oder sogar 20 Jahren ihre volle Wirkung entfalten.

Warum der neue SCHUFA-Score anders wirkt

Ein Grund für die Verunsicherung vieler Verbraucher liegt in der veränderten Darstellung des Scores. Beim früher bekannten Basisscore lagen viele Menschen in sehr hohen Bereichen – häufig bei über 95 Prozent. Die Unterschiede zwischen einzelnen Personen waren dadurch vergleichsweise gering.

Der neue SCHUFA-Score verteilt die Bewertungen stärker über die gesamte Skala. Die Werte sind weniger „gebündelt“ im oberen Bereich, sondern differenzierter abgestuft. Dadurch werden Unterschiede in der Bonität deutlicher sichtbar.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sich die tatsächliche Kreditwürdigkeit verschlechtert hat. Vielmehr wird sie feiner abgebildet. Ein scheinbar niedrigerer Wert kann also auch darauf zurückzuführen sein, dass der Score heute genauer zwischen verschiedenen Risikostufen unterscheidet.

Für Verbraucher heißt das: Ein direkter Vergleich alter Prozentwerte mit dem neuen Score ist nur eingeschränkt sinnvoll. Entscheidend ist vielmehr, in welcher Score-Klasse man eingeordnet wird und ob sich diese im Vergleich zum bisherigen Bankenscore verändert hat.

Meist stabil – aber nicht für alle gleich

Unterm Strich zeigt sich ein gemischtes Bild. Für die große Mehrheit der Verbraucher bleibt der SCHUFA-Score stabil, einige profitieren sogar von der neuen Berechnung. Gleichzeitig gibt es Kritik, vor allem von Menschen mit weniger stabilen oder noch jungen Finanzhistorien.

Der neue Score ist transparenter als zuvor, aber er macht auch deutlicher, welche Faktoren langfristig zählen. Wer seine Finanzen im Griff hat, regelmäßig zahlt und nicht unnötig viele Kredite aufnimmt, hat wohl weiterhin gute Chancen auf eine solide Bewertung.

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Erstellt:
17. März 2026, 11:44 Uhr

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