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Wirecard-Chef räumt Fehler in Buchhaltung ein

Dax-Konzern will Gesetzesverstöße durch mehr Kontrolle verhindern

aschheim /DPA/RTR - Nach den Kursgewittern der vergangenen Monate will der Dax-Konzern Wirecard Börsenspekulanten keine Angriffsflächen mehr bieten. Vorstandschef Markus Braun räumte bei der Bilanzvorlage Qualitätsmängel in der Buchhaltung des kleinen Geschäftsbereichs Software und Softwarelizenzen ein, nicht jedoch kriminelle Absichten der beteiligten Mitarbeiter in Singapur: „Wir haben keinerlei Anzeichen für vorsätzliches Verhalten gefunden.“

Eine Taskforce soll sicherstellen, dass sich Verstöße nicht wiederholen. Ungeachtet dessen geht die Spitze des mit zwei Milliarden Euro Umsatz kleinsten Dax-Konzerns von rekordverdächtigem Wachstum in den nächsten Jahren aus. Negativberichte der Londoner „Financial Times“ („FT“) über Falsch- und Fehlbuchungen von Wirecard-Mitarbeitern in Singapur hatten dramatische Kursverluste der Aktie zur Folge.

Die von Wirecard in Auftrag gegebene Untersuchung einer Singapurer Anwaltskanzlei ergab, dass es in dem südostasiatischen Inselstaat Gesetzesverstöße gegen Bilanzierungsvorschriften im einstelligen Millionenbereich gab; aber weniger gravierend als in den „FT“-Berichten dargestellt. Im Geschäftsbericht erteilten die Wirtschaftsprüfer Wirecard ein uneingeschränktes Testat für 2018. Die Ergebnisse der Untersuchungen erforderten keine Korrekturen an den Geschäftszahlen, schrieben die Prüfer von EY. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass sich das infolge der laufenden Ermittlungen der Behörden in Singapur ändern könnte.

Sowohl die Münchner Staatsanwaltschaft als auch die Finanzaufsicht Bafin gehen davon aus, dass es eine gezielte – und illegale – Attacke von Börsenspekulanten gab, und haben daher Ermittlungen eingeleitet. „Haben wir Fehler gemacht? Natürlich“, sagte Braun. Hauptgeschäft von Wirecard ist die Abwicklung bargeldlosen Bezahlens sowohl online als auch in Geschäften. Das auf der Wirecard-Plattform abgewickelte Transaktionsvolumen stieg 2018 um gut 37 Prozent auf 124,9 Milliarden Euro. Davon zieht Wirecard Gebühren für die Abwicklung und Absicherung ein. In diesem Jahr rechnet das Unternehmen damit, den operativen Gewinn von 560 auf 740 bis 800 Millionen Euro steigern zu können. Das wäre erneut ein Plus von einem Drittel oder mehr.

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Erstellt:
26. April 2019, 03:12 Uhr

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