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Wo die Bachl rumlaufen

Täglich neu: Landestypisches für Einheimische und Reigschmeckte

Passend zum närrischen Faschingsdienstag lassen wir Marlies Fessler aus Mühlacker zu Wort kommen: „Ich entstamme einer gut katholischen Bäckerfamilie, die ganz sicher niemanden bewusst betrogen hat. Aber einmal ist es doch passiert: an Fasching. Da haben wir auf der Straße Fastnachtskrapfen an die Zuschauer des Faschingsumzugs verkauft. Wir hatten ein Plakat dabei. Auf dem stand: Fastnachtskrapfen: Stück 10 Pfennige, 2 Stück 25 Pfennige, also riefen wir: ,Stück an Groschen, zwei Stück fünfundzwanzig!‘ Kein Mensch reklamierte oder rechnete nach, und wir hatten nachmittags mehr Geld in der Kasse als bei der Kalkulation ermittelt worden war.

Als mein Vater abends selbst drauf gekommen ist, hat er sich geschämt, und der Rest der Familie hat ihn ausgelacht. Noch Jahre später war bei uns das geflügelte Wort für Preiskalkulationen: ,Stück an Groschen, zwei Stück fünfundzwanzig‘ – besonders bei Familienfesten, wenn so alte Geschichten aufgewärmt wurden.“

Apropos Mühlacker. Siegfried Fetzer aus Mühlacker erzählt: „Zwischa dera großa Kreisstadt Millaker, dia no grad em Württembergischa liegt, und dem em badischa Ort Dürrn liegt an aufstrebender Ort; zo dene Aiwohner secht mear ,Bachel‘ des isch dene ihr Ohnama. Awer die sagt: ,Ja, zu ons secht mer Bachel, awer wo anerscht lafetse rom!‘“

Aline Groß aus Stuttgart-Weilimdorf erinnert sich: „Heut isch wieder Fasnetstag, mae Muader bacht Küachla ond do drzua geit’s a Kompott vo dörrte Zwetschga ond Biraschnitz, dös isch ebbes sau­guats, ond i hans net verwarta könna ond ben henters Kächele ganga, no hot se me verdwischt no hot se me verschlaga, mit hagebüchnem Reis. I ko’s euch net versaga, wia i nei Bückele beißt. Ond mei Muader bacht heut Küachla, dia Küachla sen so kloi, mei Vatter der Denger mit seine Dreckfenger frisst älle alloi. ,Muasch net heula‘, hot d’Muater gsait, ,’s Johr isch bald rom ond no geit’s wieder neue Küachla. Do kriagsch no sicher a baar drvo, i heb’s für di uff.‘“

Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Herbert Wuschack aus Schönaich: „A Bäuerle hot amol wella, voller Testoschteron sei Weib beglicka. Doch sui hot am brüsk Bscheid geba: ,Jetz gosch naus ond fegschd so lang da Hof, bis’s wieder vrsurrt isch.“ (jan)

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Erstellt:
5. März 2019, 03:04 Uhr

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