Urlaub 2026
Worauf es bei Thailand-Reisen jetzt ankommt
Ein Aufenthalt im „Land des Lächelns“ ist derzeit nicht ungetrübt möglich. Der Transit über Nahost-Drehkreuze war oder ist blockiert – was das Auswärtige Amt zur Lage sagt.
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Similan-Insel vor Thailand.
Von Michael Maier
Aufgrund der geopolitischen Situation stellen sich viele Reisende die Frage, ob ein Urlaub in Thailand derzeit möglich ist. Der Luftraum über den wichtigen Asien-Drehkreuzen Doha (Katar) und Dubai/Abu Dhabi (VAE) könnte durch den Waffenstillstand bald wieder geöffnet werden oder zumindest mehr Slots bekommen als derzeit im minimalen Teilbetrieb, heißt es in arabischen Medien am Persischen Golf. Das hängt aber auch vom Verlauf der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Islamabad (Pakistan) ab.
Laut aktuellen Berichten bleibt der Luftraum über den Vereinigten Arabischen Emiraten noch bis Montag, 13. April, mindestens zum Teil geschlossen. Für Katar wird der 23. April als möglicher Stichtag genannt, nach dem es wieder losgehen könnte.
Deutsche Reisewarnungen bislang unverändert
Die deutschen Reisewarnungen am Persischen Golf bleiben vorerst in Kraft: „Der ressortübergreifende Krisenstab der Bundesregierung tagt anlassbezogen im Auswärtigen Amt, zuletzt vorgestern“, hieß es am 9. April auf Anfrage unserer Redaktion. Man beobachte die Lage in der Region weiterhin sehr genau. Die Reise- und Sicherheitshinweise würde fortlaufend aktualisiert.
In Thailand selbst gilt indes eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amtes. Diese betrifft speziell das Grenzgebiet zu Kambodscha (50 Kilometer zum Grenzverlauf), einschließlich der vor der Küste der Provinz Trat liegenden Inseln (Ko Chang, Ko Mak und Ko Kut).
Teilreisewarnung für Thailand
Grund dafür sind militärische Auseinandersetzungen, die im Juli 2025 und erneut im Dezember 2025 stattfanden. Obwohl sich beide Länder auf eine Waffenruhe verständigt haben, bleiben die Grenzübergänge geschlossen, und eine erneute Eskalation kann nicht völlig ausgeschlossen werden, zumal Kambodscha als gescheiterter Staat gilt, in dem die organisierte Kriminalität und skrupellose Politiker das Sagen haben.
In den betroffenen thailändischen Provinzen entlang der Grenze zu Kambodscha wurde das Kriegsrecht verhängt. Außerdem wird von Reisen in die südlichen Provinzen Narathiwat, Yala und Pattani sowie in Teile von Songkhla dringend abgeraten, da es dort regelmäßig zu Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen kommt.
Keine Reisewarnung für Phuket oder Bangkok
Abseits dieser Gebiete ist Thailand für Touristen weiterhin sicher. Die bekannten Urlaubsregionen wie Phuket, Bangkok, Chiang Mai und die meisten Inseln sind von der Teilreisewarnung nicht betroffen.
Die zentrale Herausforderung für Thailand-Reisende liegt derzeit nicht im Land selbst, sondern auf dem Weg dorthin. Seit dem Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar 2026 ist die Luftverkehrssituation im Nahen Osten massiv beeinträchtigt.
Die wichtigsten Umsteigeflughäfen im Golf-Raum (Dubai, Abu Dhabi, Doha) sind stark eingeschränkt oder teilweise geschlossen. Zahlreiche Staaten im Nahen Osten haben ihren Luftraum teilweise oder vollständig gesperrt. Reisewarnungen des Auswärtigen Amts für den Transit gelten vorerst weiter – mindestens solange sich der Waffenstillstand nicht stabilisiert hat.
Thailand nur eingeschränkt erreichbar
- Die üblichen Transit-Routen über Golf-Hubs sind momentan stark eingeschränkt oder nicht möglich.
- Airlines müssen auf längere Alternativrouten ausweichen oder Flüge streichen.
- Die Flugpreise nach Thailand haben sich zum Teil verdreifacht.
Hinzu kommen drastisch gestiegene Kerosinpreise. Der globale Durchschnittspreis für Jet Fuel liegt aktuell bei etwa 200 US-Dollar pro Barrel – und dürfte nur langsam sinken. Dies wirkt sich besonders stark auf Langstreckenflüge wie jene nach Thailand aus.
Tourismus in Thailand
Trotz der Anreiseschwierigkeiten ist Thailand keineswegs abgeschnitten. In den ersten beiden Monaten 2026 konnte das Land noch 6,54 Millionen internationale Besucher begrüßen. Die Tourismusbehörde TAT rechnet mit einem Rückgang der erwarteten Besucherzahlen für 2026 um etwa 10 Prozent (von 36,7 auf 33 Millionen).
Die thailändische Regierung hat auf den Iran-Krieg reagiert und Hilfsmaßnahmen für gestrandete Touristen koordiniert, darunter ein „Tourist Assistance Center“ am Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok.
Einreisebestimmungen für Thailand
Für touristische Aufenthalte gelten folgende Regelungen:
- Visumfreie Einreise bis zu 60 Tage möglich (Verlängerung um weitere 30 Tage vor Ort möglich)
- Der Reisepass muss mindestens 6 Monate über den Einreisezeitpunkt hinaus gültig sein
- Seit Mai 2025 ist die digitale „Thailand Digital Arrival Card“ (TDAC) vor Ankunft auszufüllen
Es gibt keine besonderen gesundheitlichen Anforderungen oder Pflichtimpfungen bei direkter Einreise aus Deutschland.
Wichtig: Einreisende ohne Visum oder mit Touristenvisum müssen bei der Einreise ausreichende Barmittel nachweisen: mindestens 20.000 Baht (rund 550 Euro) pro Person oder 40.000 Baht (rund 1.100 Euro) pro Familie. Der entsprechende Betrag kann auch in anderen Währungen (etwa Euro oder US-Dollar) mitgeführt werden. Es kommt vereinzelt zu Stichproben, vor allem bei Reisenden, die häufig als Touristen einreisen oder länger bleiben.
Ausländische Staatsangehörige sind verpflichtet, ihre Ausweise stets mit sich zu führen. In Teilen der Provinzen Trat und Sakeo gelten zudem nächtliche Ausgangssperren.
Tipps für Thailand-Reisen (April 2026)
Wer aktuell eine Thailand-Reise plant, sollte folgende Punkte beachten:
- Direktflüge bevorzugen: Wenn möglich, direkte Nonstop-Verbindungen von europäischen Carriers oder Thai Airways buchen.
- Alternative Drehkreuze nutzen: Umsteigeverbindungen über ostasiatische Hubs wie Singapur, Tokio, Seoul oder Hongkong sind derzeit mit am zuverlässigsten.
- Bei Buchungen über Golf-Airlines mit hoher Unsicherheit, kurzfristigen Änderungen oder Stornierungen rechnen.
- Mit höheren Flugpreisen und Kerosinzuschlägen kalkulieren.
- Flex-Tarife mit kostenfreien Umbuchungsoptionen wählen, auch wenn diese teurer sind.
- Bei Umsteigeverbindungen großzügigen Zeitpuffer einplanen.
- Auf eine umfassende Reiseversicherung mit gutem Stornoschutz achten.
- Prüfen, ob die Reiserücktrittsversicherung auch bei Störungen im internationalen Flugverkehr greift.
- Sich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts ELEFAND eintragen (kostenfrei online und per App).
- Regelmäßig die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes konsultieren.
Wer flexibel ist, ausreichend Budget einplant und auf direkte Verbindungen oder alternative Umsteigemöglichkeiten setzt, kann dennoch einen Thailand-Urlaub realisieren. Die beliebten Touristenregionen sind weiterhin sicher zu bereisen.
