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X wie Xälz: Ein Rekordversuch für Streuobstwiesen

dpa/lsw Stuttgart. Süß und fruchtig: Mit einem Brotaufstrich wollte man im Südwesten vor ein paar Jahren ins Buch der Rekorde - vor allem aber für den Schutz eines Kulturguts werben.

Helfer schmieren beim Weltrekordversuch die letzten Meter des „Gsälz-Brotes“. Foto: picture alliance/dpa/Archivbild

Helfer schmieren beim Weltrekordversuch die letzten Meter des „Gsälz-Brotes“. Foto: picture alliance/dpa/Archivbild

Vielen Menschen begegnet es jeden Morgen: Das Xälz oder Gsälz. Als süßer Brotaufstrich darf Konfitüre - wie Xälz ins Hochdeutsche übersetzt werden kann - beim Frühstück auch für zahlreiche Baden-Württemberger nicht fehlen. Mit ganz viel Xälz wollte man es vor ein paar Jahren sogar ins Guinness-Buch der Rekorde schaffen: 2016 wurden in Stuttgart mehr als 1000 einzelne Brotscheiben auf knapp 130 Metern Länge aneinandergereiht und mit mehr als 15 Kilo Zwetschgen- und Erdbeeraufstrich geschmiert.

Die Akademie für Natur- und Umweltschutz, die Universität Hohenheim und Verbände wollten mit der Aktion auf den Zusammenhang zwischen Konsum und Landschaftsschutz aufmerksam machen: Denn wer sich für Marmelade statt Nuss-Nougat-Creme auf dem Brot entscheide, trage zum Erhalt der Streuobstwiesen in Baden-Württemberg bei.

Ins Buch der Rekorde schafften es die Gsälz-Brote zwar nicht. „In London, wo man die Rekorde anmeldet, haben sie nicht kapiert, was „Gsälz“ ist“, erklärten die Veranstalter damals mit einem Schmunzeln. Bisher habe er aber noch von keinem größeren Gsälz-Brot gehört, sagte der Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg, Claus-Peter Hutter.

Auf die Schreibweise mit X schwören übrigens viele Einheimische: Xälz schreibe man mit X genauso wie Xondheit (Gesundheit). Je nach Region im Südwesten kommen die eingemachten Früchte übrigens auch als Schlegg, Schlecksl, Gutzi, Gützeli, Gueds oder I’gmachts aufs Weckle.

Mit dem bayerischen Geselchten darf Xälz auf keinen Fall verwechselt werden - denn damit ist im Nachbarland Pökelfleisch oder Rauchfleisch gemeint. Badener und Württemberger nutzen das Wort Xälz auch in einem anderen Zusammenhang: Der Xälzbär kann als Kosewort liebevoll gemeint sein, aber manchmal auch etwas abwertend.

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Erstellt:
28. August 2020, 08:39 Uhr

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