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Zahnärzte: Einschränkungen immer wieder überprüfen

dpa/lsw Stuttgart. Die Zahnärzte im Südwesten sehen sich übermäßig reglementiert. Sie wollen in absehbarer Zeit wieder ganz normal arbeiten.

Ein Zahnarzt behandelt einen Patienten. Foto: Markus Scholz/dpa/Illustration

Ein Zahnarzt behandelt einen Patienten. Foto: Markus Scholz/dpa/Illustration

Die Zahnärzte im Südwesten dringen darauf, dass die Einschränkungen für ihren Berufsstand mittelfristig abgeschafft werden. „Die gemeinsam mit dem Sozialministerium beschlossenen Hinweise zur Auslegung der Corona-Verordnung helfen der Zahnärzteschaft in Baden-Württemberg in ihrem Arbeitsalltag, müssen aber immer wieder überprüft werden“, sagte Kammerpräsident Torsten Tomppert am Mittwoch in Stuttgart. Die Beschränkungen für den Berufsstand in Baden-Württemberg seien mit die strengsten unter den Bundesländern.

Das Gesundheitsministerium hatte am Gründonnerstag erlassen, dass nur Notfälle behandelt werden dürfen. Dies sei nicht abgestimmt und für die Kammer überraschend gewesen, sagte Tomppert. Die FDP-Landtagsfraktion hatte von einem faktischen Berufsverbot für Zahnärzte gesprochen.

In einer nach dem Protest der Zahnärzte überarbeiteten und von Ministerium und Zahnärztevertretern abgestimmten Version von Anfang der Woche heißt es, medizinisch notwendige Behandlungen seien erlaubt. Bei der Kammer häufen sich nun Anfragen, was das konkret bedeutet.

Die Zahnärzte litten unter einem Rückgang des Patientenaufkommens von 50 bis 60 Prozent. Die Kammer vertritt die Interessen von 12 000 Zahnärzten in Baden-Württemberg.

Unter die notwendigen Behandlungen fällt aus Sicht des Kammerpräsidenten Tomppert auch Vorsorge. Diese stehe nicht im Widerspruch zur Verordnung des Landes. Sie sei notwendig, um Behandlungsbedarf feststellen und eventuelle Schäden verhindern zu können. Die Zahnsteinentfernung könne auch mit Handinstrumenten statt mit Ultraschall vorgenommen werden. Die Verordnung sieht vor, dass wegen Infektionsschutz bestimmte Geräte nicht benutzt werden sollen, darunter Ultraschallhandstücke und Pulverstrahlgeräte.

Der Infektionsschutz werde bei Zahnärzten schon immer großgeschrieben, betonte Tomppert. „Mundschutz und Handschuhe sind mir praktisch angewachsen“, sagte der Zahnarzt aus dem Großraum Stuttgart mit Blick auf andere Infektionen wie etwa HIV. Die Kammer selbst versuche, unterstützt von Landkreisen und Ministerium, den notwendigen Nachschub an Schutzausrüstung für die sich leerenden Lager der Zahnärzte zu besorgen. Der Hauptübertragungsweg für das Coronavirus ist die Tröpfcheninfektion.

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Erstellt:
15. April 2020, 11:49 Uhr

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