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Zehntausende Narren feiern in den Innenstädten

dpa/lsw Stuttgart. Noch einmal die bunten Klamotten und die Masken an, noch einmal die Musik auf volle Lautstärke gedreht und ab mit Gedöns durch die Straßen der Innenstädte: Die Narren im Südwesten haben am Faschingsdienstag die fünfte Jahreszeit hochleben lassen.

Blick auf die Verkleidung eines Narren bei einem Fastnachtsumzug. Foto: Ronald Wittek/dpa/Archivbild

Blick auf die Verkleidung eines Narren bei einem Fastnachtsumzug. Foto: Ronald Wittek/dpa/Archivbild

Zehntausende Narren haben am Dienstag mit Faschingsumzügen in mehreren baden-württembergischen Städten den Abschluss der fünften Jahreszeit gefeiert. Mehr als 50 Faschingsgruppen, darunter Garden, Tanzmariechen, Wagen, Masken- und Musikgruppen, zogen am Nachmittag durch die Stuttgarter Innenstadt Richtung Schloss. Dort herrschte auch in diesem Jahr Konfettiverbot - wegen der hohen Reinigungskosten.

In Karlsruhe standen pünktlich um 14.11 Uhr 80 Zugnummern in Reih' und Glied bereit für den Zug unter dem Motto „Karlsruh's Umzug zieht famos, schon 8x11 durch d' Kaiserstroß!“. Die Narren trotzten dabei dem Regen mit Humor, Konfetti und Kamelle. Auch in Heidelberg, Gundelsheim (Kreis Heilbronn) und Ellwangen (Ostalbkreis) zogen die Fastnachtsfreunde durch die Straßen.

Überschattet wurden die Feiern vom Vorfall im hessischen Volkmarsen und vom mutmaßlich rassistischen Anschlag in Hanau. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte beim traditionellen Froschkutteln-Essen in Riedlingen (Kreis Biberach): „Die Fastnacht gehört zum Leben dazu. Und wenn wir das alles ließen, dann machen wir das, was die wollen: unseren Lebensstil ändern.“

In Hanau hatte ein 43 Jahre alter Deutscher in der Nacht zum vergangenen Donnerstag neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Der Sportschütze soll auch seine 72 Jahre alte Mutter und sich selbst getötet haben. In Volkmarsen war ein Autofahrer beim Rosenmontagszug in die Menschenmenge gerast und hatte mehr als 50 Menschen verletzt.

Die Narrenzunft Gole gedachte zu Beginn des Froschkutteln-Essens der Opfer von Hanau mit einer Schweigeminute. „Das schockt uns alle“, sagte der Zunftmeister Thomas Maichel. „Aber unser historisches Brauchtum und unsere Gesellschaft lassen sich nicht einschüchtern.“ Das Essen gehört zu den Höhepunkten der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. In dem Gericht ist allerdings nicht das, was der Name vermuten lässt: Es handelt sich um eine Mischung unter anderem aus Rinderpansen, Rinderherz, Rinderleber und Rindernieren.

Kretschmanns Stellvertreter, Innenminister Thomas Strobl (CDU), empfing Hunderte Karnevalisten im Neuen Schloss in Stuttgart. Dem Anlass entsprechend hielt er eine närrische Rede in Reimform und kommentierte auch die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus: „Corona hält uns Wochen in Bann, ein Virus, der sich schnell verbreiten kann.“ Im Anschluss feierte Strobl mit den Delegationen der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalsvereine, des Narrenrings Main-Neckar sowie des Landesverbandes Württembergische Karnevalvereine.

Pech hatten die Narren in Baden-Baden: Ihnen machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. „Nach einem Treffen mit der Feuerwehr, Polizei und Stadt wird der Umzug aufgrund der Wetterprognose für heute Mittag abgesagt“, twitterte der Veranstalter, der Ooser Carneval-Verein. Der Deutsche Wetterdienst erwartete länger anhaltenden Regen und frischen Wind mit steifen Böen. Rund 80 Gruppen hatten sich für den Umzug in der Kurstadt gemeldet. Vonseiten der Behörden hätten keine Bedenken bestanden, teilte die Stadt mit.

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Erstellt:
25. Februar 2020, 16:12 Uhr

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