Zeitungsverleger: Anzeigenmarkt weiter unter Druck

dpa Reutlingen/Ulm. Die Zeitungsverleger in Baden-Württemberg rechnen auch für das kommende Jahr mit großen Problemen auf dem Anzeigenmarkt. In den vergangenen Monaten seien die Anzeigenerlöse wegen der Corona-Krise um bis zu 60 Prozent eingebrochen, sagte der Verbandsvorsitzende Valdo Lehari jr. der Deutschen Presse-Agentur. „Da kehrt langsam eine gewisse Normalität zurück, aber man ist immer noch weit entfernt von den Erlösen vor der Pandemie.“

Valdo Lehari jr., Vorsitzender des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger. Foto: picture alliance/Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

Valdo Lehari jr., Vorsitzender des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger. Foto: picture alliance/Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

Große Anzeigenkunden wie der Einzelhandel und die Automobilindustrie seien schwer unter Druck, ebenso die Bereiche Veranstaltungen, Restaurants und Gaststätten. In den meisten Verlagen gebe es noch Kurzarbeit, wenn auch teilweise sehr reduziert, erklärte Lehari. „Man muss damit rechnen, dass das auch im nächsten Jahr so sein wird.“

Der Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger, Mathias Döpfner, hatte am vergangenen Dienstag eine dauerhaft geringere oder sogar ganz gestrichene Mehrwertsteuer für Medienprodukte vorgeschlagen. Aus Sicht von Lehari, Verleger des „Reutlinger General-Anzeigers“, eine gute Idee, aber die Frage sei: „Wer profitiert davon? Wenn die Mehrwertsteuer auf Null runtergeht, könnte die Forderung aufkommen: Das Abo muss entsprechend günstiger werden.“

Der Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) vertritt seit 67 Jahren die beruflichen und wirtschaftlichen Interessen der Zeitungsverlage in Baden-Württemberg. Er will sich nun für rein digitale Unternehmen öffnen. Auch Blogger und andere Digitalpublisher sollen dem Verband beitreten können - ein Thema bei der Jahrestagung an diesem Freitag in Ulm.

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Erstellt:
18. September 2020, 07:57 Uhr

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