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Zickzackkurs gegen den Schleichverkehr

Markierungen sollen Autos im Wohngebiet beim Backnanger Stadtfriedhof abbremsen – Das sorgt zunächst für Verwirrung

Die Straßen rund um den Backnanger Stadtfriedhof sind eigentlich ein ruhiges Wohngebiet. Doch in den vergangenen Monaten häuften sich die Klagen der Anwohner über zunehmenden Schleichverkehr und Autofahrer, die dasTempolimit ignorieren. Nun hat dieStadt reagiert: Neue Markierungen sollen den Verkehr bremsen.

Sperrflächen und Parkbuchten sollen die Autofahrer in der Ludwig-Richter-Straße zwingen, ihre Geschwindigkeit zu reduzieren. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Sperrflächen und Parkbuchten sollen die Autofahrer in der Ludwig-Richter-Straße zwingen, ihre Geschwindigkeit zu reduzieren. Foto: A. Becher

Von Kornelius Fritz

Wenn sich die Autos im Berufsverkehr in der Eugen-Adolff-Straße, der Blumenstraße und der Stuttgarter Straße stauen, glaubt mancher, mit einer Fahrt durchs Wohngebiet Zeit sparen zu können. Diese Rechnung geht aber nur deshalb auf, weil sich viele nicht an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde halten. „Bei Geschwindigkeitsmessungen haben wir festgestellt, dass im gesamten Quartier zu schnell gefahren wird“, berichtet Ordnungsamtsleiterin Gisela Blumer.

Als die Eugen-Adolff-Straße im Sommer wegen Abrissarbeiten für mehrere Wochen gesperrt war, habe sich die Situation dann noch einmal verschärft. Blumer berichtet von einem „intensiven Ausweichverkehr“ durch das Wohngebiet. Anwohner Wilfried Baum kann das bestätigen: „Die Autos sind hier mit Tempo 50 und schneller vorbeigeschossen.“ Wenn er von der Kantstraße in die Schönblickstraße abbiegen wollte, habe er trotz Vorfahrt hupen müssen, damit ihn die anderen Verkehrsteilnehmer überhaupt wahrnehmen.

Schilder sollen Klarheit schaffen

Deshalb hat die Stadt nun gehandelt und Anfang August in der Eichendorffstraße, der Ludwig-Richter-Straße und im Einmündungsbereich Friedrich-List-Straße/Hasenhälde neue Markierungen angebracht. Unter anderem wurden abwechselnd auf beiden Straßenseiten Parkbuchten eingezeichnet. Sie zwingen die Autofahrer nun dazu, im Zickzack zu fahren. Kommen sich zwei Fahrzeuge entgegen, muss eines warten.

Zusätzlich wurden die Einmündungen durch Sperrflächen optisch verengt. So soll verhindert werden, dass Autofahrer mit zu hohen Geschwindigkeiten einfach „durchbrettern“ können. In der Praxis habe die neue Verkehrsregelung in den ersten Wochen allerdings zu einem ziemlichen Chaos geführt, berichtet Wilfried Baum. „Viele Autofahrer haben auch weiterhin außerhalb der markierten Flächen geparkt“, erzählt der Anwohner. So habe es in den Straßen zahlreiche Engstellen gegeben, an denen zwei Autos nicht aneinander vorbeifahren konnten. „Da kam es laufend zu Auseinandersetzungen“, berichtet Baum, der beobachtet hat, wie die Autofahrer zum Teil über
20 Meter rückwärts fuhren oder über den Gehweg auswichen. „Der Bürger weiß nicht, wie er sich zu verhalten hat“, beklagt der Anwohner. Schließlich stehe nirgends, dass das Parken außerhalb der markierten Buchten verboten sei.

Gisela Blumer räumt ein, dass die Verkehrsberuhigung in den ersten Wochen noch nicht optimal gelaufen ist. Zwar sei die Rechtslage auch bisher schon eindeutig, denn Markierungen hätten laut Straßenverkehrsordnung dieselbe Verbindlichkeit wie Schilder. Wer außerhalb der markierten Flächen parkt, begeht also eine Ordnungswidrigkeit. Weil dies aber offenbar nicht jeder weiß, werden noch diese Woche zusätzlich Schilder aufgestellt, die das Gebiet als „Parkverbotszone“ ausweisen, ergänzt um den Hinweis „Parken in gekennzeichneten Flächen“. Missverständnisse sollten damit künftig ausgeschlossen sein. Wer dennoch falsch parkt, muss mit einem Strafzettel rechnen, denn Blumer kündigt an, rund um den Stadtfriedhof in den kommenden Wochen verstärkt zu kontrollieren.

Insgesamt befinde man sich aber noch in einer Probephase, betont Gisela Blumer. Die neuen Markierungen seien auch noch nicht überall angebracht. In der Schubartstraße habe man damit noch gewartet, weil es hier Hinweise von Anwohnern gebe, „die es im Detail auszuwerten und abzustimmen gilt“. Grundsätzlich zielten die Maßnahmen aber in die richtige Richtung, glaubt die Amtsleiterin: „Die Situation hat sich bereits entspannt.“ Bei der Stadt will man die Lage in dem Wohngebiet nun weiter beobachten und sich bei einer Informationsveranstaltung auch noch einmal mit den Anwohnern austauschen. Anfang 2020 soll der Gemeinderat dann beschließen, ob es bei den nun umgesetzten Maßnahmen bleibt oder noch weitere Nachjustierungen nötig sind.

Mit der Verkehrsberuhigung im Quartier Friedrich-List-Straße/Schönblickstraße/ Eichendorffstraße beschäftigt sich heute auch der Verkehrsausschuss des Backnanger Gemeinderats. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Sitzungssaal des historischen Rathauses.

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Erstellt:
8. Oktober 2019, 11:30 Uhr

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