Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Ziele für Glasfaserausbau in Region Stuttgart vereinbart

dpa/lsw Fellbach. Langsame Internetverbindungen sorgen für Klagen von Unternehmen und Bürgern. Das soll sich nun im Großraum Stuttgart ändern. Mit der Deutschen Telekom als exklusiver Partner. Das sorgt auch für Kritik.

Eine Kabeltrommel mit Leitungen für Breitbandkabel steht auf einer Baustelle. Foto: Carsten Rehder/Archiv

Eine Kabeltrommel mit Leitungen für Breitbandkabel steht auf einer Baustelle. Foto: Carsten Rehder/Archiv

Die Region Stuttgart will beim Ausbau des Glasfasernetzes Tempo machen und setzt dabei auf die Deutsche Telekom. Bis 2030 sollen 90 Prozent aller Haushalte in dem Ballungsraum mit rund 2,8 Millionen Einwohnern entsprechende Anschlüsse und damit superschnelle Internetverbindungen erhalten. Dies sieht eine am Freitag in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) unterzeichnete Kooperation zwischen der Telekom und der Gigabit Region Stuttgart vor.

174 der 179 Kommunen beteiligen sich an dem Projekt mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Milliarden Euro. Die Telekom will früheren Angaben zufolge bis zu 1,1 Milliarden Euro investieren, 500 Millionen Euro sollen von den Kommunen kommen. Bis zum Jahr 2025 soll allen Unternehmen ein Internetzugang per Glasfaser zur Verfügung stehen. Auch der Mobilfunk soll ausgebaut werden.

In der Region Stuttgart sind rund 140 000 Unternehmen angesiedelt. Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) sagte, ein flächendeckendes glasfaserbasiertes und gigabitfähiges Breitbandnetz sei die künftige Lebensader für Innovation, Wirtschaftskraft und Lebensqualität.

Schorndorf setzt nicht auf die Telekom. „Für uns hat der Breitbandausbau etwas mit Daseinsvorsorge zu tun, genauso wie die Versorgung mit Strom, Gas oder Wasser. Deswegen gehören die Glasfaserkabel in kommunale Hand“, sagte der Leiter der Stadtwerke, Andreas Seufer, den „Stuttgarter Nachrichten“.

Kritik an der Rahmenvereinbarung mit der Telekom kommt vom Bundesverband Breitbandkommunikation. Geschäftsführer Stephan Albers monierte, dass ein einzelnes Unternehmen begünstigt werde. „Vielmehr sprechen wir uns für ein Konzept aus, das alle Marktteilnehmer einbezieht.“ Insbesondere müsse sichergestellt werden, dass der Glasfaserausbau investitionswilliger Wettbewerber in der Region Stuttgart künftig nicht be- oder gar verhindert werde. Der Chef der Telekom in Deutschland, Dirk Wössner, versuchte die Bedenken zu zerstreuen. „Wir werden unsere Infrastruktur betreiben und anderen Unternehmen zu fairen und marktüblichen Konditionen zur Verfügung stellen.“

Die Fokussierung auf nur einen exklusiven Netzbetreiber durch die Region Stuttgart und die grün-schwarze Landesregierung sei ein Spiel mit dem Feuer, kritisierte der FDP-Abgeordnete Daniel Karrais. Hingegen sagte Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU), mit dem Kooperationsvertrag bekomme der Glasfaser in der ganzen Region Stuttgart einen Schub. Sie umfasst die Landeshauptstadt Stuttgart und die umliegenden Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr.

Zum Artikel

Erstellt:
24. Mai 2019, 14:43 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!