Zu Beginn der Pandemie war die Unsicherheit groß

BKZ-Leser helfen: Im Alten- und Pflegeheim Staigacker in Backnang hat sich durch das Pandemiegeschehen vieles verändert, derweil die Betreuung der Bewohner routiniert weiterlaufen muss. Die Bewegungsfreiheit in den einzelnen Wohnbereichen und die Besucherfrequenz sind coronabedingt deutlich eingeschränkt.

Sabine Laible (Geschäftsleitung) und Anna Zielonka (Pflegedienstleitung) geben sich ebenso wie ihre Mitarbeiter große Mühe, die warmherzige Atmosphäre des Alten- und Pflegeheims Staigacker auch in Coronazeiten so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Sabine Laible (Geschäftsleitung) und Anna Zielonka (Pflegedienstleitung) geben sich ebenso wie ihre Mitarbeiter große Mühe, die warmherzige Atmosphäre des Alten- und Pflegeheims Staigacker auch in Coronazeiten so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Foto: A. Becher

Von Bernhard Romanowski

BACKNANG. Die Anordnung im vergangenen Frühjahr traf die Bewohner des Alten- und Pflegeheims Backnang mit voller Härte. In allen fünf Einrichtungen in Backnang mussten ein absolutes Besuchsverbot und eine Ausgangssperre verhängt werden. Den Kontakt zur Außenwelt hatten die Menschen dort phasenweise nur über die Mitarbeiter des Pflegepersonals. Die Pflegekräfte mussten ihre Arbeit nun mit einer Mund-Nasen-Maske vor dem Gesicht verrichten, was erst einmal ein befremdliches Bild für die Bewohner war. Die Ansprache und Zuneigung durch Angehörige fehlte vielen Bewohnern freilich sehr. „Einige haben wirklich ganz arg darunter gelitten. Das war anfangs echt ganz übel“, berichtet Sabine Laible, die stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Altenheime Backnang und Wildberg.

Seit dem Sommer hat sich die Situation etwas entspannt. Es kommen nicht jeden Tag neue Verordnungen der Landesregierung. An vieles hat man sich gewöhnt, etliche Arbeitsabläufe haben sich seit März schon bestens eingespielt. Laible: „Wir haben vernünftige Maßnahmen getroffen. Der Pflegealltag als solcher ist im Grunde derselbe wie vor Corona.“ Aber die Pflege ist eben nur der eine Teil des Lebens dort. Der Mehraufwand in der Organisation und Logistik hingegen sei deutlich spürbar.

Anfangs waren alle unsicher und hatten Angst, verheerende Fehler zu machen.

Zu Beginn der Coronapandemie war laut Laible ein hoher Krankenstand zu verzeichnen. Es waren noch keine Tests verfügbar. „Alle waren unsicher und hatten Angst, verheerend wirkende Fehler zu machen. Im Zweifel haben wir unseren Mitarbeitern gesagt, sie sollen lieber zu Hause bleiben, wenn sie wegen grippeähnlicher Symptome anriefen“, erinnert sich Laible an diese Phase zu Beginn der Pandemie. Eine infizierte Person hätte schließlich schnell zu vielen weiteren Infektionen und womöglich schlimmen Konsequenzen für die Bewohner der Einrichtung führen können.

„Wir stellten dann einen Antrag, selber testen zu dürfen“, erklärt Laible. Dieser wurde bewilligt. Dazu mussten die Mitarbeiter geschult werden. Die Notwendigkeit für die Tests ergibt sich leicht, wenn etwa aus dem Pflegepersonal jemand sich schlapp fühlt oder länger frei hatte. Wenn man aber alle Mitarbeiter und Bewohner einmal komplett durchtesten muss, was je nach Verdachtsfall nötig ist, seien gleich alle Tests verbraucht. Die neuen Schnelltests seien deshalb sehr hilfreich. Laible: „Wir können jetzt schneller reagieren. Aber es ist nicht leicht, sie in ausreichender Zahl zu beschaffen. Da gibt es Wartelisten.“

Die Wohnbereiche in den einzelnen Einrichtungen sind ebenfalls getrennt. Angebote wie die Gymnastik, die sonst über die Bereiche hinweg für alle Interessierten stattfand, müssen jetzt in den einzelnen Wohnbereichen für sich organisiert werden. Das beliebte Jahresfest fällt heuer aus. Die verschiedenen Gruppen und Kreise mit ihren jeweiligen Angeboten zur Beschäftigung der Menschen entfallen. Die Chöre, die sonst in die Einrichtung kommen, um die Menschen dort zu unterhalten und nicht selten auch zum Mitsingen zu animieren, müssen nun fernbleiben, zumal Singen die Verbreitung des Coronavirus über die Aerosole noch begünstigt. „Bislang konnten wir nur Solokünstler auf der Wiese vor dem Haus auftreten lassen. Das ist schön, aber eben nicht dasselbe“, gibt Sabine Laible zu bedenken. Dass mitunter nicht mehr so viele Besucher kommen wie ehedem und sie selbst auch nicht so viel rauskommen derzeit, merken die Bewohner freilich auch.

Die Mitarbeiter müssen derweil auch weiterhin eine Maske tragen und verfolgen generell ein strenges Hygienekonzept. Besucher dürfen nur nach vorheriger Absprache die Einrichtungen aufsuchen und müssen drinnen ebenfalls Maske tragen. Die Hände müssen sie sich desinfizieren, und ihre Daten werden registriert für den Fall, dass eine Infektionskette nachverfolgt werden muss. Die Besucher werden nun von den Mitarbeitern durch das Haus begleitet, wenn sie ihre Angehörigen besuchen möchten. Die Treffen finden in eigens ausgewiesenen Räumen statt. „Früher waren wir ein offenes Haus. Jetzt dürfen sich die Besucher nicht einfach allein im Haus bewegen“, so Laible weiter. Das schmecke nicht allen von ihnen, aber so müsse es eben gehandhabt werden, wie Laible betont.

Treffen der Bewohner untereinander sind derzeit nur in den Aufenthaltsräumen möglich, in denen dann entsprechend zum Beispiel auf den Abstand von mindestens 1,50 Meter geachtet werden muss. Das Lüften in den einzelnen Zimmern gestaltet sich eher schwierig, weil es dem Wohlbehagen der zumeist älteren Bewohner nicht gerade entgegenkommt und nur möglich ist, wenn diese nicht im Raum sind. Deshalb überlegt die Geschäftsleitung, spezielle Luftreinigungsgeräte für die Aufenthaltsräume der 13 einzelnen Wohnbereiche anzuschaffen, um die Belüftung vernünftig bewerkstelligen zu können und somit mehr Bewohnern den gemeinsamen Aufenthalt in einem Raum zu ermöglichen. Damit wäre vielen geholfen, ist sich Laible sicher.

Zu Beginn der Pandemie war die Unsicherheit groß
Die aktuelle Spenderliste

Josef Jeck; Dr. Gabriele Ammann und Dr. Rainer Schulz-Ammann; Adolf Holp; Doris und Hans-R. Müller, Backnang; Hans-Peter Haubert; Günther Feil; Gustav Spinner; Gretel und Günther Trefz; Maria und Eberhard Unkauf, Aspach; Werner Mackamul; Gabriele und Armin Knödler; Ellen Scheffler; Helga Mauser; Gerda und Walter Handel; Willi Halder MdL, Winnenden; Beate und Adolf Rivinius; Daniel Brugger, Aspach; Dorothee Strasser; Barbara Marzella; Schmidt-Optik, Backnang; Kurt Hornung, Steinbach; Anngret und Reinhold Deimel; Ulrike und Dr. Michael Trah; Angelika Sanzenbacher; Otto Bäuerle, Großerlach; Anneliese und Karl Kaufmann; Hannelore Gusmann, Elisabeth und Heinz Schrimm; Jörg Burgel; Florijana Jovanovski; Ingrid und Roland Hassler; Heiderose Nickel; Marianne und Ernst Widmann; Ellen und Michael Fuchs, Auenwald; Achim Schopf; Anneliese Laib-Ruoff; Heidtraut und Kurt Sanzenbacher; Rita Friz; Brigitte und Erich Heim; Ursula Pfister; Heide und Helmut Koerner; Gabriele Rapp; Familie Laupenmühlen; Gerlinde und Günther Mergenthaler, Backnang; Martin Weller; Willi Schreiber; Marianne Karp; Sieglinde Bohn; Rotraud Wohlfarth; Waltraud und Jürgen Zillmann, Backnang; Herbert Janner; Gerda und Wolfram Volz; Sonja und Rolf Kuschnertschuk; Brigitte Nothacker-Oddey und Walter Nothacker; Elsbeth Mayer; Paul Suessmann; Klara Rauhut; Agnes und Karl-Heinz Otterbach; Marianne und Jürgen Hinterkopf; Ingeborg Schiefer; Ruth Leyrer; Hedwig Burchardt; Ruth Kroehnert-Ochs; Heidrun und Wolf-Günther Müller-Gmelin; Carmen und Gerhard Kachler; Jürgen Manhalter; Katharina Seiler; Familie Marc Moser; Lore Kriening; Rolf Mauser; Ingrid und Wolf-R. Steinat, Auenwald; Jürgen Lutz; Dr. Walter Amann; Wilfried Ruoff; Carsten Garnica, Backnang; Margot und H.-D. Weishorn, Backnang; CDA IT Systems GmbH, Backnang; Marlies und Peter Hail; Sonja und Manfred Salwat; Volker Bueltemann; Gerlinde Fritz; Heidi und Claus Dyck; Silke und Theodor Batzel; Alfred Kroder, Auenwald; Annelore und Hans-Jürgen Hübner; Ingenieurbüro Frank GmbH, Backnang; Marie-Luise Fink; Cornelia Robitschek und Anis Kechim, Steinbach; solmey GmbH Dietmar Meyer, Aspach; A. und D. Weyda, Backnang; Elke Runge-Walter; Karl Grozinger; Ilse und Hans W.O. Krämer; Annegret Guhl; Hanne Gross; Irmgard und Hans Keller; Erika und Gotthilf Stein, Backnang; Silvia und Herbert Baumann; Dieter Metzger, Steinbach; Arthur Kisser; Rosemarie Ulbrich; Ursula und Stefan Fieder; Arno Papke; Hildegard und Manfred Kirchner; Hannelore Hampp; Hans Kerschner; Margarete Kielmayer; Weik, Backnang; Jürgen Gäbisch; Dietlinde Leicht, Aspach; Hildegard und Erich Layher, Backnang; Hilde Strohmaier; Gisela und Dieter Epple; Hannelore und Johannes Fuchs; Gisela Tschirner; Horst Tschirner; Doris und Jürgen Scherzinger; G. Schneider, Weissach im Tal; Frank Schoepe, Ludwigsburg; Theres und Gerhard Dannwolf; Markus Malz, Backnang; Ingrid und Egon Haas; Manfred Frey; Gerald Nitschmann; Heiderose Bühler, Oppenweiler; Heide Entenmann-Eder; Elke Zeller; M. und D. Wildermuth; R. und H. Raissle, Backnang; Berta Foell; Margarete Knatz; Dirk Weidmann; Hertha und Dr. Wolf Ebert. Allen Spendern gilt ein herzliches Dankeschön.

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Erstellt:
7. Dezember 2020, 06:00 Uhr

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