Zu warm und zu trocken im Jahr 2020

Im zweitwärmsten Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen verzeichnete auch die Wetterstation in Großerlach ungewöhnlich viele Sonnentage, warme Temperaturen und wenig Niederschlag. Ein Rückblick auf das Wetter des Jahres 2020.

Viele Sonnenstunden prägten das Wetter im ganzen Jahr 2020. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Viele Sonnenstunden prägten das Wetter im ganzen Jahr 2020. Foto: A. Becher

Von Kristin Doberer

GROSSERLACH. In den vergangenen Wochen hat der Schnee die Dächer und Straßen weiß gefärbt und Wälder in Winterwunderländer verwandelt. Auch jetzt fallen erneut dicke Schneeflocken und laden so manchen zum Schlittenfahren und Schneemannbauen ein. Doch so mancher hat vermutlich schon genug und wünscht sich den Sommer, die Sonne und die Wärme herbei. Dabei hatte das vergangene Jahr genau das schon im Überfluss, das zeigt der Rückblick auf das Wetter des Jahres 2020.

Deutschlandweit war 2020 das zweitwärmste Jahr seit Beginn regelmäßiger und flächendeckender Wetteraufzeichnungen. Ähnliche Zahlen gab es auch von der Station des Deutschen Wetterdiensts in Großerlach-Mannenweiler. Hier lag die Temperatur – wie auch schon in den Vorjahren – deutlich über dem Durchschnitt. So lagen die Temperaturen in Jahr 2020 bei durchschnittlich 10,6 Grad Celsius und damit fast drei Grad über dem vieljährigen Mittelwert (7,8 Grad Celsius).

Wenig Schnee und Regen, viele Sonnenstunden im Jahr 2020.

Mit den zu warmen Temperaturen fing es schon im Januar an. Der Monat war ungewöhnlich warm und sogar in höheren Lagen schneearm. Auch gab es bereits im April sommerliche Temperaturen, die sich monatelang hielten. Der wärmste Tag des Jahres war der 21. August, an diesem Tag stiegen die Temperaturen in Großerlach auf 33,5 Grad Celsius an. Das war aber nicht der einzige richtig heiße Tag des Jahres, an insgesamt neun Tagen stiegen die Temperaturen über 30 Grad, an 37 Tagen lagen sie noch über 25 Grad Celsius. Kein Wunder, schließlich zeigte sich auch die Sonne im vergangenen Jahr überdurchschnittlich oft, Sonnenschein gab es an 311 von 365 Tagen. Insgesamt war die Sonne 2042 Stunden lang zu sehen. Das ist etwa ein Viertel mehr als im vieljährigen Mittel (1629 Stunden). Die meisten Sonnenscheinstunden gab es übrigens am 1. Juni mit insgesamt 14,7 Stunden Sonnenschein.

Auch wenn die warmen Temperaturen die Menschen, die ihren Urlaub 2020 zu Hause verbringen mussten, wohl gefreut haben dürften, für Umwelt, Wälder und die Landwirte hatte es auch deutliche Nachteile. Denn auch 2020 war es überdurchschnittlich trocken, es gab erneut weniger Niederschlag als im vieljährigen Mittel (1119 Millimeter). Über das Jahr verteilt fielen nur etwa 80 Prozent des Durchschnitts, also 917 Millimeter Niederschlag. Auch waren es nur 37 Tage, an denen es überhaupt mehr als 10 Millimeter Niederschlag gab. Eine Ausnahme war der 26. September mit dem meisten Niederschlag von 44,7 Millimetern.

Geschneit hat es im vergangenen Jahr relativ wenig, besonders im Vergleich zum Jahresanfang 2021. So war die maximale Schneehöhe 2020 nur zwölf Zentimeter, und das, obwohl die Wetterstation auf 532 Metern Höhe liegt. Eine Schneedecke gab es an 22 Tagen. Diese Tage mit Schneedecke verteilten sich auf Ende Februar und Mitte Dezember. Dass es nur wenig Schneefall gab, liegt wohl auch an den milden Temperaturen. So lag das absolute Temperaturminimum nur bei minus 5 Grad Celsius. Außerdem gab es zwar 72 Tage, an denen die Temperatur unter null Grad gefallen ist, aber nur fünf Tage, an denen die Temperatur auch dauerhaft unter dem Gefrierpunkt blieb.

Das vergangene Jahr war außerdem ungewöhnlich sturmarm. Nur zu Beginn hatte der Februar einige Stürme zu bieten. So brachte Sturmtief Petra orkanartige Böen in den Süden Deutschlands. Kurz darauf, am 9. und 10. Februar, legte Sturmtief Sabine mit orkanartigen Böen den Zugverkehr lahm. Aber sowohl der Sommer als auch der Herbst waren dagegen vergleichsweise ruhig, eine ausgeprägte Sturmsaison blieb aus.

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Erstellt:
27. Januar 2021, 11:30 Uhr

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