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Zuber oder Grifo – welche Leihe ist die bessere?

Duell der Winterzugänge von 1899 Hoffenheim: Steven Zuber trifft mit dem VfB Stuttgart auf den SC Freiburg um Vincenzo Grifo

Leihspieler - Anfang Januar waren Steven Zuber und Vincenzo Grifo noch Teamkollegen bei 1899 Hoffenheim. Bis Sommer suchen sie als Leihspieler beim VfB Stuttgart respektive SC Freiburg ihr Glück.

Stuttgart Diesmal, am Sonntag (18 Uhr) im Spiel beim VfB Stuttgart, darf er also wieder mitmischen. Bei der 2:4-Heimniederlage des SC Freiburg gegen 1899 Hoffenheim am vergangenen Samstag fehlte Vincenzo Grifo dagegen – weil der Gegner das so bestimmt hatte. Die Hoffenheimer hatten ihn in diesem Winter unter der Bedingung nach Freiburg verliehen, dass er gegen sie nicht auflaufen darf.

Steven Zuber haben die Kraichgauer ebenfalls bis zum Sommer per Leihe ohne Kaufoption an den VfB abgegeben. Anders als bei Grifo gibt es bei ihm allerdings keine Sondervereinbarung. Weil das 1899-Aufeinandertreffen mit dem SC Freiburg schon so früh auf dem Plan stand? Oder weil er der bessere Hoffenheimer ist? Ein Vergleich der beiden Mittelfeldspieler.

Gestatten (I): Vincenzo Grifo, 25 Jahre alt, Deutschitaliener, geboren in Pforzheim. Typ Zocker, ein Straßenkicker, er macht verrückte Sachen, lebt von Spontaneität und genialen Momenten.

Gestatten (II): Steven Zuber, 27 Jahre alt, Schweizer, geboren in Winterthur. Typ Kämpfer, ein Arbeitstier, er macht keine verrückten Sachen, lebt von seiner Laufstärke und Geradlinigkeit.

Bei beiden ist der rechte Fuß der stärkere, beide werden zumeist auf der linken Seite eingesetzt. Doch sie agieren ganz unterschiedlich. Die große Stärke von Vincenzo Grifo sind Standardsituationen. Er schlägt die Bälle mit viel Schnitt und zugleich scharf, kann so viel Torgefahr erzeugen. „Der eine kann besser sprinten, der andere dribbelt wie Messi. Mir hat der liebe Gott ein wenig Talent fürs Schießen geschenkt“, sagte Grifo mal dazu.

Der Durchbruch als Profi gelang ihm in der Saison 2015/16 im Trikot des SC Freiburg mit 14 Toren und 15 Vorlagen in 31 Spielen in der zweiten Liga. Nach dem Aufstieg machte er auch eine Klasse weiter oben mit sechs Toren und elf Vorlagen von sich reden. 2017 wechselte er zu Borussia Mönchengladbach, konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Ein Jahr später ging er deshalb nach Hoffenheim, wo ihm das auch nicht gelang – deshalb nun die Leihe nach Freiburg; auch dem VfB wurde Interesse nachgesagt. Mit dem SC will Grifo, der im November für das italienische A-Nationalteam debütierte, nach eineinhalb verkorksten Jahren wieder durchstarten: „Der SC Freiburg ist mein Wohlfühlverein.“ Unter Trainer Christian Streich ist er schon einmal aufgeblüht. „Es fühlt sich so an, als ob Vince vielleicht einen Tag weg gewesen wäre“, sagt der SC-Coach.

Zuber hat sich dagegen in ein komplett neues Umfeld begeben mit seinem Wechsel zum VfB. Davor hat er sich noch nie gescheut. Mit 21 ging er 2013 für eine Saison nach Russland zu ZSKA Moskau, ehe er ein Jahr später nach Hoffenheim wechselte. Dort war er lange zufrieden, in dieser Runde wurde ihm jedoch die Spielzeit zu wenig und er bat nach 84 Partien mit sieben Toren und acht Vorlagen um eine Ausleihe.

Die Hoffenheimer verkleinerten im Winter nach dem Aus in der Champions League (und im Pokal) ihren Kader und kamen dem Wunsch nach – allerdings wie bei allen ihren insgesamt sechs Ausleihgeschäften in den vergangenen Wochen ohne Kaufoption. Da 1899-Trainer Julian Nagelsmann sich im Sommer zu RB Leipzig verabschiedet, werden die Karten unter seinem Nachfolger dann neu gemischt.

Der VfB griff bei Zuber dennoch zu, auch wenn es anders als bei Alexander Esswein (von Hertha BSC mit Kaufoption ausgeliehen) erst einmal keine Chance auf eine Weiterverpflichtung gibt. „Wucht und Geradlinigkeit auf der linken Seite“ soll er nach Wunsch des Stuttgarter Trainers Weinzierl einbringen, aber auch „spielerische Elemente“. Zuber bestritt beide Rückrundenspiele von Anfang an. Gegen Mainz 05 (2:3) gelang ihm ein ordentliches Debüt mit einigen guten Szenen, vergangenen Sonntag beim FC Bayern München (1:4) blieb er insgesamt etwas blasser.

Bei Toren und Vorlagen steht noch die Null. Was zum einen an ihm liegt, weil Zuber gegen die Mainzer eine frühe Chance zur Führung ungenutzt ließ. Und was zum anderen allerdings auch an Anastasios Donis und Nicolas Gonzalez liegt, die nach starker Zuber-Vorarbeit in München bei Großchancen zum 2:1 respektive 2:2 den Ball nicht an Bayern-Torwart Manuel Neuer vorbeibrachten. „Ich bin sehr zufrieden mit ihm“, sagt Trainer Weinzierl über den 21-maligen Schweizer Nationalspieler, den er jüngst am Ende der Partie bei den Bayern im Sturmzentrum agieren ließ. „Für die kurze Phase, die er hier ist, macht er es gut.“

Die gefährlichen Bälle bei Standardsituationen und die Spielmacherqualitäten von Grifo würden dem VfB freilich auch guttun, aber für das Spielkonzept des VfB-Trainers ist der schnellere, laufstärkere und flexibelere Zuber die bessere Wahl als Linksaußen.

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Erstellt:
1. Februar 2019, 03:14 Uhr

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