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Zufrieden und dankbar beim Blick zurück

Ehepaar Ottilie und Rupert Fechter feiert eiserne Hochzeit – Mit dem Fahrrad von Backnang zur Braut ins Remstal geradelt

65 Jahre gemeinsamer Lebensweg: Ottilie und Rupert Fechter. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

65 Jahre gemeinsamer Lebensweg: Ottilie und Rupert Fechter. Foto: A. Becher

BACKNANG (inf). Die Eheleute Ottilie geborene Oppenauer und Rupert Fechter feiern heute das Fest der eisernen Hochzeit. Geheiratet haben die beiden Backnanger vor 65 Jahren in Endersbach, wo die Familie der Braut lebte.

Beide stammen aus dem Böhmerwald, wo sie in einfachen ländlichen Verhältnissen aufgewachsen sind. Beide waren die jüngsten von jeweils elf Kindern, beide verloren je drei Brüder im Krieg. 1946 mussten sie dann ihre Heimat verlassen.

Rupert Fechter, der 1931 in Parkfried, Kreis Krummau, geboren wurde, landete in Backnang, Ottilie, die 1934 in Schönfelden, Kreis Kaplitz, zur Welt gekommen ist, im Remstal. Erstmals begegneten sie sich, als Rupert Fechter einmal Verwandte in Endersbach besuchte. Auf das zufällige Treffen folgten viele weitere, zu denen es für den jungen Mann mit dem Fahrrad und später mit dem Motorrad ins Remstal ging.

Frisch vermählt teilten sich die beiden zunächst mit Rupert Fechters Eltern eine Dachgeschosswohnung am Ölberg in Backnang, ehe sie ihre erste eigene Wohnung mieten konnten. Otti Fechter arbeitete mehrere Jahre in einer Schuhfabrik in Bad Cannstatt. Dann pausierte sie der Familie zuliebe, zu der drei Kinder sowie acht inzwischen erwachsene Enkel und seit Kurzem eine Urenkeltochter gehören. Später fand sie Beschäftigung beim Hundesporthaus Ebinger in Backnang, ehe sie 1994 in Rente ging. Rupert Fechter absolvierte bei der Backnanger Schlosserei Schock am Ölberg eine Schlosserlehre. Dann sattelte er auf technischer Zeichner bei der Firma Beru in Ludwigsburg um und qualifizierte sich dort weiter zum Konstrukteur. 1993 trat er in den Ruhestand.

Neben Beruf und Familie lag dem Paar die verlorene Heimat am Herzen. Viel Zeit brachten beide für die Mitarbeit im Deutschen Böhmerwaldbund auf. Schon in den 50er-Jahren gehörten beide der damaligen Jugend- und Trachtengruppe an, weiter war Rupert Fechter von 1965 bis 1991 Vorsitzender der Ortsgruppe Backnang und ist heute deren Ehrenvorsitzender. Seit der Grenzöffnung haben sie ihre Herkunftsorte in der Tschechischen Republik, die nun wieder zugänglich waren, viele Male besucht.

Ihren Wunsch nach einem eigenen Heim konnten sie 1981 verwirklichen: Ein älteres Haus in Backnang wurde gekauft und renoviert. Noch heute pflegen die Fechters, auch wenn sie einige gesundheitliche Einschränkungen in Kauf nehmen müssen, ihr Haus mit Garten sowie ein Obstbaumgrundstück in Murrhardt. Zufrieden und dankbar blicken sie auf ihren gemeinsamen Lebensweg zurück und freuen sich, dass es den Nachkommen gut geht. „Wir haben mit nichts angefangen und sind froh über das Erreichte“, sagt Otti Fechter. Nachdem sie alle Geschwister überlebt haben, blättern sie nun gerne in ihren Fotoalben mit den alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen der verstorbenen Angehörigen, richten den Blick aber mindestens genauso gerne auf die Fotowand mit den Bildern der nachkommenden Generationen.

Gemeinsam mit der Familie sowie einigen guten Freunden will das Jubelpaar am Wochenende feiern.

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Erstellt:
26. Juni 2019, 06:00 Uhr

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