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Zukunft von Osram nach gescheiterter AMS-Übernahme offen

dpa München. AMS ist mit seinem Übernahmeangebot für Osram gescheitert. Jetzt könnte der österreichische Sensorhersteller es auf anderem Wege versuchen.

Osram schreibt Verluste und braucht einen finanzstarken Investor. Foto: Matthias Balk/dpa

Osram schreibt Verluste und braucht einen finanzstarken Investor. Foto: Matthias Balk/dpa

Nach dem Scheitern des Übernahmeangebots von AMS für den Münchner Licht- und Sensorikkonzern Osram wird der Kampf um das Unternehmen zur Geduldsprobe.

„Wir haben sie zu Gesprächen eingeladen und müssen sehen, was das Ergebnis sein wird“, sagte der Osram-Finanzvorstand Ingo Bank über den österreichischen Sensorhersteller AMS am Montag dem Sender CNBC. AMS hält inzwischen 19,99 Prozent an Osram. Von dem österreichischen Unternehmen war zunächst keine Reaktion auf das Gesprächsangebot zu erhalten.

AMS hatte das bis zum vergangenen Freitag selbst gesetzte Ziel verfehlt, 62,5 Prozent der Osram-Anteile unter seine Kontrolle zu bringen. Das Angebot von AMS sei offenbar nicht hoch genug gewesen, da die Aktionäre es nicht angenommen hätten, sagte Bank in dem Gespräch. Die Investoren Bain und Advent, die ebenfalls ein Angebot angekündigt haben, seien noch mit der Prüfung der Bücher beschäftigt. Dies werde in einigen Wochen beendet sein. „Aber es ist im Moment noch nicht klar, ob sie ein bindendes Angebot abgeben werden“, sagte Bank.

Analyst Stefan Maichl von der Landesbank Baden-Württemberg hält es für wahrscheinlich, dass AMS über die Börse weiter zukaufen werde. „Möglicherweise kommt auch von den Investoren Bain und Advent ein neues Angebot“, sagte Maichl der Deutschen Presse-Agentur. „Doch das müsste schon sehr attraktiv sein, damit AMS seine knapp 20 Prozent an Osram wieder abgibt.“ Ohne die 19,99 Prozent, die AMS an Osram hält, sei es kaum möglich, die ursprünglich von Bain angestrebten 70 Prozent zu erreichen, sagt der Analyst.

Osram-Vorstand und Aufsichtsrat hatten das Übernahmeangebot von AMS in der Vergangenheit zwar befürwortet, aber mit so vielen Bedenken, dass dies von vielen als verstecktes Nein gewertet wurde. Von AMS war zunächst keine Reaktion auf das Gesprächsangebot durch Osram zu erhalten.

Alleine für den aktuellen Anteil an Osram dürfte die bereits hoch verschuldete AMS um die 800 Millionen Euro ausgegeben haben. Bei einem weiteren Zukauf über die Börse müsste das Unternehmen ab einem Anteil von 30 Prozent erneut ein Angebot zur Übernahme von Osram abgeben. Geschieht dies im nächsten halben Jahr, müssten mindestens die 41 Euro des gescheiterten Übernahmeangebots geboten werden.

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Erstellt:
7. Oktober 2019, 14:46 Uhr

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