30-Punkte-Marke soll für den HCOB fallen

Seit 2015 spielt der HC Oppenweiler/Backnang in der Dritten Liga. 30 Zähler haben die Handballer aus dem Murrtal noch nie erreicht. Es bietet sich die dritte Chance. Die Murrtaler treten am Samstag (20 Uhr, Schafhausäckerhalle) im letzten Spiel der Hauptrunde beim TV Plochingen an.

HCOB-Trainer Matthias Heineke möchte nicht mit leeren Händen vom Drittliga-Spiel in Plochingen zurückkehren. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

HCOB-Trainer Matthias Heineke möchte nicht mit leeren Händen vom Drittliga-Spiel in Plochingen zurückkehren. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

In der Saison 2016/2017 fehlten dem HCOB drei Spieltage vor dem Ende nur zwei Punkte, um die 30-Punkte-Marke zu erreichen. Doch im Saisonendspurt sprang nur ein Unentschieden gegen die HG Oftersheim/ Schwetzingen heraus. Es standen 29:31 Zähler zu Buche. In der Saison 2019/2020 schien der Sprung über die markante Marke eine Formsache. Nach einem umjubelten Derbysieg gegen den TSB Horkheim hatte der HCOB den Zähler auf 29 gestellt. Sechs Spiele standen noch aus, dachte man. Die erste Chance beim HC Erlangen II blieb aber ungenutzt, dann kam Corona. Wieder wurde es nichts aus Punkt Numero 30. Derzeit steht der HCOB erneut bei 29 Zählern.

Nun also im dritten Anlauf? Trainer Matthias Heineke findet: „30 Punkte sind ein super Ziel. Wenn man diese Schallmauer in dieser starken Staffel und mit nur 22 Spielen erreicht, wäre das für uns ein Meilenstein.“ Ihm ist dabei folgender Aspekt wichtig: „Wir standen in dieser Saison lange Zeit unter großem Druck und haben immer mit Blick nach unten gespielt. Diese Situation haben die Jungs hervorragend angenommen und gelöst.“ Heineke ergänzt: „Dabei ist aber ein wenig untergegangen, dass wir aktuell die beste Platzierung seit fast drei Jahrzehnten einspielen, und das unter nicht gerade einfachen Bedingungen.“

In der Defensive wartet viel Arbeit auf den HC Oppenweiler/Backnang

Also soll für ein finales Ausrufezeichen ein Sieg in Plochingen her. Matthias Heineke misst die Mannschaft aus dem Neckartal nicht allein an der Platzierung (Rang zehn). „Sie haben einen Kader, der auch für mehr gereicht hätte. Sie sind im Rückraum gut besetzt und am Kreis sehr torgefährlich.“ Aber die Mannschaft kam zu Beginn der Runde überhaupt nicht in Tritt. „Unter ihrem neuen Trainer Christian Hörner haben sie sich stabilisiert“, findet Heineke, „besonders im Abwehrzentrum in Abstimmung mit den Torhütern.“ Deshalb wollen die Murrtaler Nadelstiche durch Konter setzen, um nicht zu oft in den Positionsangriff zu müssen. Das wiederum setzt eine gute Defensivarbeit voraus, „und da wartet viel Arbeit auf uns“. Lösen sie die HCOB-Handballer gewissenhaft, dürfen sie sich aber durchaus Chancen auf den siebten Auswärtserfolg dieser Runde machen.

Für die Murrtaler ist Spiel Nummer 22 auch das letzte vor dem Start in den Ligapokal. Wie genau dieser durchgeführt, ist noch offen. Klar scheint aber: Am 26. März geht es los, es sind laut Rahmenterminkalender sechs Spieltage angesetzt. Weitere Details wird es vermutlich erst in der kommenden Woche geben, wenn alle Spiele abgeschlossen sind und die Zahl der teilnehmenden Mannschaften feststeht. Vordergründiges Ziel der Murrtaler ist dabei die Qualifikation für den DHB-Pokal der kommenden Runde. Allerdings macht Matthias Heineke auch klar: „Wir werden uns auch das eine oder andere inhaltliche Ziel setzen.“ Im besten Fall schafft das dann Freiräume in der Vorbereitung für die kommende Runde.

In Plochingen befindet man sich intensiver in der sportlichen Gegenwart. Den Neckartalern stehen entscheidende Spiele bevor. Der Klub kann in der Liga bleiben. Im Moment ist das Ganze höhere Handballmathematik, das liegt am Modus. Der Grundsatz, dass ein Sieg die Ausgangslage für die bevorstehende Abstiegsrunde verbessert, ist keineswegs gewährleistet. Das Plochinger Team kann Zehnter, Elfter oder Zwölfter werden. Was nun aber am besten ist? Man weiß es nicht. Als Zehnter oder Zwölfter käme der Klub in eine Gruppe mit sechs Mannschaften, aus der zwei drinbleiben. In beiden Fällen kämen (wahrscheinlich) die TSG Söflingen oder der TSV Neuhausen in die gleiche Gruppe. Weil die Ergebnisse aus den direkten Duellen übernommen werden, hofft Plochingen auf Söflingen als Wegbegleiter. Da stehen 2:2 Punkte zu Buche. Gegen Neuhausen wären es 1:3. Der elfte Platz hätte für Plochingen den Vorteil, in eine Fünfergruppe eingeteilt zu werden, aus der sich zwei Teams retten. Beim HCOB ist man ganz froh, sich mit solchen Rechnereien nur als Beobachter heraus zu befassen.

Eintrittskarten sind nur online zu haben

Tickets Wer sich die Begegnung in der Plochinger Schafhausäckerhalle ansehen möchte, muss sich vorher ein Ticket im Internet buchen. Auf der Internetseite www.tvp-handball.net/ticket gibt es Infos dazu. Die Buchungsseite soll, so teilt der Gastgeber mit, ab heute Morgen verfügbar sein.

Livestream Die Begegnung wird live auf Sportdeutschland.TV übertragen. Wer zuschauen möchte, benötigt einen Account und ein Ticket für 4,50 Euro.

Abstiegsrunde Fünf Teilnehmer an der Abstiegsrunde stehen fest. Ein weiterer wird am letzten Spieltag ermittelt. Treffen kann es den SV Salamander Kornwestheim (24:18 Punkte), den TV 08 Willstätt und HBW Balingen-Weilstetten (beide 25:17). Kornwestheim hat es nicht selbst in der Hand. Es muss die Pflichtaufgabe gegen Günzburg lösen und auf die Niederlage eines Konkurrenten hoffen. Die Willstätter gastieren in Pfullingen, der HBW II trifft auf die HSG Konstanz. Das sind die Teilnehmer an der Aufstiegsrunde, auf dem Papier also harte Nüsse. Das lässt Kornwestheim hoffen, vielleicht gibt es Schützenhilfe.

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Erstellt:
11. März 2022, 06:00 Uhr

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