Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Abschluss und Auftakt zugleich

Große Zufriedenheit bei Marc Erdmann vor letzter Partie des Jahres für den Spitzenreiter der Fußball-Verbandsliga aus Backnang

16 Spiele, keine Niederlage. Marc Erdmann spricht von einer „überwältigenden Vorrunde“. Doch das Vorstandsmitglied des Spitzenreiters der Fußball-Verbandsliga sagt auch: „Wir sind zwar Herbstmeister, aber damit ist noch gar nichts erreicht.“ Zum Rückrundenstart unter Flutlicht am Freitag ab 19.30 Uhr beim SKV Rutesheim sagt Erdmann deshalb: „Wir fahren da hin, um drei Punkte zu holen.“

Marc Erdmann fordert von der TSG-Elf, sauber weiterzuarbeiten und die Kirche im Dorf zu lassen. Der souveräne Verbandsliga-Herbstmeister startet am Freitag in Rutesheim in die Rückrunde. Der 48-Jährige hofft, dass dem Spitzenreiter beim Tabellenachten ein guter Abschluss gelingt. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Marc Erdmann fordert von der TSG-Elf, sauber weiterzuarbeiten und die Kirche im Dorf zu lassen. Der souveräne Verbandsliga-Herbstmeister startet am Freitag in Rutesheim in die Rückrunde. Der 48-Jährige hofft, dass dem Spitzenreiter beim Tabellenachten ein guter Abschluss gelingt. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Zwölf Siege, vier Unentschieden, 40 Zähler. Die Elf aus den Etzwiesen war in der Vorrunde der Verbandsliga das Maß der Dinge. Zehn Punkte beträgt der Vorsprung auf die schärfsten Verfolger FSV Hollenbach und SSV Ehingen-Süd. „Davon haben wir nicht zu träumen gewagt“, beurteilt der Macher des Backnanger Verbandsliga-Teams und erklärt: „Wir müssten vom Kopf her ja auch erst mal den Abstieg aus der Oberliga verkraften.“ Etwas, das nicht immer so leicht fällt. Mitabsteiger Normannia Gmünd zum Beispiel hechelt im Aufstiegsrennen als Fünfter bereits 15 Punkte hinterher.

Marc Erdmann kennt die Zwischenbilanz und lobt: „Dass wir so gut dastehen, das ist auch eine starke Leistung unseres Trainerteams und Evangelos Sbonias.“ Dessen Verdienst zum Beispiel sei unter anderem die gute Entwicklung vieler junger Spieler in der Verbandsliga. Überhaupt sei es eine gute Mischung. Das gilt für ihn, was Jung und Alt anbelangt – ebenso wie die Balance zwischen Offen- und Defensive. Mit 40 Toren hat die Etzwiesen-Elf den zweitbesten Angriff nach Hollenbach (43) und mit nur zwölf Gegentreffern die mit großem Abstand beste Hintermannschaft. An Ersterem hat ein Mario Marinic sehr großen Anteil. In seinen 15 Einsätzen hat der 35-Jährige schon 18 Treffer erzielt. Für Erdmann „eine fast schon unheimliche Quote. Er ist für uns ein Torgarant. Seine Leistung, speziell in diesem Alter, ist eigentlich unbeschreibbar.“ Aber: „Er lebt auch von seinen Mitspielern.“ Solchen wie dem vom Drittligisten Großaspach zurückgekehrten Offensivmann Shqiprim Binakaj (30) oder wie Kapitän und Mittelfeldchef Oguzhan Biyik (33), dem neben Marinic zweiten ganz wichtigen Führungsspieler.

Das Vorstandsmitglied der TSG nennt noch einige Spieler, die in der ersten Saisonhälfte überzeugt haben. Solche wie Innenverteidiger Michl Bauer, die schon zu Oberliga-Zeiten ihre Qualitäten gezeigt hätten, und auch solche wie Abwehrmann Patrick Tichy, wie Torwart Marcel Knauß oder wie die Zwillinge Loris und Leon Maier, die alle diese Saison einen Schritt nach vorne gemacht haben. Erdmanns Liste an Positivem ist lang.

Doch der altgediente TSG-Mann malt nicht nur in Rosarot. Er weiß, dass der Kader einerseits viel Qualität hat, er andererseits zahlenmäßig an der einen oder anderen Stelle dünn besetzt ist. Auf der linken Defensivseite darf Jannik Dannhäußer nichts groß passieren, nachdem David Kienast sich vor Saisonbeginn das Kreuzband gerissen hat. Und was ein langfristiger Ausfall von Mario Marinic anrichten kann, das hat der Etzwiesenverein vergangene Saison in der Oberliga-Vorrunde schmerzhaft erleben dürfen. Deshalb warnt Erdmann vor allzu großer Euphorie: „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen – und sauber weiterarbeiten.“

Das heißt für ihn zum Beispiel, am Freitag in Rutesheim zum Rückrundenstart und gleichzeitig letzten Punktspiel vor der Winterpause einen ordentlichen Jahresabschluss zu schaffen. Das Backnanger Vorstandsmitglied weiß: „Das wird eine schwere Aufgabe, denn Rutesheim kann zu Hause ein unbequemer Gegner sein.“ Hinzu komme, dass zu spüren sei, wie das Jahr 2019 mit dem anstrengenden Kampf gegen den Oberliga-Abstieg sowie das folgende Verbandsliga-Titelrennen an dem einen oder anderen Spieler gezehrt habe. Aber Fakt ist, so Erdmann: „Wir hatten jetzt zwei Wochen Pause.“ Da konnte Kraft getankt werden für den letzten Auftritt vor Weihnachten. Deshalb ist für den 48-Jährigen klar: „Wir fahren da hin, um drei Punkte zu holen.“

Info
Erst noch Rutesheim, dann sechs Wochen Ruhe

Nach dem Auswärtsspiel beim Tabellenachten SKV Rutesheim steht für die Etzwiesen-Elf erst einmal eine Pause an. Mitte Januar bittet TSG-Trainer Evangelos Sbonias seine Mannschaft dann wieder zum Training. Das erste Punktspiel nach Weihnachten ist für Samstag, 22. Februar, geplant. Dann empfängt der Tabellenführer den abstiegsgefährdeten Aufsteiger TSV Heimerdingen.

Personell wird sich beim Spitzenreiter über den Winter „Stand heute nichts verändern“, so Vorstandsmitglied Marc Erdmann. Das gelte sowohl fürs Thema Zugänge wie für Abgänge. Klar ist aber auch, dass die Backnanger die Augen und die Ohren offen halten. Denn zahlenmäßig ist der Kader mit 20 Feldspielern inklusive des langzeitverletzten David Kienast nicht gerade übermäßig groß besetzt.

Den Rückrundenauftakt im Stadion Bühl geht die TSG Backnang nicht in Bestbesetzung an. Neben David Kienast fehlen Flügelspieler Niklas Kalafatis sowie Innenverteidiger Thomas Doser. Zudem droht mit Patrick Tichy ein weiterer zentraler Abwehrspieler wegen Problemen mit dem Hüftbeuger auszufallen.

Den SKV Rutesheim bezeichnet Sbonias als „unbequemen Gegner mit zuletzt aufsteigender Tendenz“. Der Dritte der Vorsaison ist nach eher schleppendem Start, mit einer 1:4-Niederlage zum Auftakt in Backnang, mittlerweile in Schwung gekommen. Seit sechs Spielen ist die Elf um ihren Kapitän und Mittelfeldgestalter Christopher Baake ohne Niederlage.

Zum Artikel

Erstellt:
28. November 2019, 11:30 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!