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Abstiegsfragen mit einigen Variablen

Fußballvereine auf WFV- und Bezirksebene müssen den Blick auch immer auf die Entwicklungen in den höheren Ligen richten

Es ist Runde für Runde dasselbe Spiel: Die Fußballvereine und ihre Fans brauchen den Rechenschieber, um die reale Abstiegsgefahr einschätzen zu können. Warum? Weil die Zahl der Teams, die in der jeweiligen Spielklasse runter müssen, stets auch mit den Entwicklungen in den höheren Ligen zusammenhängt. Mittlerweile müssen die Rems-Murr-Klubs immerhin schon nicht mehr ganz so viele Variablen berücksichtigen.

Der Kampf gegen den Abstieg wird auch von den Rems-Murr-Vereinen mitunter mit harten Bandagen geführt. Foto: Imago

Der Kampf gegen den Abstieg wird auch von den Rems-Murr-Vereinen mitunter mit harten Bandagen geführt. Foto: Imago

Von Steffen Grün

Zwei Absteiger und der Drittletzte absolviert die Relegationsspiele: In der Ersten und in der Zweiten Bundesliga herrscht Klarheit. Selbiges gilt für die Dritte Liga, auch wenn es dort in der am vergangenen Samstag beendeten Spielzeit zum ersten Mal vier Absteiger und wie gewohnt keine Relegation in Richtung Regionalliga gab.

In der vierthöchsten Liga und damit an der Schnittstelle zwischen den bundesweiten, eingleisigen Spielklassen und den regionalen, mehrgleisigen Strukturen geht es los mit der Rechnerei. Und zwar deshalb, weil sich die Frage stellt, in welcher Staffel die Drittliga-Absteiger aufschlagen. Nachdem bereits Ende April klar war, dass es Aalen erwischt, drückten die gefährdeten Teams in der Regionalliga Südwest fortan Großaspach die Daumen, denn ein zusätzlicher Abstieg der SG Sonnenhof hätte deren Situation verschärft. Weil sich die Truppe aus dem Fautenhau rettete und stattdessen Köln, Lotte (West) und Cottbus (Nordost) runter mussten, blieb es in der Regionalliga Südwest bei vier Absteigern.

Einer von ihnen ist mit dem VfB Stuttgart II aus dem Ländle und kämpft daher in der neuen Runde in der Oberliga Baden- Württemberg um Punkte, weshalb wiederum dort mit vier Absteigern zu kalkulieren ist. Schon vor dem letzten Spieltag am Donnerstag, 30. Mai, darauf zu spekulieren, dass sich der Vizemeister in der späteren Relegation durchsetzt, Meister Bahlingen in die Regionalliga begleitet und der Viertletzte deswegen doch drinbleibt, wäre ein echtes Vabanquespiel. Die TSG Backnang (37 Punkte) will daher zu Hause gegen Ravensburg gewinnen und muss dann hoffen, an Oberachern (38) oder Ilshofen (40, aber deutlich schlechteres Torverhältnis) vorbeizuziehen. Backnang und Ilshofen würden die zu den sicheren Absteigern zählende Normannia Gmünd in die Verbandsliga Württemberg begleiten, der Rest residiert im Nord- oder Südbadischen.

Für die württembergischen Verbandsligisten spielt es aber keine Rolle, ob es einen zweiten Klub in ihre Spielklasse spült. Das liegt an dem Grundsatz, an dem sich der WFV dieses Jahr orientiert und der hinunter bis in die Bezirke gilt: Mehr als die Normalzahl an Absteigern – also einen sogenannten „verschärften Abstieg“ – gibt’s erst dann, wenn in der jeweils übergeordneten Liga mehr als zwei Teams ins Gras beißen müssen. Solange das nicht der Fall ist, wird im Zweifel die Sollzahl an Vereinen überschritten und erst über einen verschärften Abstieg in der neuen Runde für die Saison 2020/2021 wieder erreicht. Bedeutet für die Verbandsliga Württemberg im Klartext: Es bleibt bei vier Absteigern, der Fünftletzte absolviert die Relegation. Der Letzte aus Löchgau ist drei Spieltage vor Schluss beinahe nicht mehr zu retten. Von den Vereinen, die der Landesliga, Staffel 1, zugeordnet werden, ist zudem Breuningsweiler als Viertletzter stark gefährdet und Neckarrems als Tabellenzehnter noch nicht komplett auf der sicheren Seite.

Nur wenn es das Trio in vollem Umfang erwischen sollte, werden in der Landesliga aus vier Absteigern deren fünf und der Tabellenelfte müsste nachsitzen. So oder so ist das Schlusslicht aus Allmersbach nicht mehr zu retten, der Viertletzte aus Schornbach könnte der zweite Absteiger aus dem Rems-Murr-Kreis sein. Einen dritten wird es mit Sicherheit nicht geben, weil Oeffingen, Schwaikheim und vor allem Spitzenreiter Fellbach eine zu gute Runde spielen.

Damit können in der Bezirksliga einige Mannschaften aufatmen, weil nur ein Duo den Aufzug nach unten nehmen muss. Der Letzte aus Leutenbach ist schon abgestiegen, der Vorletzte Fellbach II hat schlechte Karten. Es sieht deshalb so aus, als würden sich allen voran Sulzbach-Laufen und Murrhardt nur noch darum streiten, wer ohne Relegation durchkommt. Tritt dieser höchstwahrscheinliche Fall ein, wären es in der Kreisliga A 2 nur zwei direkte Absteiger, doch die Garantie dafür gibt’s erst, wenn es rechnerisch sicher ist. Dagegen ist in der Kreisliga A 1 schon klar, dass drei Klubs auf direktem Wege runter müssen.

In den Kreisligen B 1 bis B 5 und damit in der untersten Etage – den sogenannten Sicherheitsligen – braucht es den Rechenschieber allenfalls in Aufstiegsfragen.

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Erstellt:
24. Mai 2019, 06:00 Uhr

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