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Amateurclubs verzichten auf DFB-Pokal-Heimspiele

dpa Celle. Ein Pokal-Heimspiel gegen einen Bundesliga-Club: Das wäre unter normalen Umständen für viele Amateurvereine das Spiel des Jahres. Doch die Coronakrise sorgt nicht nur dafür, dass keine Zuschauer ins Stadion dürfen. Jetzt wollen viele Clubs gar nicht zu Hause spielen.

Zahlreiche Amateurclubs tauschten im DFB-Pokal ihr Heimrecht. Foto: Joachim Sielski/dpa

Zahlreiche Amateurclubs tauschten im DFB-Pokal ihr Heimrecht. Foto: Joachim Sielski/dpa

Mindestens sieben Amateurclubs aus der vierten oder fünften Liga verzichten bei der Austragung der ersten DFB-Pokalrunde auf ihr Heimrecht.

Aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen wollen VSG Altglienicke, MTV Eintracht Celle, FV Engers 07, TSV Havelse, Eintracht Norderstedt und der FC Oberneuland am 12. und 13. September sowie der Bayern-Gegner 1. FC Düren am 15. Oktober nicht auf ihrem eigenen Platz spielen, sondern im Stadion ihres jeweiligen Gegners aus der 1. oder 2. Liga. Das gaben die Fußballclubs am Mittwoch und Donnerstag bekannt. Bei mehreren weiteren Vereinen steht die Entscheidung über einen Tausch des Heimrechts noch aus.

Der MTV Eintracht Celle aus der fünftklassigen Oberliga Niedersachsen hat sich zum ersten Mal für den DFB-Pokal qualifiziert und dort mit dem Bundesligisten FC Augsburg auch einen attraktiven Gegner zugelost bekommen. Doch obwohl es in der 70.000-Einwohner-Stadt ein Stadion für 8000 Zuschauer gibt, in dem der DFB auch schon regelmäßig Junioren-Länderspiele austrug, entschied sich der Club dazu, am 12. September lieber nach Augsburg zu reisen.

„Das finanzielle Risiko wäre uns zu groß gewesen“, sagte Abteilungsleiter Stefan Cohrs der Deutschen Presse-Agentur. „Amateurvereine wie uns würde die Austragung eines solchen Spiels mindestens 30.000 bis 35.000 Euro kosten.“ Gleichzeitig dürfte der Verein nach aktueller Rechtslage in Niedersachsen maximal 500 Zuschauer zu dem Spiel ins Stadion lassen. Signifikante Einnahmen in diesem Bereich fallen in der Corona-Zeit also auch weg.

Konkret müsste ein Verein wie die Celler dafür aufkommen, dass im Stadion ausreichend Logistik für eine TV-Übertragung vorhanden ist, die Schiedsrichter bezahlt werden und im großen Stil Ordnungskräfte im Einsatz sind, die unter anderem für die Einhaltung des Hygienekonzepts während der Corona-Zeit sorgen. Das ist dem Club bei einem Ortstermin mit dem DFB in dieser Woche aufgezeigt worden.

„Die Anforderungen waren für Amateurvereine schon immer immens. Corona macht aber noch einmal einen großen Unterschied aus“, sagte Cohrs. „Das finanzielle Risiko, der große Aufwand und die nervliche Belastung haben dazu geführt, dass wir uns so entschieden haben.“ Zum Vergleich: Anreise und Übernachtung in Augsburg werden den Verein nur etwa 6000 Euro kosten. Alles andere übernimmt der Bundesliga-Club.

Andere Clubs haben sich genauso entschieden. Bei der VSG Altglienicke spricht man von einem „enormen Organisationsaufwand, der in der Kürze der Zeit nicht zu bewältigen gewesen wäre“. Jetzt tritt der Berliner Regionalligist am 12. September beim 1. FC Köln an.

Auch der FC Oberneuland aus Bremen hat sein Heimrecht mit Borussia Mönchengladbach getauscht. „Es ist eine Sache der Vernunft“, sagte Vizepräsident Uwe Piehl dem Internetportal von Radio Bremen. „Wir haben mit Borussia Mönchengladbach einen Champions-League-Teilnehmer zu Gast, dem wir größtmögliche Sicherheit bieten wollen.“ Die Gladbacher seien „bei der Umsetzung von Hygienekonzepten erprobt“.

© dpa-infocom, dpa:200827-99-332715/2

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Erstellt:
27. August 2020, 16:40 Uhr

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