Anstrengend, chaotisch, aber ein Megaspaß

Rund 380 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind beim Turngau-Event des Turngaus Rems-Murr am Start gewesen. Rund ums Bildungszentrum in Weissach im Tal gab es Einzel- und Teamwettkämpfe sowie jede Menge Mitmachangebote.

Beim Teamwettbewerb müssen sich die Teilnehmerinnen gut aufeinander abstimmen. Foto: Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Beim Teamwettbewerb müssen sich die Teilnehmerinnen gut aufeinander abstimmen. Foto: Tobias Sellmaier

Von Sabine Ruopp

Klack, klack, kurze Pause, klack, klack, kurze Pause, klack, klack, ratsch, ratsch, ratsch. Dieses Geräusch war die Dauerkulisse beim Turngau-Event in einer der beiden Hallen des Bildungszentrums in Weissach im Tal. Plastikbecher wurden so schnell wie möglich aufgestapelt und dann wieder zusammengesteckt. Sport Stacking nennt sich diese Sportart, die als Mitmachangebot von WM-Teilnehmern aus Zuffenhausen angeboten wurde. Der Stand war immer gut belagert, so manches Kind steigerte die eigene Bestzeit innerhalb kurzer Zeit mehrfach.

Mitmachangebote waren für die rund 380 Teilnehmenden des Turngau-Events eine gute Möglichkeit, sich neben dem Wettkampf zu betätigen. So manche Gruppe versuchte sich dann auch beim Orientierungslauf auf dem Schulgelände, bei dem es darum ging, in möglichst kurzer Zeit alle auf einer Karte markierten Punkte im Gelände zu finden und sich dort einen Stempel zu holen. Die Spielstraße auf dem Rasen des Stadions wurde dank des guten Wetters ebenfalls rege genutzt.

Beim Wahlwettkampf dominiert
ganz klar das Gerätturnen

Wettkämpfe gab es natürlich auch: Der Wahlwettkampf ist das klassische Angebot für den Einzelwettkampf, während am Nachmittag dann die Gruppenwettkämpfe auf dem Programm standen. Beim Wahlwettkampf konnte man sich aus den Sportarten Leichtathletik, Gerätturnen, Gymnastik und Rope Skipping einen individuellen Dreikampf aussuchen. Doch die meisten Teilnehmenden blieben diesmal zur Überraschung der Verantwortlichen beim Gerätturnen. „Das hatten wir so noch nie, dass wir nur ganz wenige Starts in den leichtathletischen Disziplinen, keine Gymnastinnen und nur zwei Handvoll Rope-Skipping-Übungen gemeldet bekamen“, so Turngau-Mehrkampfwart Werner Kluge.

Die meisten Kinder waren am Ende des Wettkampfs mit ihren Leistungen zufrieden. Teilweise hörte man den Stolz in der Stimme mitschwingen, wenn sie berichteten, dass sie vom Schwebebalken eben nicht heruntergefallen sind, sondern es geschafft hatten, oben zu bleiben während der Übung. Was nicht ganz einfach ist, hat der Balken doch eine Breite von nur zehn Zentimetern. Für die Trainer und Betreuer war es allerdings ein anstrengender Vormittag. Sie waren beschäftigt mit Einstellen der Geräte, Betreuen der Kinder, Organisation der von ihnen zu betreuenden Gruppe, Mitfreuen bei gelungenen Übungen, Trösten bei nicht ganz so guten Übungen, Informieren der Eltern, an welches Gerät sie als Nächstes wechseln wollen, und noch so manchem mehr. Die Kinder focht das nicht weiter an, sie waren mit Feuereifer bei der Sache. Jede und jeder wollte zeigen, was zuvor im Training gelernt wurde.

Der Nachmittag stand dann im Zeichen des Miteinanders. Es gab den Teamwettbewerb, bei dem in einer Gruppe von sechs bis zehn Personen sechs Stationen zu bewältigen waren. Hier ging es um ein gutes Miteinander, waren doch manche Aufgaben nur erfolgreich zu absolvieren, wenn man sich an den Partner anpasste oder mit den anderen gut kommunizierte. Sechs Leute auf einer Wippe zehn Sekunden im Gleichgewicht halten, war für viele eine große Herausforderung. Und auch ein Lauf durch einen Hindernisparcours, bei dem ein Bein mit dem des Partners zusammengebunden war, entpuppte sich als nicht ganz so einfach. Doch bei aller Anstrengung stand hier deutlich der Spaß im Vordergrund. Das merkte man den Kindern auch an. Eine Gruppe war nach dem Riesenpuzzle so außer Atem, dass es auf die Frage, ob es Spaß gemacht habe, als Antwort nur lauter nach oben gereckte Daumen gab.

Hinter dem Wettbewerb „4inMotion“ verbirgt sich Turnen als Staffellauf

Der zweite Teamwettbewerb war das erstmals im Turngau durchgeführte „4inMotion“. Hier ging es darum, Turnen als Staffellauf zu absolvieren. Vier Geräte mussten in einer festgelegten Reihenfolge geturnt werden, nach jedem Gerät musste an ein anderes Mitglied des Teams übergeben werden, sodass es Teams mit mindestens zwei, maximal vier Personen gab. Am Ende zählte nur die Zeit, wobei es Boni für blitzsauber geturnte Übungen sowie schwierigere Teile gab, aber auch Zeitstrafen für zu wenige Elemente oder Wechselfehler. Da der Wettkampf zum ersten Mal angeboten wurde, gab es am Anfang eine Demonstration ohne Zeitnahme, aber mit Erklärung. Drei Teams waren bereits im Vorfeld gemeldet, spontan stellten sich weitere vier Teams der Herausforderung. Alle waren am Ende zwar stark außer Puste, aber begeistert. Wer diesmal dabei war, will beim nächsten Mal wieder mitmachen. So fiel auch das Fazit der bereits erfahrenen „4inMotion“-Teilnehmerin Kira Bühler aus Oppenweiler aus: „Mega. Ein großes Chaos, aber es macht Spaß!“

Die Organisatoren bekamen als Lohn viele strahlende Kindergesichter zu sehen. Und jetzt freuen sich alle auf eine Neuauflage des Turngau-Events im nächsten Jahr. Was noch fehlt ist ein Ausrichter – aber die Suche läuft.

Rund um das Turngau-Event Rems-Murr

Nach-Corona-Premiere Das Turngau-Event fand erstmals nach der Coronapause wieder statt. Die Organisatoren mussten sich dabei zum Teil komplett neu aufstellen und daher in manchen Bereichen zwangsläufig Neuland betreten. „Trotz kleinerer Pannen war es unterm Strich eine rundum gelungene Neuauflage“, so Turngau-Mehrkampfwart Werner Kluge.

Ausrichter Kommendes Jahr soll das Turngau-Event wieder stattfinden, allerdings gibt es noch keinen Ausrichter. Ein Problem dabei: Der Wettkampfkalender steht noch nicht und daher ist auch der Termin für das Turngau-Event noch nicht klar. Ohne diesen können natürlich die Sportstätten nicht gebucht werden.

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Erstellt:
25. Juni 2024, 06:00 Uhr

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