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Arbeit des neuen Cheftrainers trägt Früchte

TSG-Schwimmer wollen mit dem ehrgeizigen Jörg Scheifele an die Erfolge in dessen erster Saison in Backnang anknüpfen

Der Zweitliga-Aufstieg des Frauenteams, Platz sieben für Chiara Vetter über 50 Meter Brust bei der deutschen Meisterschaft in Berlin: Es sind nur die beiden größten Erfolge, über die sich die Schwimmabteilung der TSG Backnang in der vergangenen Saison freuen durfte. Die Arbeit des neuen Cheftrainers Jörg Scheifele trug sofort Früchte, so soll es weitergehen. Bereits an diesem Wochenende startet ein Quartett bei den deutschen KurzbahnTitelkämpfen in der Bundeshauptstadt.

Bei den Zehnjährigen die Nummer zwei in Deutschland und deshalb für seinen Trainer ein „Riesentalent“: Florian Benz. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Bei den Zehnjährigen die Nummer zwei in Deutschland und deshalb für seinen Trainer ein „Riesentalent“: Florian Benz. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Wie es dazu kam, dass er zum 1. September vergangenen Jahres in Backnang anheuerte, hatte der Diplom-Trainer bereits drei Monate nach dem Amtsantritt kurz und prägnant verraten: „Die TSG hat einen Trainer gesucht, ich hatte Bock – die Rahmenbedingungen passten.“ Fast schon wieder ein Jahr ist seitdem ins Land gezogen, doch an Scheifeles Jobzufriedenheit hat sich nichts geändert: „Unter den gegebenen Bedingungen ist die Entwicklung der Schwimmer optimal – das zeigt sich an den persönlichen Bestzeiten, Vereinsrekorden und Erfolgen.“ In dieser Bilanz versteckt sich allerdings auch schon der eine Punkt, der dem ehrgeizigen 55-Jährigen ein Dorn im Auge ist: Er wünscht sich bessere Trainingsbedingungen, womit er längere Wasserzeiten für seine Schützlinge im Hallenbad und Freibad meint. Viele Bahnen zu ziehen und „Kacheln zu zählen“ ist ein wichtiger Faktor, um schnelle Fortschritte zu erzielen. Nicht immer so zu können, wie er gerne würde, lässt Scheifele jedoch kein Klaglied singen. „Es fördert und fordert meine Kreativität“, sagt der in Korb wohnende Coach und schmunzelt.

Mit den starken Leistungen der Staffeln sowie dem fabelhaften Auftritt von Chiara Vetter, die es als erste TSG-Schwimmerin in der Klubgeschichte ins A-Finale einer offenen deutschen Meisterschaft geschafft hatte und Siebte über 50 Meter Brust geworden war, ging die vergangenen Saison Anfang August zu Ende. Allzu lange lagen die vielen Mädchen und wenigen Jungen der Leistungsgruppe danach nicht auf der faulen Haut, schon im September begann die Vorbereitung. Die württembergischen Kurzbahn-Meisterschaften in Neckarsulm nährten nun die Hoffnung, dass die Form stimmt (siehe Hintergrund). Heute fahren Dilara Gül, Sara Mauthe, Cara Möhle und Chiara Vetter bereits zu den nationalen Kurzbahn-Titelkämpfen in Berlin.

Am letzten Wochenende vor Weihnachten geht es zum Schwimmfest nach Dresden, von dem Scheifele klare Vorstellungen hat: Dort sollen die Talente die Quali- Zeiten für die deutschen Jahrgangsmeisterschaften und die offenen deutschen Titelkämpfe 2020 knacken. „Dann haben wir das weg“, sagt der Trainer und hat den Deutschen Mannschaftswettbewerb (kurz: DMS) im Februar in Freiburg im Hinterkopf: „Das ist der Höhepunkt im Winter, auf den wir hinarbeiten.“ Die TSG-Frauen fahren als amtierender Oberliga-Meister und Zweitliga-Aufsteiger in den Breisgau und peilen dort einen soliden Mittelfeldplatz an. Die 15395 Zähler, die seine Mädels eine Etage tiefer erbeuteten, würden den fünften Platz unter den zwölf Teams bedeuten, wenn alle ihr Resultat wiederholen würden, rechnet Scheifele vor. „Wir wollen unsere Punktzahl aber steigern.“

Einen wichtigen Beitrag soll auch Chiara Vetter leisten, bei der aber abzuwarten bleibt, wie es danach weitergeht. „Ich bewundere, wie sie bislang das duale Studium beim Daimler und den Schwimmsport unter einen Hut kriegt“, betont ihr Trainer. Solange das klappt, bleibt die 18-Jährige das Aushängeschild. Auch sonst hat sich im Kader wenig geändert, mit Jana Traub (12) gab es einen Zugang aus Bietigheim. „Sie zählt im Jahrgang 2007 zur württembergischen Spitze“, sagt Scheifele, der dazu einen internen Aufsteiger in der Leistungsgruppe begrüßte: „Florian Benz ist ein Riesentalent und bei den Zehnjährigen die Nummer zwei in Deutschland – wenn er das in vier Jahren auch noch ist, geht es in die richtige Richtung.“ Ohnehin mache es mit den Jungs „so langsam auch richtig Spaß“, denn sie eifern in der Leistungsgruppe den noch den Ton angebenden Mädchen nach. Auch hier trägt die Arbeit des Trainerstabs also Früchte.

Hintergrund
21 Goldmedaillen und einige Vereinsrekorde

75 Rennen bestritten die TSG-Schwimmer bei den württembergischen Kurzbahn-Titelkämpfen in Neckarsulm. 21 Goldmedaillen verteilten sich auf Sara und Jannik Mauthe (je 4), Florian Benz, Richard Schmiedefeld, Chiara Vetter (je 3), Dilara Gül und Emma Schmiedefeld (je 2). Es gab 10 Silber- und 9 Bronzemedaillen, aufs Podest kamen auch Cara Möhle, Jule Sittart und Jana Treib.

Dilara Gül (Schmetterling), Sara Mauthe (Freistil), Emma Schmiedefeld (Schmetterling, Rücken) und Chiara Vetter (Brust, Lagen) zogen jeweils über 100 Meter ins offene Finale der Top Acht aller Jahrgänge ein. Das beste Resultat war Platz vier von Emma Schmiedefeld über 100 Meter Rücken. In der offenen Wertung über 50 Meter Brust landete Chiara Vetter auf dem dritten Rang.

Vereinsrekorde stellten Richard Schmiedefeld (50, 100 und 200 Meter Rücken/28,99 Sekunden, 1:03,19 und 2:17,05 Minuten) und Jannik Mauthe (100 und 200 Meter Brust/1:09,66 und 2:34,70 Minuten) auf. Selbiges schafften die beiden Mixed-Staffeln (4 x 50 Meter Freistil mit Jannik Mauthe, Richard Schmiedefeld, Sara Mauthe und Dilara Gül sowie 4 x 50 Meter Lagen mit Emma Schmiedefeld, Jannik Mauthe, Dilara Gül und Richard Schmiedefeld). Dazu kamen 45 neue persönliche Bestzeiten.

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Erstellt:
13. November 2019, 06:00 Uhr

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