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Aspachs nächste Pokal-Peinlichkeit

2:3 im Achtelfinale: Drittligist liegt in Essingen zur Pause 0:3 zurück und fliegt das dritte Mal in Folge gegen einen Verbandsligisten raus

Die Fans des Fußball-Drittligisten SG Sonnenhof müssen sich um ihre Elf ernsthaft Sorgen machen. In der Punktrunde lässt Großaspachs Punktausbeute zu wünschen übrig und gestern nun ereilte das Team von Trainer Sascha Hildmann im WFV-Pokal-Achtelfinale nach einer blamablen ersten Halbzeit das Aus. 3:2 gewann Verbandsligist TSV Essingen, der zur Pause mit 3:0 vorne lag.

Essingen obenauf, Großaspach staunt. Eine desolate erste Halbzeit bescherte dem Drittligisten das Aus im WFV-Pokal-Achtelfinale.Foto T. Siedler

© Thomas Siedler

Essingen obenauf, Großaspach staunt. Eine desolate erste Halbzeit bescherte dem Drittligisten das Aus im WFV-Pokal-Achtelfinale.Foto T. Siedler

Von Uwe Flegel

Schiedsrichter Lars Erbst pfiff, Sebastian Bösel drosch den Ball in einer Mischung aus Wut und Enttäuschung in die Prärie. 2:3 verloren. Wieder einmal war Aspach raus und zum dritten Mal in Folge gegen einen drei Klassen tiefer angesiedelten Gegner. Auf Freiberg und Ilshofen folgt in der Liste der SG-Pokalpeinlichkeiten nun Essingen. Und das vor allem wegen einer ersten Halbzeit, die Trainer Sascha Hildmann als „bodenlos“, Sportdirektor Ioannis Koukoutrigas als „desolat“ und Kapitän Julian Leist als „Frechheit“ bezeichneten.

Während fast alle Aspacher in die Kabine schlichen, stand Leist erst gedankenverloren auf dem Platz und machte dann verbal nicht lang rum: „Jeder von uns muss sich nach so einer ersten Hälfte in seiner Ehre hinterfragen.“ Es brodelte in Leist. „Wenn’s drauf ankommt, dann versagen wir“, urteilte der 30-Jährige und fügte an: „Jeder in unserem Kader hat den Anspruch Dritte Liga zu spielen.“ Das war auf den Fakt gemünzt, dass Hildmann seine Startelf verändert und Spielern aus dem zweiten Glied wie Michael Vitzthum, Pokal-Torwart Maximilian Reule oder dem nach seiner Verletzung erstmals wieder aufgebotenen Joel Gerezgiher eine Chance gegeben hatte.

Eine Maßnahme, die für Anlaufprobleme gesorgt haben mag. Viel entscheidender war aber, dass Aspach erst spät den Ernst der Lage begriff. „Wir haben gedacht, wir spielen es locker runter“, ärgerte sich Koukoutrigas. Er musste mitansehen, wie der Sechstligist aggressiv die Zweikämpfe bestritt, während der eine oder andere Drittligakicker bis zur Pause das körperlose Spiel bevorzugte. Das rächte sich schon nach zehn Minuten, als der Ex-Aspacher Fabian Weiß einen Schuss von Timo Ruth aus drei Metern zum 1:0 über die Linie köpfte.

Die Gäste hielten nun zwar etwas mehr dagegen, doch hoch konzentriert war das alles nicht. Zum Beispiel in der 30. Minute, als Großaspach auf Abseits hoffte, der lange Ball von Torwart Pless jedoch bei Gallego landete, dessen Querpass Stani Bergheim zum 2:0 nur noch ins leere Tor schieben musste. Nicht viel besser das 3:0 von Bergheim kurz vor der Pause, als sich Kai Gehring einen Stellungsfehler erlaubte und Essingens Stürmer frei vor Reule die Nerven bewahrte.

Es war übrigens der direkte Gegenzug, nachdem Marco Hingerl auf der anderen Seite ein dickes Ding hatte liegen lassen. Es war die zweite SG-Chance. Die erste hatte Makana Baku, der in der 38. Minute aus zehn Metern an Pless gescheitert war. Beide Szenen gab’s übrigens, nachdem Hildmann nach einer guten halben Stunde bereits die Faxen dicke und Gerezgiher sowie Shqiprim Binakaj vom Platz geholt hatte. „Ich wollte ein Zeichen setzen“, erklärte der Coach, der erkennen musste, dass sein Team ihn nicht verstanden hatte.

Entsprechend klar war aber das, was zur Pause gesagt und getan wurde. Für Baku kam Timo Röttger und mit ihm kamen Schwung und Hoffnung. Das 1:3 von Vitzthum in der 49. Minute bereitete der Routinier vor, das schnelle 2:3 erzielte der Angreifer selbst (52.). Der Drittligist war dran und mühte sich um den Ausgleich, den Marco Hingerl nach 57 Minuten fast erzielt hätte. Sein 16-Meter-Schuss in der 57. Minute ging allerdings knapp vorbei. Das Ganze entpuppte sich ohnehin als Strohfeuer, denn viel mehr gute Chancen hatte der Favorit nicht.

Auf der anderen Seite war lange noch weniger los. Erst in der Endphase kam Essingen wieder zu zwei guten Kontern, doch Reule verhinderte gegen Eiselt (76.) und Weiß (82.) eine Vorentscheidung.

Das juckte bei den Hausherren kurz darauf keinen mehr. Sie feierten ihren Überraschungssieg, während die SG-Akteure bedröppelt in die Kabinen schlichen und Hildmann sich ärgerte: „Wieder haben wir gedacht, dass es von allein geht.“ Erneut sei die Grundtugend des Fußballs vergessen worden: Zweikämpfe gewinnen. Und deshalb weiß Aspachs Trainer: „Es ist völlig klar, dass ich jetzt in der Kritik stehe.“

TSV Essingen: Pless – Ruth, Essig, Biebl, Sedlmayer – Gallego, Weissenberger, Zahner (78. Marianek), Eiselt (90. Dolderer) – Bergheim, Weiß (84. Gurrionero).

SG Sonnenhof Großaspach: Reule – Gehring, Leist, Burger – Binakaj (33. Choroba), Bösel, Vitzthum, Poggenberg – Gerezgiher (33. Hingerl) – Baku (46. Röttger), Hercher.

Tore: 1:0 (10.) Weiß, 2:0 (30.), 3:0 (43.) Bergheim, 3:1 (49.) Vitzthum, 3:2 (52.) Röttger. – Schiedsrichter: Erbst (Gerlingen). – Zuschauer: 500.

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Erstellt:
4. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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