Auf den HC Oppenweiler/Backnang wartet am Fuß der Alb eine harte Nuss

Der Handball-Drittligist aus dem Murrtal gastiert bei der Bundesliga-Reserve von HBW Balingen-Weilstetten. Der Tabellenzweite trifft auf eine junge Mannschaft, die nach schwachem Start in Schwung gekommen ist und zuletzt dreimal nacheinander gewann.

Die Torhüter Levin Stasch (links) und Jürgen Müller sollen Oppenweiler/Backnang zu entscheidenden Vorteilen verhelfen. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Die Torhüter Levin Stasch (links) und Jürgen Müller sollen Oppenweiler/Backnang zu entscheidenden Vorteilen verhelfen. Foto: Alexander Becher

Von Alexander Hornauer

Der HC Oppenweiler/Backnang hat Aufsteiger HT München klar besiegt. Der Lohn: Der Handball-Drittligist ist zurück auf Tabellenplatz zwei, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt. Grund genug, nun die gute Ausgangsposition zu festigen. Deshalb soll am Sonntag (17 Uhr, Sparkassen-Arena) bei HBW Balingen-Weilstetten II der nächste Sieg her. Doch Vorsicht: Der Gegner gefiel zuletzt als Favoritenschreck.

Die Erstliga-Reserve besiegte zuletzt mit Kornwestheim und Leutershausen zwei Mannschaften, gegen die sie als Außenseiter angetreten war. Bei Kellerkind TGS Pforzheim ließ die Mannschaft von Coach Micha Thiemann ebenfalls keinen Zweifel am klaren Sieg aufkommen. Der Trend ist unverkennbar, Balingen ist in der Erfolgsspur zurück. HCOB-Trainer Daniel Brack ahnt deshalb, „dass da eine schwierige Aufgabe auf uns zukommt. Das ist eine junge Mannschaft, die viel über das Tempospiel kommt, aber auch aus dem Rückraum zu einfachen Toren zu kommen versucht.“ Erfolgreichster Werfer ist der 21-jährige und ursprünglich vom SV Fellbach stammende Till Wente, zudem hat HBW II mit Mika Schüler und Jan Bitzer gleich zwei sehr kreative Spielgestalter. „Da wird auf unsere Abwehr Schwerstarbeit zukommen“, vermutet Brack – und setzt darauf, dass nicht das Team vom Fuß der Zollernalb mit Kontern zum Erfolg kommt, sondern sein Team.

Daniel Brack hofft, dass sein Team möglichst viele Konter spielen kann

In einer schnellen Spielweise sieht er nämlich einen wesentlichen Erfolgsfaktor. „Mittlerweile ists im ambitionierten Handball tatsächlich so: Wer in einem Spiel mehr Kontertore erzielt, hat am Ende auch die Nase vorn.“ Aus dem Grund gefiel ihm beim Heimsieg gegen HT München, dass seine Mannschaft viele direkte Kontertreffer erzielte. „Das Erste-Welle-Tor ist die einfachste Aktion, da muss sich nur ein Spieler bewegen“, sagt der Coach mit einem Augenzwinkern, um ernster fortzuführen: „Wenn uns das wie gegen München oft gelingt, ist das die Idealvorstellung.“ Grundlage für Tore aus dem Konterspiel heraus ist in aller Regel eine gute Abwehrarbeit, die den Gegner zu Fehlabspielen oder zu Würfen verleitet, die zur Beute des Keepers werden. Hier präsentierte sich Levin Stasch zuletzt in Bestform, und mit Jürgen Müller weiß man einen weiteren Ausnahmekönner in den Reihen. Brack hofft, dass einer von beiden dem Team übermorgen einen Vorteil gegenüber den Gastgebern verschafft.

Der HCOB peilt seinen vierten Auswärtssieg an

Dass der HCOB gegen München nicht durchweg glänzte, sondern auch eine Schwächephase zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte, war Anlass für eine Analyse, die aber kein tiefer gehendes Problem aufdeckte. „Tatsächlich war es so, dass wir durch eine Unterzahl und durch einige verworfene Bälle einen Schwächemoment hatten“, sagt der Coach und ergänzt: „Das kann mal vorkommen – wichtig ist, dass wir die richtigen Schlüsse daraus ziehen.“ Ihm ist ohnehin wichtiger, „dass wir unsere starken Phasen weiter ausbauen“. Davon gabs gegen München auch einige. Mit Blick auf die Tabelle käme ein weiterer Auswärtssieg (derartige gab es bisher bei den Rhein-Neckar Löwen II, bei der TGS Pforzheim sowie beim TuS Fürstenfeldbruck) jedenfalls recht. Oppenweiler/Backnang könnte seine Ausgangsposition festigen und dann schauen, ob eines der anderen Teams aus der vorderen Tabellenhälfte patzt. Allerdings ist das nicht mehr als ein Nebenaspekt – in erster Linie achtet der HCOB auf sich selbst.

Personell gibts aller Voraussicht nach keine Veränderungen. Tim Dahlhaus fällt aus, alle anderen 15 Akteure sind fit.

Rund ums Spiel des HCOB bei der Balinger Bundesliga-Reserve

Der Gegner Die zweite Mannschaft des HBW ist eine echte Talentschmiede, hat sie doch immer wieder Spieler fürs Bundesliga-Team hervorgebracht. Zugleich hat sich die Reserve in der Dritten Liga sehr gut etabliert und zählt zu den Mannschaften, die seit Bildung dieser Spielklasse im Jahr 2010 ununterbrochen in ihr vertreten sind. Der HBW II erreichte meist Plätze im vorderen Mittelfeld oder in der Spitzengruppe. Diese Runde gabs zunächst einige Niederlagen, zwischenzeitlich stimmt die Form und es wurden drei Siege in Folge bejubelt.

Die Halle Die Handballer aus dem Murrtal gastieren zum zehnten Mal zu einem Punktspiel in der im Dezember 2006 eröffneten Balinger Sparkassen-Arena. Die ersten Duelle gab es noch in der Oberliga, seit 2015 begegnen sich beide Teams regelmäßig in Liga drei.

Der Livestream Die Begegnung wird Sportdeutschland.TV im Internet live übertragen.

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Erstellt:
17. November 2023, 06:00 Uhr

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