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Auf die Trainer kommt es an

Der Deutsche Ski-Verband steht nach der WM in Seefeld glänzend da – und vor einer großen Herausforderung

Gestanden haben alle fünf bei der nordischen Ski-WM überführten Blutdoper, einer mittlerweile sogar öffentlich. Als der Este Karel Tammjärv erzählte, wie der Betrug genau abgelaufen ist, war vor allem eine Aussage brisant: Ausgerechnet sein estnischer Coach Mati Alaver hat dem Langläufer den Kontakt zum mutmaßlichen Dopingdoktor Mark Schmidt nach Erfurt vermittelt. Was nur zeigt, welch wichtige Rolle die Trainer im Leben ihrer Athleten spielen. In allen Bereichen.

Ein guter Trainer bewahrt seinen Athleten davor, in die Dopingfalle zu geraten. Weil er ihm vermittelt, dass es zwar um Erfolge und das Ausschöpfen des Leistungsmaximums geht, aber nicht mit allen Mitteln. Sondern nur mit legalen. Doch ein Coach muss noch viel mehr können – er ist Trainingsplaner, Taktikstratege, Psychologe, Motivator und Korrektiv. Dass die nordische Sparte im Deutschen Ski-Verband (DSV) so erfolgreich ist, liegt natürlich daran, dass derzeit eine talentierte, ehrgeizige Sportler-Generation am Werk ist und der DSV viel Geld in diesen Bereich pumpen kann. Es hat aber auch mit den Trainern zu tun, von denen Sportdirektorin Karin Orgeldinger sagt: „Sie sind ein Pfund, mit dem wir wuchern können.“

Zugleich aber auch eine Herausforderung. Denn der Verband steht vor einem Umbruch. Werner Schuster, der charismatische Coach der Skispringer, hört nach der Saison auf. Hermann Weinbuch, der knitze Anführer der Kombinierer, kokettiert schon länger mit seinem Abschied. Andreas Bauer, der Trainer der Skispringerinnen, fühlt sich mit 55 Jahren zu alt, um Nachfolger von Schuster zu werden. Und Peter Schlickenrieder, der Chef der Langläufer, hat erklärt, dass er sich den Stress nur bis zu den Olympischen Spielen 2022 antun will. Alle vier sind nicht nur mit Leidenschaft Trainer, sondern auch hervorragende Verkäufer ihrer Sportart. Und werden entsprechend schwer zu ersetzen sein. Auch für einen Verband, der nach der WM in Seefeld glänzend dasteht.

jochen.klingovsky@stzn.de

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Erstellt:
4. März 2019, 03:04 Uhr

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