Aufholjagd der TSG Backnang bleibt ohne Hppy End

Nach einem 2:5-Rückstand unterliegen die Judomänner dem TSV Abensberg mit 6:8.

Maximilian Heyder (vorne) hat zweimal für die TSG gepunktet. Foto: Tobias Sellmaier

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Maximilian Heyder (vorne) hat zweimal für die TSG gepunktet. Foto: Tobias Sellmaier

Die Judomänner der TSG Backnang haben in der Südgruppe der Bundesliga ihren ersten Dämpfer erhalten. Nach drei Siegen in den ersten drei Begegnungen gab es im Heimkampf gegen den deutschen Rekordmeister TSV Abensberg eine knappe 6:8-Niederlage. Pechvogel des Abends war dabei Fabian Kansy. Er hatte sowohl in der ersten als auch in der zweiten Runde jeweils den letzten Kampf zu bestreiten. In beiden Fällen musste er im Limit bis 90 Kilogramm bei schwierigen Zwischenständen auf die Matte, und in beiden Fällen hatte er das Nachsehen – in der ersten Runde erst nach mehr als acht Minuten Kampfzeit. „Man kann Fabian überhaupt keinen Vorwurf machen. Er hat gegen starke Gegner antreten müssen und wirklich alles rausgehauen“, hatte Teammanager Jens Holderle tröstende Worte für seinen Kämpfer parat.

Fabian Kansys erster Kampf geht über mehr als acht Minuten

Besonders eng war es im letzten Kampf vor der Pause. Fabian Kansy musste beim Stand von 2:4 gegen Johann Lenz antreten. In der regulären Kampfzeit von vier Minuten gab es lediglich eine Strafe gegen Lenz, aber keine Wertungen. Es ging also in den Golden Score. Lenz handelte sich die zweite Strafe ein, bei der dritten wäre der Kampf an Kansy gegangen. Doch nach rund vier Minuten der Overtime schaffte der Abensberger einen Waza-ari, eine kleine Wertung. „Das war echt unglücklich, da sah unser Mann eigentlich besser aus“, urteilte Katharina Menz. Die Vizeweltmeisterin von 2022 saß am Mattenrand und fieberte mit ihren Vereinskollegen mit.

Die Begegnung hatte aus Backnanger Sicht äußerst ungünstig begonnen. Dino Pfeiffer kam in der Klasse über 100 Kilogram gegen Falk Petersilka nach gut zweieinhalb Minuten in einen Haltegriff, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Sebastian Kaun (bis 81 Kilogramm) unterlag Peter Thomas nach dreieinhalb Minuten durch Ippon, und Andre Strässer (bis 100 Kilogramm) hatte gegen den Georgier Ilia Sulamanidze keine Chance und unterlag nach gut zwei Minuten durch den zweiten Waza-ari. Erst Maximilian Heyder (bis 60 Kilogramm) brachte die Backnanger auf die Anzeigetafel. Er drückte seinem Gegner Ben Howard drei Strafen auf und sorgte somit für den ersten TSG-Punkt. Shakhram Akhadov (bis 73 Kilogramm) legte direkt nach. Er geriet gegen Kevin Abeltshauser zwar zunächst in Rückstand, drehte den Kampf aber nach nur eineinhalb Minuten durch einen Ippon um. Robin Angerer (bis 66 Kilogramm) hatte nun die Chance auf den Ausgleich. Doch auch er geriet gegen Patrick Weisser durch einen Waza-ari in Rückstand, den er bis zum Ende der Kampfzeit nicht mehr ausgleichen konnte.

Nach dem 2:5 zur Pause brachte Jens Holderle für die zweite Runde die Holländer Jus Spijkers (über 100 Kilogramm) und Frank De Wit (bis 81 Kilogramm), die beide souverän ihre Kämpfe gewannen. Spijkers setzte sich per Haltegriff gegen Michael Weber durch, De Wit brauchte nur etwas mehr als eine Minute für seinen Ippon gegen Peter Thomas. Somit war die TSG auf 4:5 dran. Anschließend hatte jedoch auch Hugo Murphy keine Chance gegen Ilia Sulamanidze, der nach zwei Minuten durch Ippon für das 4:6 sorgte. „Man muss das aber mal einordnen: Sulamanidze ist ein Kandidat für eine Olympiamedaille. Dass der überhaupt hier kämpft, das ist schon sensationell. So nah kommt man an solche Leute eigentlich nie ran“, betonte Jens Holderle die Klasse des Georgiers.

Maximilian Heyder und Shakhram Akhadov holen jeweils zwei Punkte

Klasse Kämpfe zeigten anschließend aber auch Maximilian Heyder und Shakhram Akhadov. Heyder bekam es erneut mit Ben Howard zu tun, gegen den er zunächst eine kleine Wertung verbuchte und schließlich mit einer ganzen Wertung die TSG auf 5:6 heranbrachte. Akhadov sorgte durch Ippon in der letzten Kampfminute gegen Nino Menzl dann sogar für den Ausgleich. Robin Angerer schaffte es zunächst, Giorgi Novadze eine Strafe aufzubrummen, unterlag aber schließlich nach knapp zwei Minuten durch Ippon. Und zum Abschluss verlor dann Fabian Kansy gegen Nika Kharazishvili seinen zweiten Kampf nach gutem Start ebenfalls durch Ippon.

Die Enttäuschung hielt sich bei Jens Holderle aber in Grenzen: „Natürlich hätten wir gerne zumindest das Unentschieden geholt. Es waren zwei Kämpfe in der ersten Runde, die auch für uns hätten ausgehen können. Doch so ist es jetzt eben. Abensberg ist ein Spitzenteam. Wir müssen uns da nicht grämen. Die Halle war voll, die Stimmung super, und wir wären nach dem 2:5 fast noch zurückgekommen.“ Dass die beiden Holländer erst in der zweiten Runde zum Einsatz kamen, „hätte man sicher anders machen können. Aber ich darf von 14 Kämpfen ja nur vier mit Nicht-Deutschen besetzen. Dann wäre es vermutlich umgekehrt gelaufen und das Endergebnis dasselbe gewesen“. In der Tabelle ist Abensberg nun drei Punkte weg, der Tabellendritte Leipzig ist einen Zähler hinter der TSG. Aber für das Final Four ist noch nichts entschieden. „Wir müssen jetzt erstmal nächste Woche beim starken Aufsteiger in Karlsruhe antreten. Parallel treffen Abensberg und Leipzig aufeinander. Danach können wir uns dann mal die Tabelle anschauen“, betonte Holderle.lau

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Erstellt:
23. Juni 2024, 20:44 Uhr

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