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Aufschwung steht auf einer breiten Basis

Der SV Allmersbach hat zum dritten Mal den Sprung in die Fußball-Landesliga geschafft, doch darauf ruht sich der Verein nicht aus. Auch im Nachwuchsbereich geht’s stetig bergauf, was aber zugleich infrastrukturelle Herausforderungen mit sich bringt.

Haben den SVA-Nachwuchs stets im Blick: Die SVA-Verantwortlichen Timo Herbst, Günter Schäffler, Johannes Stanke, Martin Weller, Ralf Kern und Eric Schulz (von links).Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Haben den SVA-Nachwuchs stets im Blick: Die SVA-Verantwortlichen Timo Herbst, Günter Schäffler, Johannes Stanke, Martin Weller, Ralf Kern und Eric Schulz (von links).Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Bei aller Freude über den Doppelaufstieg der Ersten in die Landesliga und der A-Jugend in die Landesstaffel vergisst Günter Schäffler nicht, dass alles auch völlig anders hätte kommen können. Der Sportvorstand erinnert an die Saison 2015/2016, „die war ganz wichtig für unsere weitere Entwicklung“, sagt der 59-Jährige. Interimstrainer Roland Stampfl bewahrte die Erste gerade noch vor dem Abstieg in die Kreisliga A, die A-Jugend landete mit Martin Weller in der Bezirksstaffel knapp über dem ominösen Strich. Wäre es vor vier Jahren für beide Mannschaften runtergegangen, hätte sich der momentane Aufschwung wenigstens verzögert, eventuell wäre er auch abgewürgt worden.

Stattdessen schickten sich beide Teams danach schnell an, den umgekehrten Weg anzutreten – nämlich den nach oben. Die A-Jugend wurde dreimal Zweiter der Bezirksstaffel, doch zum Sprung in die Verbandsstaffel reichte es nicht. Nun geht es nach der vierten Vizemeisterschaft in Serie hinauf in die neu ins Leben gerufene Landesstaffel. Für die Erste blieb es nach dem Aufstieg unter Thomas Sommer bei einem einjährigen Landesliga-Abenteuer, doch mit dem Trainerduo Johannes Stanke/Martin Weller klappte es jetzt mit der prompten Rückkehr. „Der nächste Schritt ist, das Niveau zu halten“, steckt Weller in Übereinkunft mit seinem Mitstreiter das Ziel ab. „Das wird schwer genug und wäre ein Meilenstein in der Entwicklung.“

Sollte es auch im dritten Versuch nach 1991 bis 1993 und 2018/2019 nicht funktionieren, den SVA auf Dauer in der Landesliga zu etablieren, breche zwar „nicht alles wie ein Kartenhaus zusammen“, sagt Schäffler, doch das erklärte Ansinnen ist es allemal. Jedoch nicht mit aller Macht, „es werden keine Spieler mit Geld geködert“, behauptet Weller: Fahrtkosten, dieselbe Punktprämie für alle – das war’s. Es gibt definitiv Klubs, die das anders handhaben, doch Allmersbach kann mit seinen Argumenten offensichtlich punkten. „Bei uns gibt es kein großes Kommen und Gehen“, unterstreicht der Trainer, „es ist etwas Gewachsenes.“ Auch nach dem jetzigen Aufstieg wurde das Team nur punktuell ergänzt, bei Zugängen fällt die Wahl des SVA oftmals auf Fußballer, „die woanders keine Perspektive mehr hatten“.

Wichtigster Baustein soll allerdings der eigene Nachwuchs sein. Als es 1993 wieder in die Bezirksliga runterging, sei aus der Jugend zu wenig nachgekommen, um die Abgänge zu kompensieren und sofort wieder aufzusteigen, erinnert sich Schäffler, der damalige Kapitän. „Jetzt ist mehr Potenzial da.“ Neben der bereits erwähnten Landesstaffel-A-Jugend gibt’s die Bezirksstaffel-B-Jugend, weshalb Weller den SVA auf gutem Weg sieht, „den Leistungssport im Jugendbereich zu etablieren“. In den weiteren Altersklassen bis hinab zu den Bambini sollen jeweils zwei Teams gemeldet werden. Macht bis zu zwölf männliche Jugendmannschaften, dazu gesellen sich mittlerweile schon drei weibliche.

„Wenn wir etwas machen, dann machen wir es richtig“, sagt Jugendleiter Timo Herbst mit gewissem Stolz. Die Allmersbacher, die auch auf der Vorstandsebene eine hohe Kontinuität auszeichnet, sehen sich inzwischen als die dritte Kraft im Jugendbereich in der Region – hinter der SG Sonnenhof Großaspach und der TSG Backnang, wobei das noch eine recht bescheidene Einschätzung ist, denn mit dem Etzwiesenverein sind sie mindestens auf Augenhöhe. Nun gilt es, dieses Niveau zu festigen und sich noch sukzessive zu verbessern, mahnt Herbst an. Der 35-Jährige setzt hierbei auf die Strahlkraft der Ersten und der A-Jugend, doch auch die in der Kreisliga A 2 kickende Zweite nimmt eine wichtige Rolle ein. „Ich denke, sie hat gute Karten, um den Bezirksliga-Aufstieg mitzuspielen“, verkündet Weller. Weil es auch noch die Dritte in der Kreisliga B 5 gibt und damit das Niveau im Aktivenbereich sehr breit gestreut ist, „kann jeder Jugendliche bei uns bleiben“, betont der 52-jährige Coach einen großen Vorteil des SVA im Vergleich zu einigen Kontrahenten.

Der Verein will sich auf dem Erreichten jedoch nicht auszuruhen, weitere Projekte sind angedacht. „Wir planen ab der neuen Saison eine interne Fußballschule“, kündigt Jugendtrainer Ralf Kern, der zugleich Mitglied der Jugendleitung ist, an. Für die Kinder ab der C-Jugend abwärts soll zusätzliches Fördertraining angeboten werden. Die vor allem während der Winterzeit ohnehin schon sehr begrenzten Platzkapazitäten werden damit noch weiter ausgereizt. „Wir suchen nach Möglichkeiten, wie wir Abhilfe schaffen können“, verrät Kern. Kooperationen mit benachbarten Vereinen wären eine Option, ein weiterer Kunstrasenplatz am Standort in den Bildäckern hat derzeit eher noch Visionsstatus.

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Erstellt:
12. August 2020, 06:00 Uhr

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