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Backnangs Senioren schlagen kräftig zu

Rang eins für die Ü-59-Volleyballer sowie zweite Plätze für Ü-49-Frauen und Ü-69-Männer der TSG bei deutscher Meisterschaft

Sie haben’s wieder getan. Backnangs Seniorenvolleyballer haben bei der deutschen Meisterschaft erneut abgeräumt. Mit einem Titel bei den Ü-59-Männern sowie zweiten Plätzen bei den Ü-49-Frauen und den Ü-69-Routiniers kehrten die drei TSG-Teams aus Minden zurück. Einmal mehr haben die Oldies aus dem Murrtal bewiesen, dass sie noch längst nicht zum alten Eisen zählen.

Bejubelten ihre deutsche Meisterschaft (stehend von links): Backnangs Ü-59-Volleyballer mit Jens Krüger, Wilfried van Meegen, Wolfgang Sprenger, Peter Gressmann, Erwin Mathis, Walter Hafner, Franz Steiner und Manfred Schlegelmilch sowie Uwe Schlittenhardt, Coach Pitt Richter und Wolfgang Sterzel.

Bejubelten ihre deutsche Meisterschaft (stehend von links): Backnangs Ü-59-Volleyballer mit Jens Krüger, Wilfried van Meegen, Wolfgang Sprenger, Peter Gressmann, Erwin Mathis, Walter Hafner, Franz Steiner und Manfred Schlegelmilch sowie Uwe Schlittenhardt, Coach Pitt Richter und Wolfgang Sterzel.

Von Uwe Flegel

Gut gelaunt kommentiert Ernst Bachmann das Abschneiden seiner Ü-69-Mannschaft: „Es ist nicht gut, wenn man deutscher Vizemeister wird und ist damit gleichzeitig schlechteste Mannschaft des Vereins.“ Begleitet wird die Feststellung von einem breiten Grinsen. Nur locker nehmen der 69-Jährige und die anderen Macher des Backnanger Seniorenvolleyballs ihren Sport allerdings nicht. „Man hat schon einen Anspruch an sich und fährt nicht einfach nur dorthin“, erklärt Pitt Richter, zusammen mit Wolfgang Sterzel zuständig fürs siegreiche Ü-59-Team. Er erfährt von Birgit Sterzel Unterstützung. Der Kopf der Ü-49-Frauen macht klar: „Wer als Sportler bereits ein bisschen Erfolg hatte, der geht solche Dinge auch mit Erwartungen an.“

Vielleicht ist dies einer der wichtigsten Gründe, weshalb die TSG im Seniorenbereich seit Jahren zu den besten deutschen Vereinen zählt. Die Organisatoren haben die richtige Mischung zwischen Lockerheit und Ernsthaftigkeit gefunden, um ihr Hobby mit Freude und mit Erfolg auszuüben. Wobei das kein Wunder ist. Mit Ernst Bachmann, Pitt Richter, Wolfgang und Birgit Sterzel sind die Protagonisten die Personen, die seit vielen Jahren immer wieder irgendwo auftauchen, wenn es im Backnanger Volleyball Erfolg zu vermelden gibt. Sei es im Schulbereich oder eben im Verein. Den zeichnete schon immer eine gute Nachwuchsarbeit aus. So stammt zum Beispiel der frühere deutsche Nationalspieler Frank Bachmann ebenso wie die Beachvolleyballer Yannick und Manuel Harms von der TSG. Wobei bei den Männern und der männlichen Jugend derzeit nichts geht. Im Gegensatz zu den Frauen, die gerade erst wieder die Rückkehr in die Regionalliga geschafft haben und bei denen sich in der Jugend zuletzt Jennifer Faber sowie Iva Maglica mit Berufungen für Verbandsauswahlteams hervortaten.

Vor allem aber bei den Senioren sind die Backnanger schon seit vielen Jahren auf einem konstant hohen Niveau. „Das hat schon was damit zu tun, dass du einfach jemand brauchst, der sich vernünftig um die Organisation kümmert“, erklärt Wolfgang Sterzel. Denn: Wer Erfolg will, der kann nicht einfach nur kommen und wollen. Bei der Ü 69 zum Beispiel haben sich um Backnangs Volleyballurgestein Ernst Bachmann Spieler aus dem gesamten Rems-Murr-Kreis, aus Affalterbach, aus Stuttgart, aus Mutlangen und aus dem niedersächsischen Diepholz versammelt. Pitt Richter und Wolfgang Sterzel hatten in ihrem Meisterteam Akteure aus Nürtingen, Durmersheim, Karlsruhe, Neuss, Wiesloch und Hof stehen. Erwin Mathis stammt sogar aus der Schweiz und kam nach Backnang, als er bei der Senioren-WM in Loutraki (Griechenland) Sterzel und Richter kennenlernte, die damals Trainer des deutschen Teams waren. Der Eidgenosse sprach die Schwaben an, da er eine Mannschaft suchte, in der er in seiner Altersklasse noch auf gutem Niveau Volleyball spielen kann. Bei der TSG geht das und deshalb nimmt der Informatikdozenten von der Hochschule Luzern ab und zu den weiten Weg nach Backnang gerne in Kauf. „Trotz der teilweise weiten Wege kommen die Spieler immer, wenn es zeitlich irgendwie passt“, erzählen Wolfgang Sterzel und Pitt Richter. Immer heißt: zu Regional- und württembergischen Meisterschaften, zu süddeutschen und deutschen Titelkämpfen oder auch mal zu einem Trainingslager im Murrtal, mit dem sich die TSG auf Minden vorbereitet hat. Klar, dass die Spieler die Kosten für Übernachtung und anderes selbst tragen.

Sportlicher Ehrgeiz und eine vernünftige Organisation sind das eine, gute Kontakte das andere, wie Birgit Sterzel weiß: „Bei den früheren Partien gegeneinander sind ja auch Freundschaften entstanden.“ Die werden von den Spielerinnen aus Backnang, Murrhardt, Ludwigsburg, Reutlingen, Ditzingen, Lauffen und Mönsheim nun in einer gemeinsamen Ü-49-Mannschaft erfolgreich gepflegt.

Wobei das Seniorenvolleyball in Backnang nicht nur aus diesen drei Teams besteht. Sie waren es halt, die sich für die deutsche Meisterschaft, bei der insgesamt 133 Mannschaften in zwölf Altersklassen antraten, qualifiziert hatten. Drei weitere TSG-Teams hätten das auch gerne geschafft, scheiterten allerdings in der Runde zuvor. Wie erwähnt: Einfach nur so nebenher geht Erfolg nicht, auch nicht im etwas gesetzteren Alter.

Info
Ein souveräner Titelgewinn, zweimal erst im letzten Duell gestoppt

Die Ü-49-Frauen der TSG Backnang „wollten eigentlich deutscher Meister werden“, gesteht Birgit Sterzel. Am Ende wurde es Rang zwei hinter der SG Rodheim, die im vergangenen Jahr ebenfalls den Titel gewonnen hat. Damals noch als HTG Bad Homburg. Etwas ärgerlich für Backnang. In der Vorrunde war Rodheim wie der VfR Jettingen noch 2:0 besiegt worden. In der Zwischenrunde und im Halbfinale bezwang die TSG den BSV 69 Köln sowie Volley Saar ebenfalls 2:0, ehe es im Finale gegen Rodheim ein 0:2 gab.

Die Ü-59-Männer mussten im Halbfinale die höchste Hürde überwinden. Titelverteidiger Dürener TV gewann auch den ersten Satz und lag im zweiten lange vorne. Am Ende war es eine Aufschlagserie von Walter Hafner, mit der Backnang die Partie von 19:21 auf 25:21 drehte. Der Tiebreak ging klar an die TSG, die im Endspiel den Vorjahreszweiten Helios Berlin 2:0 besiegte. Ein Ergebnis, das es in der Vorrunde gegen Iserlohn und Amberg sowie in der Zwischenrunde gegen Thurm ebenfalls schon gegeben hatte.

Mit 69 Jahren gewann Ernst Bachmann seine erste Medaille bei einer deutschen Meisterschaft: „Und das nach 35 Jahren, in denen ich bei Seniorentitelkämpfen teilnehme.“ Entsprechend zufrieden waren der Backnanger und seine Mitstreiter, die Gold erst im allerletzten Spiel der Fünfgruppe verpassten. Gegen den späteren Meister Solingen Volleys gab es ein deutliches 0:2. Zuvor hatte die TSG den SV Berlin-Buch und den TSV Herbrechtingen klar mit 2:0 und den Walddörfer SV mit 2:1 bezwungen.

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Erstellt:
18. Juni 2019, 06:00 Uhr

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