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Baryshnik hofft auf eine Medaille

Backnanger Boxer startet am morgigen Donnerstag in die Weltmeisterschaft in Jekaterinburg

Wladislaw Baryshnik will bei der Box-WM ordentlich zuschlagen, auch wenn es noch nicht ums Olympia-Ticket geht. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Wladislaw Baryshnik will bei der Box-WM ordentlich zuschlagen, auch wenn es noch nicht ums Olympia-Ticket geht. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Im russischen Jekaterinburg hat die Weltmeisterschaft im olympischen Boxen der Männer begonnen. Mit dabei in der Millionenstadt östlich des Uralgebirges ist der Backnanger Wladislaw Baryshnik, der ein ehrgeiziges Ziel verfolgt: „Ich will natürlich eine Medaille für Deutschland gewinnen.“ Dass es alles andere als leicht wird, ist dem 23-Jährigen jedoch bewusst, denn „es ist bis jetzt die stärkste WM aufgrund sehr vieler Teilnehmer in allen Gewichtsklassen, vor allem in meiner“. Insgesamt 53 Faustkämpfer streiten sich in der Kategorie bis 63 Kilogramm um die Edelmetalle.

„Wir haben uns lange und intensiv vorbereitet“, berichtet der Boxer mit den kasachischen Wurzeln, der im Murrtal längst heimisch geworden ist. Es begann mit dem Grundlagentraining in Österreich, ehe es in die spezielle WM-Vorbereitung mit dem Nationalteam in Kienbaum ging, wo es einige Sparringskämpfe gegen Sportler aus Thailand, Kuba und Irland gab. Am morgigen Donnerstag um 14.45 Uhr deutscher Zeit (Ortszeit: 17.45 Uhr) starten die Titelkämpfe in Russland für Wladislaw Baryshnik mit dem Duell mit dem türkischen U-22-Europameister Tugrulhan Erdemir, für eine Medaille braucht es wohl drei bis vier Siege und den Einzug ins Halbfinale. Das reicht dann, weil es kein kleines Finale gibt, sondern im Endklassement zwei dritte Plätze. Umgekehrt bedeutet aber jede Niederlage das sofortige Aus. Anders als in der Vergangenheit praktiziert, dient die WM des olympischen Boxverbandes AIBA nicht zugleich als Qualifikation für die kommenden Olympischen Spiele.

Der Grund: IOC-Präsident Thomas Bach verkündete Ende Juni in Lausanne den Ausschluss des Weltverbandes für Tokio 2020. Die Liste der Vorwürfe ist lang und beinhaltet Missmanagement, ein korruptes Punktrichterwesen und sogar Verstrickungen des Boxpräsidenten ins organisierte Verbrechen. Alle Bemühungen der AIBA, die Strukturen rechtzeitig im Sinne des IOC zu verändern, halfen nichts. Daher nimmt das Internationale Olympische Komitee die Organisation des Boxturniers in Japans Hauptstadt selbst in die Hand, wozu auch die insgesamt fünf Qualifikationsturniere zählen. Für die Europäer wird es von 13. bis 23. März 2020 in London ernst, zudem gibt es für die deutschen Boxer mit einem Turnier für Athleten aus aller Welt im Mai in Paris noch eine Chance.

Die Befürchtungen, die Topnationen könnten die WM in Jekaterinburg vor diesem Hintergrund vielleicht komplett ignorieren oder nur Rumpfteams schicken, haben sich aber nicht bewahrheitet. Insgesamt sind rund 450 Sportler aus 87 Nationen in der Expo-Arena mit 5000 Plätzen vertreten und kämpfen in acht Klassen um die Titel. In allen ist Deutschland mit einem Boxer vertreten, darunter der ehrgeizige Backnanger Wladislaw Baryshnik.

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Erstellt:
11. September 2019, 16:00 Uhr

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