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Bei der SGOS stimmt die Mischung

Mit vielen Talenten und einigen Routiniers führen die Fußballer aus dem Rohrbachtal als Aufsteiger die Kreisliga-A-2-Tabelle an

Die SG Oppenweiler/Strümpfelbach ist auf einem guten Weg, es so wie der Große Alexander Backnang in der Vorsaison zu machen und von der Kreisliga B2 in die Bezirksliga durchzumarschieren. Die Kicker aus dem Rohrbachtal führen das Kreisliga-A-2-Klassement mit 36 von 39 möglichen Punkten an, haben laut Vereinschef Alexander Stoppel aber „keinen Druck“, den Aufstieg schaffen zu müssen: „Wir genießen die Situation.“

Jonas Wieland (links) und die SGOS-Fußballer sind ihren Kontrahenten bislang fast immer einen Schritt voraus. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Jonas Wieland (links) und die SGOS-Fußballer sind ihren Kontrahenten bislang fast immer einen Schritt voraus. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Mit nur einer Niederlage, 118 Toren in 24 Partien und 13 Punkten Polster auf den Zweiten hatte die SGOS den Sprung in die Kreisliga A geschafft. Beeindruckende Kennzahlen, die den Trainer zu einer mutigen Vorgabe veranlassten. „Wir wollen vorne mitspielen“, betonte Daniel Funk zu Beginn der Vorbereitung. Als es später darum ging, das offizielle Ziel zu benennen, bekamen die Verantwortlichen Angst vor der eigenen Courage. Plötzlich war so, wie es bei Neulingen meistens der Fall ist, nur noch vom Klassenverbleib die Rede. Die meisten Rivalen dürften dies für vorbeugende Tiefstapelei gehalten haben, deren drei nannten die Truppe aus der Sturmfedergemeinde sogar als Meisterschaftstipp.

Wie es der bisherige Saisonverlauf zeigt, hatten sie in Althütte, Kirchberg und Kaisersbach den richtigen Riecher. Auch das Vertrauen Funks ins eigene Team war berechtigt. Die SGOS gewann 12 von 13 Duellen, darunter waren Kantersiege wie das 6:1 beim Zweiten der Vorsaison in Murrhardt. Insgesamt klingelte es schon 64-mal im Kasten der Kontrahenten, während der eigene Keeper Paul Schmiedel die Kugel erst 12-mal aus dem Netz klauben musste. Die einzige Pleite gab es mit dem 1:2 beim SV Allmersbach II und damit beim hartnäckigsten Verfolger. Die Bezirksliga-Reserve ist sogar noch ungeschlagen, leistete sich aber drei Remis und hat deshalb sechs Zähler Rückstand. Jedoch mit einem Spiel weniger, weshalb der Tabellenzweite noch auf drei Punkte herankommen kann.

Es deutet sich also ein Titelzweikampf an. Trotzdem träumt SGOS-Boss Alexander Stoppel (noch) nicht vom dritten Bezirksliga-Aufstieg der Vereinshistorie, sondern erfreut sich am Hier und Jetzt: „Die Tabelle, aber vor allem auch die Spiele sind toll anzuschauen. Die Zuschauer honorieren das, der Kassier schwärmt.“ Zwischen 100 und 200 Leute kommen zu den Heimspielen und sehen ein Team, in dem „die Mischung passt“, betont Stoppel. Da sind Routiniers wie Stephen und Manuel Perri, Tim Müller, Julian Krämer, Benedikt Csauth oder Marcel Friz, der zwar erst 24 ist, aber für Backnang und Neckarrems in der Ober- und Verbandsliga am Ball war. Und da sind Talente wie Torjäger Moritz und Even Stoppel, Lukas Rosenke, Jonas Wieland, Malik Hassler, Felix Kübler, Luca Krämer oder Fabrice Liepold, die allesamt erst zwischen 17 und 20 Jahre alt sind.

„Es gibt Parallelen“, vergleicht Alexander Stoppel das Meisterteam von 1994 mit der heutigen Elf: „Der Ehrgeiz ist derselbe und kommt aus der Truppe selbst.“ Sein Lob gilt aber auch dem Trainerduo Daniel Funk/Stephen Perri, das zudem die Zweite in der Kreisliga B 5 betreut. Auch sie führt die Tabelle an, auch ihr schärfster Rivale kommt mit dem SVA III aus Allmersbach. Mal sehen, ob es den Doppelaufstieg gibt.

Hintergrund
Zweimal Bezirksliga, aber jeweils nur eine Saison

Ihr erstes Gastspiel in der Fußball-Bezirksliga hatte die 1971 gegründete SG Oppenweiler/Strümpfelbach in den 80ern. Als Meister der Kreisliga A 2 stieg der Verein aus dem Rohrbachtal um den damaligen Trainer Werner Müller in der Saison 1984/ 1985 auf, nach nur einer Runde allerdings auch prompt wieder ab. Prägende Spieler dieser Zeit waren Klaus und Alexander Müller, Rolf Kiefer oder Michael Kübler.

Der zweite Meisterwimpel aus der Kreisliga A 2, der im Klubheim an der Wand hängt, datiert aus der Spielzeit 1993/1994. Coach Jürgen Rampmaier führte die Truppe um Leistungsträger wie Michael und Steffen Bühler, Alexander Stoppel oder Torjäger Jochen Häberer zurück in die Bezirksliga, doch auch im zweiten Versuch dauerte der Aufenthalt im Oberhaus des Fußballbezirks Rems-Murr lediglich eine Runde.

1999 ging es hinunter in die Kreisliga B 4, dort oder in der B 2 blieb die SGOS sieben Jahre. 2006 schaffte der Verein die Rückkehr in die Kreisliga A 2, bestieg aber noch viermal den Fahrstuhl zwischen den untersten Klassen. Ab 2010 war wieder B 2 angesagt, mit Ausnahme einer Saison in der A 2 (2015/2016). Im Sommer 2019 ging es als Meister der Kreisliga B 2 erneut eine Etage hoch, hier steht nun die Tabellenführung zu Buche. Ein drittes Bezirksliga-Gastspiel scheint also in Reichweite zu liegen.

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Erstellt:
6. November 2019, 06:00 Uhr

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