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Beutel freut sich aufs rasche Wiedersehen

Die HCOB-Handballer treffen im heutigen Drittliga-Heimspiel auf Kornwestheim und der Torwart damit auf seinen Ex-Verein

Felix Beutel bringt es auf den Punkt. Für ihn, den neuen Torwart der Drittliga-Handballer des HC Oppenweiler/Backnang, ist das heutige Heimspiel gegen Kornwestheim (20 Uhr, Gemeindehalle) etwas Besonderes. Warum, ist leicht zu beantworten: Er spielte zuletzt fünf Jahre bei den Gästen, nun kommt es zum schnellen Wiedersehen. Der 25-Jährige freut sich darauf, doch auf dem Spielfeld zählen keine alten Freundschaften, sondern nur der Sieg mit dem HCOB.

Will mit seinen Paraden dazu beitragen, dass die HCOB-Handballer einen einstelligen Platz erreichen können: Keeper Felix Beutel. Foto: A. Hornauer

© Alexander Hornauer

Will mit seinen Paraden dazu beitragen, dass die HCOB-Handballer einen einstelligen Platz erreichen können: Keeper Felix Beutel. Foto: A. Hornauer

Von Alexander Hornauer

Die Erinnerungen an die Zeiten in Kornwestheim sind noch frisch, und sie waren selten langweilig für Felix Beutel. In der ersten Runde erreichte er mit dem SVK einen Spitzenplatz, dann stieg der Sportler mit seinem Klub trotz 24 Pluspunkten aus Liga drei ab. 2017 gelang sofort die Rückkehr, die folgende Saison war für den Keeper „die spektakulärste“. Weil Tobias Tauterat, einst auch in Oppenweiler im Kasten, aufgehört hatte, trug Felix Beutel viel Verantwortung – und somit dazu bei, dass der Neuling Meister wurde. Dass die Verantwortlichen des Vereins den Sprung in die zweite Liga nicht wagten, wirkt allerdings noch als Wermutstropfen nach.

Mit Rang neun verabschiedete sich der Schlussmann nach der vergangenen Runde vom SV Salamander Kornwestheim. Der Abschied war von beiden Seiten positiv und von Respekt geprägt. „Ich blicke gerne auf die Zeit zurück“, betont Beutel – und Kontakte zu den früheren Mitspielern pflegt er auch. „Wenn man viel zusammen trainiert und sich auf den Wettkampf vorbereitet, dann entstehen nicht nur sportlich, sondern auch abseits des Spielfeldes Freundschaften“, erklärt er. Lange zählten Akteure wie Peter Jungwirth, Christopher Tinti und Fabian Kugel zu den Weggefährten. Beutel räumt ein: „Es ist ungewohnt, sich nun plötzlich gegenüberzustehen.“

Dass es so kommen würde, war absehbar, als es für ihn im Sommer hieß: Auf zu neuen Ufern. Seit Juli steuert der in Geislingen geborene und in Esslingen wohnende Torwart regelmäßig die Hallen in Backnang und Oppenweiler an. Die Integration im Murrtal klappte gut, verrät Beutel: „Ich hatte schon in den ersten Wochen nicht das Gefühl, neu zu sein.“ Überrascht ist er davon nicht, „eher war es so, dass es beim Wechsel eine Rolle spielte, dass ich wusste, was mich mannschaftlich erwartet“.

Und sportlich? „Fand ich die Vorbereitung im Großen und Ganzen gut.“ Wichtig sei gewesen, dass es gelang, den Schwung ins erste Heimspiel gegen Blaustein mitzunehmen. Der Dämpfer mit der Niederlage bei Balingen-Weilstetten fuchst ihn: „Wir haben gemerkt, was passiert, wenn sich nicht jeder zu 100 Prozent auf seine Aufgabe konzentriert.“ Zu hoch hängen will er die Partie aber nicht. „Der Großteil der Teams wird dort beide Punkte liegen lassen. Wenn wir die richtigen Schlüsse aus dem Spiel ziehen, war es sehr lehrreich.“

Insgesamt erkennt Beutel eine gute Perspektive. „Wir sind in der Breite und in der Qualität gut aufgestellt, auch die Altersstruktur passt“, findet der Torwart. Es herrsche viel gegenseitige Wertschätzung, das sei ein wichtiger Trumpf. Es gelte, immer wieder aufs Neue gierig auf Siege zu sein, „wir müssen uns permanent bewusst sein, wie schwer es ist, in dieser ausgeglichenen Liga zu punkten“. Bleibt das Team weitgehend von Verletzungen verschont, peilt Beutel einen einstelligen Platz an.

Er nimmt sich auch selbst in die Pflicht: „Als 25-Jähriger zähle ich schon zum älteren Teil des Teams, daher möchte ich Verantwortung übernehmen. Ich gehe in meine achte Drittliga-Saison und habe auch Zeiten gehabt, in denen ich gelernt habe, mit Höhen und Tiefen umzugehen. Ich will im Tor dauerhaft für konstante Leistungen hinter der Abwehr und somit auch mehr für Stabilität sorgen.“ Einige Paraden gegen Kornwestheim kämen gerade recht.

Dass es so früh zum Duell mit dem Ex-Verein kommt, ist für Beutel kein Problem: „Ich freue mich drauf, der Fokus auf diese Partie ist jetzt vielleicht besonders groß.“ So ganz wüssten beide Teams noch nicht, wohin der Weg führt – umso wichtiger ist es, anfangs fleißig zu punkten. Der Keeper sieht die Rivalen in etwa auf Augenhöhe: „Kämpferisch und was die Einstellung betrifft, werden beide keine Extramotivation brauchen, sich nichts schenken. Wenn ich mich an die letzten Derbys erinnere, sind auch immer recht viele Tore gefallen.“ Aus Torwartsicht dürften es auch weniger Treffer sein. Wer Favorit ist? „Durch die Platzierungen in den vergangenen beiden Jahren scheint Kornwestheim leicht im Vorteil“, meint Beutel, „aber wir haben den Heimvorteil. Der kann uns in schwierigen Phasen die zweite Luft verschaffen.“

Zur Person
Felix Beutel

1993 wird Felix Beutel am 13. Dezember in Geislingen geboren. Mit dem Handball beginnt er beim TV Altenstadt und wechselt in der Jugend zu Frisch Auf Göppingen, wo das Talent schließlich vom Feldspieler zum Torwart umgeschult wird.

2012 schließt sich Beutel eigentlich den Handballern der Stuttgarter Kickers an. Als diese aber ihr Team abmelden, zieht er zu HBW Balingen-Weilstetten II weiter.

2014 folgt der Wechsel nach Kornwestheim mit fünf ereignisreichen Jahren, vor dieser Saison dann die Entscheidung für den HC Oppenweiler/ Backnang. Vater Hans-Jürgen Beutel gilt im Filstal als renommierter Trainer, auch Bruder Florian spielte als Kreisläufer in höheren Ligen.

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Erstellt:
7. September 2019, 11:30 Uhr

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