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BVB entdeckt Mentalität - Jetzt erster Bayern-Jäger

dpa Mönchengladbach. Borussia Dortmund kann für die entscheidende Saisonphase auch beißen. Noch in der Hinserie wurde über angeblich fehlende Mentalität gestritten. Mit den Wintertransfers Haaland und Can scheint dies nun vorbei. Als Beleg dafür gilt der glückliche Sieg in Gladbach.

Dortmunds Lukasz Piszczek bejubelt den 2:1-Sieg bei Borussia Mönchengladbach. Foto: Marcel Kusch/dpa

Dortmunds Lukasz Piszczek bejubelt den 2:1-Sieg bei Borussia Mönchengladbach. Foto: Marcel Kusch/dpa

Zum Start der bislang wichtigsten Woche in dieser Saison entdeckt Borussia Dortmund zuvor ungeahnte Fähigkeiten.

Spätestens nach dem glücklichen 2:1 (1:0) im Bundesliga-Spitzenspiel bei Borussia Mönchengladbach spricht niemand mehr über angeblich fehlende Mentalität beim neuen Zweiten der Fußball-Bundesliga. Die Zuversicht für den Champions-League-Showdown am Mittwoch bei Paris Saint-Germain mit Ex-Coach Thomas Tuchel und der Glaube, im Liga-Titelrennen noch einmal entscheidend mitzumischen, wachsen.

„Das gibt uns ein gutes Gefühl“, frohlockte Torhüter Roman Bürki nach dem fünften Pflichtspielsieg in Serie. Derzeit gewinnen die Westfalen - anders als in der Hinserie oder zum vergleichbaren Zeitpunkt der Vorsaison - auch die Spiele, in denen der Gegner mindestens auf Augenhöhe ist.

„Wir haben in den letzten Wochen immer Resultate eingefahren. Wir haben nicht immer top gespielt, aber wir haben gewonnen. Das ist wichtig und das gibt auch eine gute Stimmung“, sagte Bürki nach dem Topspiel in Gladbach, das eigentlich mehr und vor allem bessere Chancen hatte. „Am Ende war das sicher etwas glücklich“, räumte Sportchef Michael Zorc ein, und Mittelfeld-Stratege Alex Witsel bekannte: „Vor allem in der ersten Halbzeit war Gladbach besser.“

Trotzdem ist das Team von Trainer Marco Rose im Titelrennen zunächst einmal distanziert, erster Verfolger von Serienmeister Bayern München ist der BVB. „Wir sind auf einem guten Weg“, meinte Bürki. „Das freut mich am meisten, dass wir gut gekämpft haben.“ Nachdem Gladbachs Lars Stindl (50. Minute) die Dortmunder Führung von Thorgan Hazard (8.) ausgeglichen hatte, war die Elf vom Niederrhein eigentlich am Drücker, doch Dortmund biss sich zurück, drängte die stürmischen Gladbacher zurück und kam durch Achraf Hakimi (71.) noch zum Sieg.

„Big (!) win today!“, twitterte Abwehrchef Mats Hummels umgehend nach dem Spiel im Borussia-Park. Auch BVB-Trainer Lucien Favre feierte den Erfolg bei seinem Ex-Club für seine Verhältnisse überschwänglich mit Luftsprüngen, emotionalen Worten und auffallend guter Laune. „Das war sehr hart gegen einen sehr, sehr harten Gegner. Ich bin sehr zufrieden“, sagte der Schweizer. Schon beim 1:0 in der Vorwoche gegen Freiburg hatte Dortmund trotz eines mäßigen Spiels gewonnen.

Grund für den Mentalitätsumschwung sind nicht nur laut Hummels die Wintertransfers. Auch wenn Wunder-Stürmer Erling Haaland am Samstag abgemeldet war, lobte Hummels den 19-Jährigen für seinen allgemeinen Wert. Zusammen mit dem ebenfalls im Winter von Juventus Turin verpflichteten Emre Can stehen nun zwei willens- und kampfstarke Spieler im Team. „Jetzt haben wir die richtige Balance aus Künstlern und Arbeitern oder Leuten, die beides können“, sagte Hummels, der darin den Schlüssel sieht: „Wir haben eine andere Herangehensweise, das war heute ein Fight, den wir angenommen haben. Das hätte vor ein paar Wochen noch anders ausgesehen.“

Nach dem 2:1 im Achtelfinal-Hinspiel gegen Paris geht es am Mittwoch nun zunächst ums Weiterkommen der Königsklasse, anschließend warten vor dem Liga-Knaller gegen die Bayern Anfang April das Derby am Samstag gegen Schalke und das Auswärtsmatch in Wolfsburg. „Wir müssen weiterkommen und wollen unsere beiden Spiele gewinnen, um dann im Heimspiel im April anzugreifen. Man muss es nicht ganz oft sagen, aber Bayern spielt gerade einen sehr starken Fußball. Da müssen wir bis dahin alle Punkte holen und dann auf dem absoluten Maximum sein“, forderte Hummels.

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Erstellt:
8. März 2020, 05:00 Uhr

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