„Das ist eine große Ehre für mich“

Jan Schlichenmaier wird bei der Ersatzweltmeisterschaft für Mountainbiker als einer von fünf internationalen Kommissären tätig sein. Als eine Art Schiedsrichter trifft der Auenwalder Entscheidungen im Wettkampf und regelt den sportlichen Ablauf.

Jan Schlichenmaier wird bei der Mountainbike-Weltmeisterschaft in Leogang als Kommissär im Einsatz sein. Foto: Uli Hugger

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Jan Schlichenmaier wird bei der Mountainbike-Weltmeisterschaft in Leogang als Kommissär im Einsatz sein. Foto: Uli Hugger

Von Uli Hugger

Eine große Aufgabe steht für Jan Schlichenmaier aus Auenwald an. Der 33-Jährige wurde vom Radsportweltverband Union Cyclist International (UCI) für die Ersatzweltmeisterschaft 2020 nominiert, die Anfang Oktober im österreichischen Leogang stattfindet. Schlichenmaier wurde in den Disziplinen Cross Country, Cross Country E-Bike und Downhill nominiert.

Dort trifft er zusammen mit fünf weiteren Kommissärskollegen aus ganz Europa Entscheidungen im Wettkampf und regelt den sportlichen Ablauf der Weltmeisterschaft. Das heißt, er ist zum einen als Back-up für die Zeitnahme zuständig, sollten die elektrischen Transponder ausfallen. Zum anderen agiert er als eine Art Schiedsrichter. „Wir kümmern uns um die Startaufstellung und schauen, dass alles regelkonform abläuft“, sagt Schlichenmaier. Dabei gehe es zum Beispiel darum, dass bei der Übergabe von Getränken oder Energieriegeln auf der Strecke oder beim Austauschen von beschädigtem Equipment keine anderen Fahrer behindert werden. Zusätzlich zu den fünf internationalen stellt der Österreichische Radsportverband nochmals zehn nationale Kommissäre.

Die Mountainbike-WM ist eines der größten Events.

Eigentlich war Schlichenmaiers Einsatz bei der Heimweltmeisterschaft im Cross Country in Albstadt vorgesehen, die für den 26. bis 28. Juni 2020 angesetzt war und zu der er Anfang des Jahres – also noch vor Corona – vom Bund Deutscher Radfahrer vorgesehen war. Auch der Job des Kommissärpräsidenten für den Mountainbike-Weltcup in Lenzerheide in der Schweiz stand bereits auf dem Programm. Dann kam Corona. Alle Rennen abgesagt. Die Cross-Country-WM am Rand der Zollernalb wurde abgeblasen, das Event terminlich neu angesetzt und mit der Gemeinde im Pinzgau wurde ein neuer Austragungsort gefunden. Hier sollte 2020 ohnehin die Mountainbike-WM stattfinden, allerdings ohne die Disziplinen Cross Country und Downhill, die auf der Schwäbischen Alb ihre Heimat gefunden hatten. Nun findet in Leogang eine Dreifach-WM statt.

Schlichenmaier war selbst Lizenzfahrer auf der Bahn und der Straße, war bereits in mehreren Vereinen tätig, unter anderem für den RSV Waldrems, den 1. RV Stuttgardia Stuttgart, er war Mitglied beim TSV Schmiden und ist aktuell beim RV Wanderer Schorndorf. Durch ihn fand auch sein jüngerer Bruder Tim Schlichenmaier, der BKZ-Sportler des Jahres 2019, zum Radrennfahren Die Funktion als Kommissär interessierte Jan Schlichenmaier letztlich aber mehr als das Fahren. 2007 absolvierte er seinen ersten Landesverband-Kommissärslehrgang zum Wettkampfrichter im Württembergischen Radsportverband in der Landessportschule Albstadt. Er wurde ausgebildet für alle Rennsportdisziplinen, also Straße, Bahn, Mountainbike und Cross.

2015 spezialisierte sich der engagierte Schwabe auf Mountainbike und schloss den Nationaler-Elitekommissär-Lehrgang Mountainbike in Budapest erfolgreich ab. Zwei Jahre später folgte die internationale Ausbildung beim Radsportweltverband in Aigle in der Schweiz zum „UCI-International-Kommissär Mountainbike“. 2018 kam die praktische Prüfung während eines Cross-Country-Rennens in Wales hinzu. „Mein größter Einsatz in der ersten Saison als Kommissär war 2019 der des Assistenten beim Mountainbike-Weltcup in Val di Sole in Italien. Dann kam Corona und somit in diesem Jahr nur noch ein Einsatz Ende August in Belgien“, fasst Jan Schlichenmaier zusammen. Dass er nun doch noch einen Einsatz bei der Weltmeisterschaft hat, freut ihn sehr. „Das ist nach den Olympischen Spielen der größte Einsatz, den man haben kann. Das ist schon eine große Ehre für mich.“

Hoch motiviert blickt er jetzt auf die Mountainbike-WM am kommenden Montag und seinen Job als Mitglied des Kommissärpanels. Schlichenmaier ist einer von nur zwei aktuell aktiven Weltverband-Kommissären aus Deutschland. Zuschauer werden aufgrund von Corona keine zugelassen. Doch damit jeder weltweit das Bikefest miterleben kann, werden Bilder in alle Welt ausgestrahlt.

MTB-Weltmeisterschaft 2020

Die Mountainbike-Weltmeisterschaft sollte eigentlich vom 26. bis 28. Juni 2020 im baden-württembergischen Albstadt stattfinden. Aufgrund der Coronapandemie wurde der erste Termin verschoben.

Die Ersatzweltmeisterschaft findet nun vom 5. bis 11. Oktober 2020 in Österreich statt und beinhaltet drei Mountainbikedisziplinen: Cross Country (XCO), Cross Country E-Bike und Downhill. Zuschauer werden keine zugelassen.

Bei XCO legen die Wettkampfteilnehmer eine Strecke von 25 bis 40 Kilometern zurück und versuchen dabei, die Konkurrenz hinter sich zu lassen.

Beim Downhill geht es darum, eine bergab führende Strecke in möglichst kurzer Zeit zu bewältigen und dabei verschiedene Hindernisse und Untergründe zu bewältigen.

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Erstellt:
29. September 2020, 06:00 Uhr

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