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Daumen wird später gehoben oder gesenkt

Macher des Lautertal-Bikemarathons am 11. Oktober warten weitere Entwicklung ab, die Online-Anmeldung bleibt vorerst dicht

Der Countdown auf der Homepage des Lautertal-Bikemarathons läuft, gestern Vormittag waren es bis zum geplanten Startschuss noch 170 Tage. Ob das beliebte Rennen in und um Spiegelberg am 11. Oktober aber tatsächlich stattfinden kann, ist wegen der Coronakrise völlig offen. Vorerst sind Wettkämpfe tabu, für die Biker gibt’s immerhin ein Trostpflaster: Anders als viele andere Sportler können sie wenigstens weiterhin trainieren und ihrer Leidenschaft alleine, zu zweit oder im engsten Familienkreis frönen.

Der Förderverein der Spiegelberger Feuerwehr hofft derzeit noch, dass aus dem Lautertal-Bikemarathon im Oktober etwas wird.Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Der Förderverein der Spiegelberger Feuerwehr hofft derzeit noch, dass aus dem Lautertal-Bikemarathon im Oktober etwas wird.Foto: T. Sellmaier

Von Steffen Grün

Es sind noch ungefähr fünfeinhalb Monate, bis der Lautertal-Bikemarathon zum 15. Mal über die Bühne gehen soll. Eigentlich eine lange Zeit, aber durch die Pandemie „sind wir ebenso in Wartestellung wie viele andere Veranstalter“, sagt Siegfried Rosenberger vom Förderverein der Feuerwehr Spiegelberg: „Wir lassen die Planungen im Hintergrund weiterlaufen.“ Punkte auf der To-do-Liste, die keinen Aufschub mehr dulden, aber auch keine allzu großen finanziellen Risiken bedeuten, werden abgehakt, abgesehen davon wird auf Zeit gespielt: „Bevor wir Bestellungen und ähnliche Dinge in die Wege leiten, müssen wir zumindest eine gewisse Sicherheit haben.“

Wann das sein wird, kann niemand mit letzter Sicherheit sagen, aber „wir werden uns wohl Ende Juni oder Anfang Juli wieder zusammensetzen“, schätzt Rosenberger mit aller gebotenen Vorsicht. Der Wunsch wäre es, dann eine Entscheidung treffen zu können, vielleicht wird der Daumen allerdings auch noch ein wenig später gehoben oder gesenkt. Klar ist, dass die Online-Anmeldung vorerst nicht geöffnet wird, dies passiere „frühestens am 1. Juli oder dann, wenn es die Entwicklung zulässt“. Enorme Eile ist nicht vonnöten, wurde das von Anfang an gültige Limit von 750 Teilnehmern in den vergangenen beiden Jahren nach einer kleinen Delle doch wieder erreicht. Es habe Zeiten gegeben, so erzählt Siegfried Rosenberger, „da waren wir innerhalb von vier Wochen ausgebucht“. Mittlerweile sei die Tendenz bei den Sportlern erkennbar, „sich nicht allzu früh festlegen zu wollen“.

Auf Flexibilität setzt im Jahr 2020 auch das Organisationsteam: „Vielleicht können wir den Lautertal-Bikemarathon auch unter etwas geänderten Bedingungen durchziehen, wenn es am Ende nicht doch noch ganz normal machbar ist.“ Denkbar wäre es beispielsweise, die Sportler und die Zuschauer rund um die Veranstaltung nur in reduziertem Umfang zu bewirten oder sogar komplett darauf zu verzichten. Andererseits gibt Siegfried Rosenberger zu bedenken, dass es nicht zuletzt der gesellige Aspekt ist, der viele Breitensportler immer wieder nach Spiegelberg lockt – das zeigt sich schon alleine daran, dass sich die absolute Mehrheit der Mountainbiker für eine Runde und damit für 27,6 Kilometer sowie 735 Höhenmeter entscheidet. Möglich ist darüber hinaus auch das Doppelte und für die richtig Harten gar das Dreifache.

Zu denen, die sich gerne 82,8 Kilometer und 2205 Höhenmeter vornehmen, gehört Daniel Aspacher. Das Motto des Sportlers aus Weissach im Tal, der im Lautertal über die Langdistanz schon mehrmals die Nase vorne hatte, lautet „gut trainiert ist halb gewonnen“. Um den Sieg geht’s momentan zwar nicht, weil eben keinerlei Wettkämpfe stattfinden dürfen, aber das Training ist für die Mountainbiker anders als für viele andere Athleten beinahe uneingeschränkt möglich. „Wir können nach wie vor raus an die frische Luft und unseren Sport ausüben“, betont Bastian Burr, der Leiter der Mountainbikesparte innerhalb der Skiabteilung der TSG Backnang: „Das ist super.“ Schade ist dagegen, dass es Angebote wie den Fahrtechnikkurs für Kinder oder die Familien-Trail-Tour vorerst nicht gibt, weil es die Kontaktbeschränkungen nicht erlauben. „Für den Herbst habe ich Kurse und Touren allerdings noch nicht ganz abgehakt“, übt sich Bastian Burr in vorsichtiger Zuversicht, ahnt aber zugleich, dass sich etliche Angebote in die Quere kommen werden, „falls bis dahin wieder weitgehend Normalität einkehren sollte“.

Solange das nicht der Fall ist, „bin ich vor allem mit meinem Sohnemann unterwegs“, verrät der TSG-Funktionär und beachtet dabei konsequent die Sicherheitstipps, die ein Fachmagazin auf seiner Internetseite veröffentlicht hat (siehe Info-Kasten). Einen lokalpatriotisch beeinflussten, aber fraglos auch berechtigten Vorschlag, wo es schön zu fahren ist, hat Siegfried Rosenberger parat: „Spiegelberg und seine Umgebung bieten viele Möglichkeiten, zum Beispiel gibt es den Räuberweg. Generell sind die Löwensteiner Berge ein Eldorado für Mountainbiker.“ Vielleicht ja auch im Oktober beim Bikemarathon.

Info

Unter www.mountainbike-magazin.de sind Tipps in Coronazeiten zu finden. Klar sollte sein, dass das Fahren in Gruppen wegen der Kontaktbeschränkungen tabu ist: „Fahrt alleine, maximal zu zweit (und auch nur, wenn beide Personen im selben Haushalt leben).“ Mindestens 1,50 Meter Abstand gelten zudem „auch im Wald“.

„Bewegt euch am komfortabelsten Rand eurer Komfortzone“, lautet ein Rat: „Stürzen ist verboten – keine Jumps, keine Stunts, keine gefährlichen Trails.“ Kein Krankenhaus der Welt habe gerade „Bock auf Biker mit Armbruch“. Von Maximalbelastung wird abgeraten, weil es bei einer Infektion ohne Symptome auch für fitte Biker „lebensgefährlich“ werden könne.

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Erstellt:
25. April 2020, 06:00 Uhr

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