TVM: Dem Letzten klebt das Pech am Schläger

Murrhardts Tischtennismänner leisten gegen den Verbandsliga-Vierten aus Oberbrüden heftigen Widerstand, verlieren das Nachbarschaftsduell aber trotzdem knapp mit 6:9. Der TVM gibt mehrfach die Punkte noch ab, obwohl er in den Partien teilweise deutlich führt.

Jonas Schönemann (links) und Patrick Hartstern lagen mit dem TVM öfter vorne. Am Ende standen sie mit leeren Händen da. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Jonas Schönemann (links) und Patrick Hartstern lagen mit dem TVM öfter vorne. Am Ende standen sie mit leeren Händen da. Foto: Alexander Becher

Von Jürgen Wörner und Uwe Flegel

Es war kein Duell für schwache Nerven, das sich die Tischtennis-Verbandsliga-Teams aus Murrhardt und Oberbrüden lieferten. Der Tabellenvierte aus Auenwald lag rasch mit 3:0 in Führung, der gastgebende Tabellenletzte schlug zurück, glich erst zum 3:3 und dann zum 6:6 aus. Am Ende mussten sich die Hausherren dann doch mit 6:9 geschlagen geben. „Beide Mannschaften zeigten ein tolles Spiel mit vollem Einsatz. Es war sicher einer der sportlich hochwertigsten Vergleiche der vergangenen Jahre“, urteilte TVM-Abteilungsleiter Jürgen Wörner. Der ehemalige Bundesliga-Spieler bedauerte: „Leider konnten wir mehrmals spielerische Vorteile nicht nach Hause bringen, weil der TSV Oberbrüden kampfstark und ideenreich dagegenhielt und am Ende die glücklichere Mannschaft war.“

Ein Fazit, dem Oliver Letzgus nicht widersprach. Der einstige Oberliga-Akteur der Auenwalder wusste: „Es gab viele enge Duelle, die meisten gingen an uns.“ In Zahlen ausgedrückt: Sieben der insgesamt 15 Partien wurden erst im fünften Satz entschieden, fünf davon sicherten sich die Gäste. Letzgus gestand: „In den entscheidenden Spielen hatten wir das Glück ein wenig auf unserer Seite.“ Seine Erklärung: „Vielleicht spielte es eine Rolle, dass wir vorne mitmischen, aber nicht aufsteigen müssen und deshalb keinerlei Druck haben. Für Murrhardt war es im Abstiegskampf ein wichtiges Spiel.“ Hinzu kommt: Oberbrüden stellt im Vergleich zum Nachbarn das erfahrenere Team. In kritischen Situationen war das vielleicht der entscheidende Vorteil.

Wenn es richtig eng wird, dann punktet fast immer der Gast aus Auenwald

Bereits in den Eingangsdoppeln fehlte dem Schlusslicht das Glück. Alle drei Begegnungen waren ausgeglichen, aber am Ende stand der TVM dreimal als Verlierer da. Trotzdem gab’s bei dem Kellerkind aus dem Murrtal keine hängenden Köpfe. Im Gegenteil. Die Hausherren zeigten Kampfgeist. Dominik Wörner revanchierte sich gegen Florian Saljani für die Vorrundenniederlage. Patrick Hartstern besiegte erneut den hoch gehandelten Slowaken Juraj Zatko und Ivo Huber ließ gegen Christoph Krenzlin gar nichts anbrennen. Nach Julian Wörners Niederlage gegen Daniel Quiram hatte Jonas Schönemann Matchball gegen Letzgus, der erneute Ausgleich war möglich. Der erfahrene Oberbrüdener kämpfte sich aber ins schon verloren geglaubte Spiel zurück und siegte in fünf Sätzen. Beim 5:3 für die Auenwalder machte dann Murrhardts Luca Demisch sein vielleicht bestes Spiel im TVM-Trikot. Taktisch klug und geschickt zwischen Angriff sowie passivem Spiel wechselnd behielt er gegen Jonah Senge die Oberhand. Zur Halbzeit hieß es 4:5. Noch war für Murrhardt alles möglich.

Erst recht, nachdem Dominik Wörner direkt nach der Pause Oberbrüdens Spitzenspieler Zatko am Rand einer Niederlage hatte und 2:0 nach Sätzen führte. Doch Zatko wehrte sich, holte sich äußerst knapp die Sätze drei sowie vier und dann lief es einfach für den Slowaken. Am Nebentisch führte Hartstern gegen Saljani ebenfalls deutlich. Doch auch hier kämpfte sich der Gästespieler zurück und sorgte für einen wahren Krimi. Den gewann der bärenstarke Patrick Hartstern im fünften Satz mit 15:13. Als der groß aufspielende Ivo Huber dann Daniel Quiram mit 3:0 besiegte und damit wie schon gegen Krenzlin ohne Satzverlust blieb, hatte der TVM zum 6:6 ausgeglichen.

Bei diesem Zwischenstand wollte Julian Wörner für Murrhardts nächsten Punkt sorgen. Alles lief nach Plan. Die Führung gegen Christoph Krenzlin war verdient und sauber herausgespielt, ehe der Auenwalder wie verwandelt agierte und das eigentlich verloren geglaubte Spiel noch drehte. Danach spielte Jonas Schönemann gut platzierte Bälle gegen Jonah Senge, doch der Oberbrüdener hatte aufs gesamte Spiel gesehen die besseren Antworten. Die Gäste lagen 8:6 vorne und hatten einen Punkt bereits sicher. Komplett bezwungen war der TVM aber noch nicht. Luca Demisch spielte gegen Letzgus gut, führte in allen Sätzen, doch wieder und wieder setzte sich die Routine des Oberbrüdeners durch. Er brachte den 9:6-Sieg der Gäste unter Dach und Fach.

Ergebnisse Dominik Wörner/Huber – Saljani/Letzgus 2:3, Hartstern/Schönemann – Zatko/Quiram 2:3, Julian Wörner/Demisch – Krenzlin/Senge 1:3, Dominik Wörner – Saljani 3:1, Hartstern – Zatko 3:0, Huber – Krenzlin 3:0, Julian Wörner – Quiram 1:3, Schönemann – Letzgus 2:3, Demisch – Senge 3:2, Dominik Wörner – Zatko 2:3, Hartstern – Saljani 3:2, Huber – Quiram 3:0, Julian Wörner – Krenzlin 2:3, Schönemann – Senge 1:3, Demisch – Letzgus 1:3.

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Erstellt:
30. Januar 2024, 06:00 Uhr

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