Den Sportlern der Region droht eine erneute Zwangspause

Der Württembergische Handballverband hat die sofortige Unterbrechung der Saison beschlossen. Die Fußballer und andere Sportfachverbände warten ab, ob die von der Bundesregierung vorgeschlagene Pause ab 2. November von den Ministerpräsidenten bestätigt wird.

Allerorten wird der Ball in den nächsten vier Wochen wieder ruhen. Die Bundesregierung plant einen zweiten Lockdown, bei dem ab Montag, 2. November, zumindest im Freizeit- und Amateursport bis Ende November nichts mehr geht. Der Württembergische Handballverband hat bereits die Reißleine gezogen und die Saison in seinen Spielklassen mit sofortiger Wirkung unterbrochen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Allerorten wird der Ball in den nächsten vier Wochen wieder ruhen. Die Bundesregierung plant einen zweiten Lockdown, bei dem ab Montag, 2. November, zumindest im Freizeit- und Amateursport bis Ende November nichts mehr geht. Der Württembergische Handballverband hat bereits die Reißleine gezogen und die Saison in seinen Spielklassen mit sofortiger Wirkung unterbrochen. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Deutschlands Regierende haben offenbar eine Entscheidung getroffen. Ab kommender Woche steht der Republik der zweite Lockdown bevor. Davon betroffen ist auch der Freizeit- und Amateursport. Wie von der Ministerpräsidenten-Konferenz zu hören ist, steht fest, dass nun mehr bereits vom Montag, 2. November, bis Ende November alle öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbäder geschlossen bleiben. Ursprünglich war das erst für Mittwoch, 4. November, vorgesehen. Wie es danach weitergeht, wollen Bund und Land Mitte des Monats anhand der dann vorliegenden Corona-Zahlen entscheiden.

Offiziell ist noch nicht bekannt, mit welchen neuen Maßnahmen Angela Merkel und die Ministerpräsidenten die Republik durch die sich wieder ausweitende Pandemie lotsen wollen. Höchstwahrscheinlich ist aber schon jetzt, dass der Sport von den Entscheidungen betroffen ist, sofern es sich nicht um den sogenannten Profisport handelt. Das bedeutet, dass auch in Backnang und Umgebung wohl spätestens ab Montag wenigstens vier Wochen lang nichts mehr läuft. „Wir gehen Stand heute davon aus, dass das Heimspiel gegen Eintracht Stadtallendorf noch stattfindet. Was danach kommt, müssen wir abwarten“, sagt Lucca Volkmer, Pressesprecher des Fußball-Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach. Ähnlich sieht es beim Oberligisten TSG Backnang aus, der heute Abend im eigenen Stadion ab 18.30 Uhr das Nachholspiel gegen den FSV 08 Bissingen bestreitet, dann am Samstag wohl noch daheim auf die Neckarsulmer Sport-Union trifft und anschließend vermutlich in die Zwangspause geschickt wird. Eine Vorgehensweise, die wohl auch bei den Spielklassen drunter zum Tragen kommt. Hundertprozentig sicher ist das allerdings noch nicht. Der Württembergische Fußballverband wartet ab, welche Entscheidungen die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten treffen und welche Position dann die baden-württembergische Regierung dazu einnimmt. Die Kollegen im Südwestdeutschen Verband (Rheinland-Pfalz und Saarland) sind bereits einen Schritt weiter. Sie haben die Saison im Amateurbereich schon bis zum 15. November unterbrochen. Dabei wird es nun wahrscheinlich aber nicht bleiben.

Ebenfalls Nägel mit Köpfen hat der Württembergische Handballverband schon gemacht. Er gab heute bekannt, dass der Spielbetrieb von der Verbandsliga abwärts mit sofortiger Wirkung unterbrochen wird. Das betrifft auch die Oberliga. Damit wird in der Region am kommenden Wochenende nur noch beim Drittligisten HC Oppenweiler/Backnang gespielt, der am Samstag bei der TGS Pforzheim um Punkte kämpft. Grund dafür ist, dass die Dritte Liga unter der Regie des deutschen und nicht des württembergischen Handballverbands gespielt wird. Dass der HVW in Sachen Corona-Pause vorprescht, kommt nicht arg überraschend. Schließlich hatte ein Großteil der Mannschaften in Württemberg bereits am vergangenen Wochenende und auch schon die Woche zuvor, ihre Spiele angesichts der nach oben schnellenden Corona-Zahlen von sich aus abgesagt. Der Verband folgt nun mit etwas Verspätung dem offensichtlich mehrheitlichen Wunsch seiner Vereine.

Mit ihrem Beschluss, die Saison zumindest vorläufig zu unterbrechen, stehen die Handballer bisher aber ziemlich allein auf weiter Flur. Andere Sportfachverbände halten es noch wie die Fußballer und warten ab, was Merkel und Co. heute beschließen. Zumal dann wenigstens im Fußball noch eine weitere Frage zu klären ist: wo hört der Amateursport auf und wo fängt das Profitum an. In der Regionalliga Südwest ist bei den meisten Vereinen Zweiteres der Fall. In der Oberliga sind Vollprofis im Ländle eher die Ausnahme. Beim ersten Lockdown war bekanntlich die Dritte Liga die Grenze. Dort und drüber durfte ohne Zuschauer gekickt werden, drunter ging ein halbes Jahr nichts mehr. In fast allen anderen Sportarten wiederum war sogar von der obersten bis zur untersten Liga Pause. Ganz so heftig kommt es diesmal vielleicht nicht. Genaueres wird aber erst die sogenannte Ministerpräsidenten-Konferenz heute erbringen. Wobei die Grenzlinien ja offenbar schon abgesteckt wurden und danach von jeder Landesregierung selbst ganz genau festgelegt werden müssen.

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Erstellt:
28. Oktober 2020, 14:42 Uhr
Aktualisiert:
28. Oktober 2020, 15:13 Uhr

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