Der FC Viktoria plant einen Neuanfang

Kreisliga-A-Kellerkind packt kräftig an. Das Vereinsheim ist renoviert, fußballerisch und organisatorisch gibt’s reichlich Zuwachs.

Reiner Ebert blickt nun deutlich zuversichtlicher in die Zukunft des FC Viktoria. Foto: B. Strohmaier

© Bernd Strohmaier

Reiner Ebert blickt nun deutlich zuversichtlicher in die Zukunft des FC Viktoria. Foto: B. Strohmaier

(uwe/pm). Positive Schlagzeilen gab es von der ersten Mannschaft des FC Viktoria Backnang schon länger nicht mehr. In der Fußball-Kreisliga A 2 nahm der einstige Verbandsligist das zweite Mal in Folge einen Abstiegsplatz ein und nur die Zwangspause wegen des Coronavirus verhinderte den Gang in die Kreisliga B. Ob der FCV ihn nicht doch noch freiwillig antritt, ist zwar noch nicht völlig ausgeschlossen, derzeit aber eher unwahrscheinlich. Der Verein versucht alles, um wieder zuversichtlicher in die Zukunft schauen zu können. Jedenfalls hat sich in den vergangenen Wochen viel bewegt. Ein neues Spielleiterteam um Reiner Ebert will helfen, den Klub wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Neuer Spielleiter wird der ehemalige Viktoria-Spieler Christoph Gerhardt, der sich die Aufgaben mit Osman Toker und Georgios Kompoulidis teilt. Unterstützt wird das Trio vom langjährigen Betreuer Hansi Walter und erste Erfolge in Sachen Kaderzusammenstellung meldet der FCV auch. Es gibt bereits zahlreiche Zugänge, darunter Altgediente wie Viktor Deister.

„Wir wollen alle drei die Aufgaben des Spielleiters unter uns aufteilen. Jeder hat seine Stärken im entsprechenden Bereich und uns liegt allen gleichermaßen am Erfolg des FCV. Daher haben wir uns entschlossen, diesen Weg gemeinsam zu gehen“, so Gerhardt zu den Gründen, weshalb er sich in dieser nicht einfachen Zeit im Verein engagiert. Hinzu kommt: „Wir haben eine starke A-Jugend und um die gilt es eine konkurrenzfähige Truppe aufzubauen und ein Grundgerüst für die Jungs zu schaffen, wenn sie in zwei Jahren zu den Aktiven stoßen.“ Doch nur mit jungen Spielern geht es nicht. Deshalb baut die Viktoria auch auf Erfahrung. „Die Unterstützung und Zusage von einigen ehemaligen FCV-Spielern haben wir bereits erhalten und befinden uns in guten Gesprächen mit weiteren Spielern“, so Gerhardt. „Mit den Rückkehrern mussten wir nicht lange verhandeln. Für die war und ist klar, welche Idee wir hinter den Verpflichtungen verfolgen, und sie gehen diesen Weg ebenfalls zu 100 Prozent mit uns.“

Sein Partner in der Spielleitung Osman Toker macht klar: „Wir brauchen Fußballer, die ein Herz für diesen Verein haben, die kicken können, die aber auch den Spaß wieder in die Karl-EuerleAnlagen bringen und somit auch den Grundstein dafür legen, dass wir langfristig wieder sportlich Erfolg haben.“

Zumindest was den Zusammenhalt innerhalb des ganzen Vereins betrifft, stimmt es bei dem Klub oben auf der Maubacher Höhe ohnehin. Die Zeit in der Pandemie wurde dazu genutzt, um das Klubhaus mit sehr viel Eigenarbeit zu renovieren. „Unser Ziel war es, das Vereinsheim wieder freundlicher und offener zu gestalten und die verpassten Modernisierungen der vergangenen Jahre nachzuholen“, so Marvin Schygulla, der Vorsitzende des Backnanger Fußball-Clubs Viktoria, der Unterstützer und Vorstandskollegen wie Rainer Pagel, Horst Liebentritt und Reiner Ebert besonders hervorhebt: „Ohne die tatkräftige Unterstützung dieser drei, aber auch einiger Spieler hätte das alles so sicherlich nicht funktionieren können.“ Wobei alles noch nicht geschafft ist. „Ein wichtiger Punkt für uns wäre noch die Modernisierung der sanitären Einrichtungen, dann wäre das Vereinsheim wieder in einem Topzustand“, erklärt Schygulla.

Die wirtschaftliche und bauliche Seite ist also bereits eine Erfolgsgeschichte. Nun müssen die Fußballer noch nachlegen. Der FCV-Vorsitzende sagt: „Wenn uns nun noch die sportliche Wende gelingt, wäre ich sehr glücklich.“ Mit dem neuen Spielleiterteam um den alten Fahrensmann sieht er seinen Verein auf einem sehr guten Weg und will in einem anderen Bereich den bisherigen Kurs beibehalten: „Wir werden unsere Kernkompetenz nicht aus den Augen verlieren, denn die Zukunft gehört der Jugend. Ihr das Fußballspielen zu ermöglichen und sie erfolgreich weiterzubringen, steht für uns weiterhin ganz oben an.“

Bisher elf Zu- und zwei Abgänge

Der Trainer bleibt mit Hakan Korkmaz der alte, die Mannschaft des FC Viktoria Backnang wird in der neuen Runde aber ein stark verändertes Gesicht haben. Dafür sorgen zahlreiche Zugänge und Wiedereinsteiger. Neben Routinier Viktor Deister (zuletzt FV Wüstenrot) sind das Dimitrij Metzler, Arbenit Kryeziu, Demenico Giordano (alle Großer Alexander Backnang), Julian Mastel (SV Allmersbach II), Mikhail Ugur (TSG Backnang Jugend), Theodoras Avramidis (eigene Jugend), Stefan Simon (bisheriger Verein unbekannt) sowie Domenico Pischiutta, Wladislaw Franz und Kadir Kanat. Mit weiteren Zugängen und Rückkehrern wird derzeit noch gesprochen.

Den vielen neuen Spielern im Kader stehen bislang zwei Abgänge gegenüber. Die beiden 32-jährigen Rahman Selimi und Agron Hajdaraj wechseln beide zum TSC Murrhardt (Kreisliga A 2). Von dort war Selimi vor zwei Jahren nach Backnang gekommen. Hajdaraj wiederum kam vor fünf Jahren vom FV Sulzbach zum FC Viktoria.

Zum Artikel

Erstellt:
2. Juni 2021, 11:30 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Rems-Murr-Sport

Traum von der Olympiateilnahme platzt

Boxer Wladislaw Baryshnik zählt zu den großen Talenten in Deutschland. Der Backnanger hatte auf ein Ticket bei den Olympischen Spielen in diesem Jahr in Tokio gehofft. Nun wurde der für ihn entscheidende Wettkampf aufgrund der Coronalage abgesagt.

Rems-Murr-Sport

Einmal gewinnen und auf Losglück hoffen

Nachdem Handball-Drittligist Oppenweiler/Backnang den Aufstieg in die Zweite Bundesliga nur knapp verpasst hat, darf er sich nun auf die Teilnahme am DHB-Pokal freuen. Das Startrecht hat sich der HCOB mit dem Erreichen der Finalrunde erkämpft.