Der Lewandowski der Kreisliga B

Fußballer Aljoscha Schäffner hat sich als Torjäger in der Region einen Namen gemacht. Der 33-jährige Stürmer des FV Sulzbach übertrifft die Trefferquote des Bayern-Stürmers und will in der laufenden Runde die Marke von 42 Toren knacken.

Aljoscha Schäffner hatte mit dem FC Viktoria Backnang den Aufstieg geschafft. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Aljoscha Schäffner hatte mit dem FC Viktoria Backnang den Aufstieg geschafft. Foto: A. Becher

Von Andreas Ziegele

Sein Spitzname ist „Panzer“ und von der Statur ähnelt Aljoscha Schäffner dem Torjägerkollegen Robert Lewandowski vom FC Bayern München nicht. Aber die Ausbeute des Spielertrainers des FV Sulzbach in den bisherigen Fußballpartien ist deutlich effektiver als die des polnischen Nationalspielers. Auf 42 Ligatore will er kommen und er ist auf dem besten Weg, das zu schaffen.

„Es läuft richtig gut bei mir und dem Verein“, erzählt der Spielertrainer des FV Sulzbach. Das darf gerne als Untertreibung gewertet werden. Denn mit 25 Toren und zwei Vorlagen in acht Begegnungen kommt Aljoscha Schäffner auf eine Torquote von 3,1 pro Spiel. Dagegen schafft Robert Lewandowski gerade mal eine Quote von 1,3. Vor der coronabedingten Pause der Amateurfußballer hat Schäffner mit sechs Treffern seine Mannschaft im Alleingang zum 6:0-Sieg beim SV Unterweissach II in der Kreisliga B 2 geschossen. Sein Ziel für diese Saison: „Ich möchte 42 Tore schießen“, erklärt der 33-Jährige selbstbewusst.

„In meiner ersten Saison als Aktiver für den FV Sulzbach als 18-Jähriger habe ich schon mal 42 Tore gemacht.“ Das stellt gleichzeitig auch seinen persönlichen Rekord dar. Das könnte dann auch für den FV Sulzbach reichen, den zweiten Platz und damit das Ziel Aufstiegsrelegation zu schaffen. Dabei war das noch nicht mal sein torreichstes Spiel. In der vergangenen Saison hat er beim 16:0-Auswärtssieg bei der SV Winnenden sogar neun Tore geschafft. Aber jetzt heißt es, erst einmal abwarten. Die Saison ist durch Corona unterbrochen und niemand weiß zum jetzigen Zeitpunkt, wie es in dieser Saison weitergehen wird. „Ich bin aber guter Dinge, dass wir irgendwann weiterspielen können“, gibt sich der Spielertrainer optimistisch.

Dann erzählt der 33-Jährige aus seinem Fußballerleben. Noch immer klingt er etwas traurig, wenn der Stürmer von seiner Jugendzeit bei der TSG Backnang erzählt. „Ich war auf dem Sprung in die württembergische Auswahl, hatte alle Kurse erfolgreich absolviert und kurz bevor es so weit war, hat dann meine Leistung beim Balljonglieren nicht ausgereicht, um den Sprung zu schaffen.“

Ein weiteres weniger erfreuliches Kapitel hängt ebenfalls wieder mit der TSG Backnang zusammen. Nach seiner Zeit beim FC Viktoria Backnang hat ihn der damalige Trainer Dirk Fengler zur TSG zurückgeholt. Kurz vor Saisonstart folgte dann als Nachfolger der Trainer Oliver Munz und die Backnanger holten Mario Marinic als Stürmer. „Im WFV-Pokalspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach habe ich mich dann plötzlich als Linksverteidiger wiedergefunden“, erinnert sich Schäffner. Als er dann später immer öfter auf der Bank saß, war klar, dass dieses Kapitel nach der Saison zu Ende ist. Gerne hingegen erinnert er sich an seine Zeit beim FC Viktoria, den er im Rückblick als „tollen Verein“ bezeichnet. „Hier habe ich in der Bezirksliga 35 Tore geschossen und auch den Aufstieg in die Landesliga miterlebt.“

Sich selbst bezeichnet Schäffner als „rustikalen, robusten und technisch nicht hochbegabten Stürmer“. Mit seiner Größe von 1,80 Metern und seiner kräftigen Statur weiß er aber, wo das Tor steht. Das hat ihm dann schon früh den Spitznamen „Panzer“ eingebracht. Aber auch als Schiedsrichter war Schäffner schon aktiv. „Ich war 16, als mich ein Bekannter dazu genötigt hat, den Kurs zu machen“, erinnert er sich. Fünf Jahre stand er, parallel zum Fußballspielen, als Referee der Schiedsrichtergruppe Backnang auf den Plätzen der Region und hat hier vorwiegend Jugendspiele geleitet. Ein Highlight aus dieser Zeit fällt ihm aber sofort wieder ein. Bei einem Landesliga-Spiel der Aktiven durfte Schäffner dem sehr erfahrenen Schiedsrichter Gerhard Klaiber assistieren.

In Sulzbach schließt sich nun der Kreis für Aljoscha Schäffner. „Hier habe ich mit elf Jahren mit dem Fußballspielen begonnen.“ Und hierhin ist der heute 33-Jährige im Jahr 2019 wieder zurückgekehrt und wird wohl noch die eine oder andere Saison für den FV auf Torejagd gehen. „Solange der Körper mitmacht, will ich auch Fußball spielen“, sagt der inzwischen in Asperg wohnende Schäffner. Zusammen mit Tobias Witt trainiert er nun den FVS.

In fünf Vereinen aktiv

Am 5. September 1987 wurde Aljoscha Schäffner geboren. In der Jugend hat er beim FV Sulzbach und bei der TSG Backnang dem Ball hinterhergejagt.

Bei den Aktiven spielte er ab 2012 zwei Jahre lang beim FC Viktoria Backnang. In der Saison 2014/2015 zog es ihn dann zur TSG Backnang. Ein Jahr lang schnürte er anschließend für den TSV Oberbrüden die Fußballschuhe. Bei der Mannschaft aus Auenwald war er zugleich der Spielertrainer. Das trifft auch auf seine Zeit von 2016 bis 2017 beim TV Weiler/Rems zu. In der Saisonmitte 2017/2018 kehrte Aljoscha Schäffner zum FC Viktoria Backnang zurück. Dort war er bis zum Rundenende 2018/2019 aktiv. Im Sommer 2019 schloss sich der Stürmer seinem Heimatverein FV Sulzbach wieder an. Dort bildet er nun auch das Trainerduo mit Tobias Witt.

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Erstellt:
8. Dezember 2020, 06:00 Uhr

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