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Deutsches Trio beeindruckt: Zverev, Struff, Petkovic weiter

dpa Paris. In der ersten Runde musste Alexander Zverev fünf Sätze lang zittern. Gegen die Nummer 148 der Tennis-Welt aber lässt er kaum Zweifel an seinem Sieg. Jan-Lennard Struff feiert eine French-Open-Premiere. Bei den Damen rettet Andrea Petkovic die deutsche Bilanz.

Zverev hatte mit dem schwedischen Qualifikanten kaum Probleme und steht in der dritten Runde. Foto: Christophe Ena/AP

Zverev hatte mit dem schwedischen Qualifikanten kaum Probleme und steht in der dritten Runde. Foto: Christophe Ena/AP

Ein deutsches Tennis-Trio mit Alexander Zverev an der Spitze hat bei den French Open die dritte Runde erreicht und mit imponierenden Auftritten die bislang bescheidene Bilanz aufpoliert.

Zverev gewann auch ohne seinen Trainer Ivan Lendl mit einer Sandplatz-Demonstration im Eiltempo gegen den überforderten schwedischen Qualifikanten Mikael Ymer 6:1, 6:3, 7:6 (7:3). „Ich habe das Gefühl, dass ich wieder anfange, richtig gutes Tennis zu spielen“, sagte der Weltranglisten-Fünfte. „Das war ein gutes Match von mir. Ich hoffe, dass es jetzt mit jedem Spiel besser wird.“

Beim zweiten Grand-Slam-Turnier seiner bislang eher mäßigen Saison trifft der 22 Jahre alte Hamburger im Kampf um den Einzug in das Achtelfinale am Samstag auf den an Nummer 30 gesetzten Serben Dusan Lajovic. Schon im vergangenen Jahr standen sich Zverev und Lajovic in Paris gegenüber - auf dem Weg in sein erstes Grand-Slam-Viertelfinale setzte sich Zverev damals in fünf Durchgängen durch. „Das wird sehr schwer, aber ich bin bereit. Ich freue mich auf das, was jetzt kommt“, sagte Zverev. Dass er nach seiner jüngsten Formkrise aktuell nicht zum Favoritenkreis zähle, sei „unglaublich angenehm“.

Jan-Lennard Struff zog durch ein 7:6 (7:2), 7:6 (7:3), 6:7 (4:7), 6:2 gegen Radu Albot aus Moldau erstmals in die dritte Runde von Paris ein. Andrea Petkovic rang in einem Kraftakt über 2:24 Stunden die an Nummer 25 gesetzte Hsieh Su-Wei aus Taiwan mit 4:6, 6:3, 8:6 nieder. „Der Sieg bedeutet mir viel, denn es war ein super Match“, sagte die Darmstädterin.

Damit verhinderte die 31-Jährige nach dem Aus von Angelique Kerber und Julia Görges in Runde eins und dem Zweitrunden-Scheitern von Laura Siegemund das schlechteste deutsche Damen-Abschneiden bei einem Grand Slam seit neun Jahren.

„Ich bin sehr happy, Radu ist ein brutaler Fighter. Wenn ich ihm den kleinen Finger gebe, nimmt er den ganzen Arm. Es waren sehr viel enge Spiele. Ich bin super happy, es war einfach geil“, sagte Struff im TV-Sender Eurosport. Im Kampf um den Einzug in sein erstes Grand-Slam-Achtelfinale überhaupt bekommt es der 29 Jahre alte Warsteiner mit dem an Nummer 13 gesetzten Kroaten Borna Coric zu tun.

Deutlich einfacher als sein Davis-Cup-Kollege hatte es Zverev. Der beste deutsche Tennisprofi ließ der Nummer 148 der Welt keine Chance. Die einzige kurze Schwächephase am Ende des dritten Satzes meisterte Zverev souverän und beseitigte im Tiebreak jeden Zweifel. Nach einer Stunde und 59 Minuten beendete Zverev das ungleiche Duell auf dem neu errichteten Court Simonne Mathieu mit seinem dritten Matchball.

Zum Auftakt gegen den Australier John Millman hatte Zverev noch fünf hart umkämpfte Sätze fürs Weiterkommen gebraucht. Gegen Ymer jedoch ging er - weiterhin ohne seinen Trainer Ivan Lendl - vom ersten Schlag an mit „Autorität in die Ballwechsel“, wie es Eurosport-Experte Boris Becker zuvor gefordert hatte.

Als Teenager standen sich Zverev und Ymer schon einmal beim Turnier in Stockholm vor vier Jahren gegenüber, als sich Zverev knapp durchsetzte. Diesmal jedoch war der jüngere Bruder von Zverevs gelegentlichem Trainingspartner Elias chancenlos. Eine halbe Stunde nur dauerte der erste Durchgang, Vater Alexander Zverev senior konnte sich entspannt in der Box zurücklehnen. Je erfolgreicher sein Sohn spielt und je weiter er kommt im Turnierverlauf, desto leiser werden auch die Diskussionen um das Fehlen Lendls in Paris.

Dass der ehemalige Weltklassespieler bei einem der vier wichtigsten Turniere des Jahres nicht an der Seite seines Auftraggebers ist, sorgt für reichlich Gesprächsstoff auf der Anlage am Bois de Boulogne. „Da gibt es bestimmt gute Gründe dafür, die nur die beiden wissen. Die Idealform ist sicherlich, dass der Trainer bei allen großen, wichtigen Turnieren an der Seite ist“, hatte Becker noch am Vormittag bei einem Medientermin in einem Pariser Hotel gesagt.

Lendl soll erst zur Rasensaison zu Zverev stoßen - bislang macht sich sein Fehlen nicht bemerkbar. Auf dem neuen tiefergelegten Platz, der auf allen vier Seiten von Gewächshäusern umgeben ist, spielte Zverev zeitweise beeindruckend auf und konnte wertvolle Kräfte sparen.

Laura Siegemund verpasste in Paris den Einzug in die dritte Runde. Foto: Pavel Golovkin/AP

Laura Siegemund verpasste in Paris den Einzug in die dritte Runde. Foto: Pavel Golovkin/AP

Petkovic setzte sich gegen Hsieh Su-Wei aus Taiwan in einem Kraftakt durch. Foto: Daniel Karmann

Petkovic setzte sich gegen Hsieh Su-Wei aus Taiwan in einem Kraftakt durch. Foto: Daniel Karmann

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Erstellt:
30. Mai 2019, 19:02 Uhr

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